23. September 2016

IHK-Konjunkturumfrage: Der Aufschwung setzt sich fort

Die konjunkturelle Entwicklung in der Region Aachen bleibt auf Kurs. Aktuell beurteilt fast die Hälfte aller Unternehmen die gegenwärtige Geschäftslage als positiv, nur ein Zehntel ist unzufrieden. Das ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, an der sich 277 Unternehmen mit mehr als 29.000 Beschäftigten beteiligt haben.

“Abgesehen von einer leichten Abkühlung zum Jahreswechsel 2012/2013 wächst die Wirtschaft in unserer Region nun schon seit fast sieben Jahren in Folge”, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer. “Und: Mit einem Einbruch der Konjunktur ist nicht zu rechnen.” Die Aussichten haben sich im Vergleich zum Frühjahr sogar verbessert. Rund ein Drittel aller Unternehmen erwartet eine positive Entwicklung der Geschäfte, nur jeder neunte Betrieb prognostiziert einen Rückgang. Gleichzeitig hat sich bei einem Drittel aller Befragten die Ertragslage in den vergangenen Monaten gut entwickelt – bei einem Viertel hat sie sich jedoch verschlechtert.

Der Fachkräftemangel wird für die Betriebe unterdessen zunehmend zum Konjunkturrisiko. Fast die Hälfte aller Befragten sieht darin eine Gefahr für die Wirtschaft. Ausbildung betrachten die Unternehmen der IHK-Umfrage zufolge als wesentlichen Ansatz, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Mehr als die Hälfte aller befragten Betriebe plant daher, mehr auszubilden.
Der Bedarf an Mitarbeitern ist indes groß: Vier von zehn Unternehmen geben an, dass sie offene Stellen über einen längeren Zeitraum nicht besetzen können. Nur drei von zehn erklären, dass sie derzeit kein Problem bei der Stellenbesetzung haben. Durchschnittlich sind aktuell rund vier Arbeitsplätze pro suchendem Unternehmen längerfristig unbesetzt. Der größte Bedarf besteht bei den technischen Berufen. Benötigt werden insbesondere Meister, aber auch Fachwirte. Zusätzlich werden Mitarbeiter ohne abgeschlossene Berufsausbildung gesucht.

Lage in der Industrie ist unverändert gut
Das positive Bild in der Industrie hat sich seit der zurückliegenden Umfrage nicht verändert: Vier von zehn Betrieben melden gute Geschäfte, jeder siebte Befragte ist nicht zufrieden. Die Umsätze sind bei mehr als einem Drittel aller Industriebetriebe gestiegen, bei rund einem Viertel sind sie zurückgegangen. Fast die Hälfte der Betriebe meldet eine Auslastung der Produktionskapazitäten von mehr als 85 Prozent, bei einem weiteren Drittel sind sie zu mehr als 70 Prozent ausgelastet. Nur ein Prozent aller Befragten berichtet davon, dass weniger als die Hälfte der Kapazitäten genutzt werden. Die durchschnittliche Auslastung der Produktionskapazitäten stieg von 80 auf 82 Prozent und liegt damit über dem Niveau des langjährigen Durchschnitts von 80,4 Prozent.

Dienstleister melden weiter gute Geschäfte
Die Geschäftslage der Dienstleister hat sich seit dem Frühjahr deutlich verbessert und nähert sich bereits wieder den Rekordwerten vom Jahresbeginn an. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen ist derzeit mit den Geschäften zufrieden, jeder zehnte Betrieb berichtet von einer schlechten Geschäftslage. Jeder zweite Dienstleister konnte den Umsatz in den vergangenen sechs Monaten steigern, bei einem Fünftel ist er gesunken.

Lage im Handel zeigt sich verbessert
Die gute Geschäftslage im Handel hat sich seit dem Frühjahr nochmals deutlich verbessert: Fast die Hälfte aller Unternehmen ist mit der aktuellen Situation zufrieden, nur ein Prozent ist unzufrieden. Im Großhandel meldet die Hälfte aller Befragten gute und kein Unternehmen schlechte Geschäfte. Auch im Einzelhandel hat sich die konjunkturelle Lage seit dem Frühjahr deutlich verbessert: Sechs von zehn Unternehmen beurteilen die Situation als gut, nur vier Prozent bewerten sie als schlecht.

Baubranche erreicht Rekordwerte
Die Geschäftslage in der Baubranche hat sich stark verbessert. Das Baugewerbe profitiert dabei sowohl von niedrigen Zinsen als auch von einer hohen Nachfrage im Wohnungsbau und von der guten Konjunktur. Zwei Drittel aller Unternehmen berichten von guten Geschäften, kein Betrieb ist unzufrieden.

Auslandsnachfrage bleibt stabil
Die Mehrheit der Industriebetriebe hat in den zurückliegenden Monaten ihren Exportumsatz gesteigert. Ein Drittel der Unternehmen meldet ein Wachstum der Exportgeschäfte, bei rund einem Viertel sind sie gesunken. Dieser Trend wird sich laut der IHK-Umfrage auch in den kommenden Monaten fortsetzen, allerdings weisen die Auftragseingänge inzwischen eine rückläufige Tendenz auf. Ein Fünftel der Industriebetriebe meldet, dass die Auftragseingänge aus dem Ausland steigen, drei von zehn Unter-nehmen rechnen hingegen mit einem Rückgang.

Unternehmen planen Investitionssteigerungen
Ein Viertel aller Unternehmen im Kammerbezirk Aachen plant, in den kommenden Monaten die Ausgaben zu erhöhen. Jeder sechste Befragte will hingegen weniger investieren.

Ertragslage der Unternehmen verbessert sich
Die Betriebe melden erneut eine positive Ertragslage. Bei einem Drittel aller Unternehmen sind die Erträge in den zurückliegenden Monaten gestiegen, bei einem Viertel sind sie gesunken.

Betriebe stellen weiter Personal ein
Ein Ende der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt ist nicht in Sicht. Ein Viertel der Betriebe erwartet, dass der Personalbedarf in den kommenden Monaten steigt; ein Sechstel geht von einem Rückgang der Beschäftigung aus.

Der Arbeitsmarkt in der Region Aachen hat sich überdurchschnittlich gut entwickelt: Die Arbeitslosenquote sank seit April um 0,4 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent. Im selben Zeitraum ging sie in Nordrhein-Westfalen nur um 0,1 Prozentpunkte und auf Bundesebene um 0,4 Punkte zurück.

Kreis Euskirchen
Die positive Lage der Betriebe im Kreis Euskirchen hat sich seit dem Frühjahr verbessert: 30 Prozent sind aktuell zufrieden, zwölf Prozent sind unzufrieden. Von guten Geschäften berichtet insbesondere die Industrie (Saldo: +34). Die Dienstleister sind hingegen überwiegend unzufrieden (Saldo: -6). Gleichzeitig sind die Aussichten zurückhaltend: 13 Prozent aller Betriebe rechnen mit einer positiven Veränderung der Geschäfte, jedoch gehen ebenso viele von einer Verschlechterung aus. Positive Erwartungen haben allein die Dienstleister (Saldo: +6).

Der gesamte Konjunkturbericht ist auf der Internetseite der IHK Aachen zu finden.

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