18. Oktober 2019

Wie lernen Kinder mit Abfällen nachhaltig umzugehen?

© Foto: K. Beuke, Abfallberatung Kreis Euskirchen

Fortbildungen für Erzieher*innen und Lehrer*innen am Abfallwirtschaftszentrum Mechernich-Strempt fand großen Anklang

Am 1. und 2. Oktober 2019 fanden Fortbildungen für Erzieher*innen und Lehrer*innen der Grund- und Förderschulen des Kreises Euskirchen zum Thema nachhaltige Abfallwirtschaft statt. Nicht nur die Grundlagen der Abfallwirtschaft des Kreises Euskirchen wurden vermittelt, sondern auch die pädagogische und technische Umsetzung in den jeweiligen Einrichtungen. Durchgeführt wurden die Fortbildungstage von der Kreisabfallberatung in Kooperation mit JuP Umweltbildung.

Schon nach den Vorstellungsrunden wurde deutlich, dass Abfalltrennung und –vermeidung in der Praxis der Einrichtungen nicht so einfach ist. Sie kann nur dann richtig und nachhaltig funktionieren, wenn alle Player von den Kindern, den Eltern, dem Lehr- bzw. Erziehungspersonal, dem Träger bis zu den Reinigungsfirmen zusammenarbeiten. Grundlage des Ganzen sind die richtigen Fachinformationen zur Abfallwirtschaft im Kreis. „Bitte diese Informationen nicht einfach googeln, sondern über die Abfallberatung des Kreises oder der Kommunen erfragen. Oft werden Informationen genutzt, die in anderen Kreisen richtig sind, aber im Kreis Euskirchen keine Gültigkeit haben“, erklärte Abfallberaterin Karen Beuke.

: Die Lehrkräfte erarbeiten sich mit Hilfe von Frau Sigrun Jungwirth (ganz links im Bild) die Primär- und Sekundärrohstoffe, wie z. B. Quarz versus Altglas, Erdöl versus PET-Flaschen. © Foto: K. Beuke, Abfallberatung Kreis Euskirchen

Die gelbe Tonne zum Beispiel soll nur mit Verpackungsabfällen gefüllt werden. Alle Verpackungen, die nicht aus Glas und nicht ausschließlich aus Papier, Pappe und Karton bestehen, zählen dazu, nicht aber die Zahnbürste. Auch Kronkorken von Getränkeflaschen sind Verpackungen. Für Flaschenverschlüsse aus Naturkorken hingegen betreibt der Kreis eine separate Sammlung. Diese können sehr effektiv recycelt werden. Durch aktive Stationenarbeit konnten die Teilnehmer*innen ihre Kenntnisse u. a. zur Mülltrennung, Abfallvermeidung, zum Einsatz von Primär- und Sekundärrohstoffen sowie zum Energiegehalt von Abfällen testen und diskutieren. Nicht nur eine Teilnehmerin war „schockiert“ von ihrem Wissensstand: „Ich bin jemand, der darauf achtet und ich wusste so viel nicht!“

„Gibt es gutes und schlechtes Plastik?“ war eine Frage. Im Sinne der Abfallhierarchie ist das beste Plastik eines, das gar nicht erst anfällt und gekauft wird. Oft ist dies nicht möglich, weshalb in erster Linie recyclingfähige Verpackungen eingekauft werden sollten. Nicht gut recyclingfähig sind z. B. alle schwarzen Kunststoffe. Auch Waschmittelflaschen, die noch in eine sogenannte „Schrumpffolie“ eingewickelt sind, sollte man meiden oder vor dem Einwurf in die gelbe Tonne voneinander trennen. Beim Einkauf kann auch auf Produkte geachtet werden, die aus recyceltem Verpackungsmaterial hergestellt werden. Hier werden Primärrohstoffe gespart. Zu „schlechtem“ Plastik zählt auch das in Pflegeprodukten enthaltene Mikroplastik. Dies landet meist ungefiltert über unser Abwasser in unseren Flüssen. Begriffe, wie Polyacrylate (PA) oder Polyethylene Glycol (PEG) sind unter den Inhaltsstoffen aufgedruckt (ausführliche Listen hierzu finden Sie z. B. bei Greenpeace.de oder Smarticular.net).

Mittels einfacher Experimente können in Kindergärten und Schulen komplexere Themen, wie der Bioabfallkreislauf oder die Problematik von „wildem Müll“ durchgeführt werden. Frau Jungwirth von JuP Umweltbildung ließ zum zweiten Thema eine Pflanze in blau gefärbtem Blumenwasser stehen. In schon kurzer Zeit färbten sich die weißen Blüten. Die Farbe symbolisiert giftige Chemikalien, die durch unsachgemäß in der Umwelt abgelagerte, gefährliche Abfälle ins Bodenwasser gelangen können und Pflanzen nehmen sie wieder auf. Den Schüler*innen würde die Frage gestellt: „Möchtest Du solch eine Pflanze essen, wenn es Gemüse wäre?“ Durch diesen einfachen Versuch können die Kinder zum nachhaltigeren, sachgemäßen Umgang mit Abfällen sensibilisiert werden.

Mittels tropischen Rieseninsekten, wie der Australischen Gespenstschrecke, können Erzieherinnen und Lehrkräfte in das Thema Kreislaufwirtschaft einsteigen. Erzeugen Insekten Abfälle?

Die Abfallberatung des Kreises verleiht zu den abfallwirtschaftlich relevantesten Themen Materialienkoffer für die Vorschulkinder in Kindergärten und für Grund- und Förderschulklassen kostenlos für vier Wochen aus. Mit Hilfe der Handreichungen und der zahlreichen Materialien im Koffer können in den Einrichtungen die Themen handlungsorientiert bearbeitet werden. Der Themenkoffer für die Schulen steht in direktem Bezug zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und den Nachhaltigkeitszielen. Genauere Informationen unter www.kreis-euskirchen.de/umwelt/abfall/Umweltbildung https://whttps://www.kreis-euskirchen.de/umwelt/abfall/Umweltbildung.php . Ausleihe über Frau Agnes Drügh agnes.drügh@kreis-euskirchen.de, Tel. 02251 – 15 – 586).

Viele gute Ideen kamen an den zwei Tagen zusammen, wie zum Beispiel die Einführung eines Tausch- und Geschenkregals in den Einrichtungen oder der Teilnahme an Müllsammelaktionen (www.letscleanupeurope.de), wobei der gesammelte Müll „zur Ansicht“ eine Woche im Foyer der Schule als Diskussionsgrundlage aufgebaut wird.

Weitere Fortbildungen für Erzieher*innen und Lehrkräfte sind für den Spätsommer 2020 geplant. Sollten diese stattfinden, werden die Kindertageseinrichtungen sowie die Grund- sowie Förderschulen rechtzeitig darüber informiert.

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Frau Karen Beuke (Abfallberaterin), karen.beuke@kreis-euskirchen.de, Tel. 02251 – 15 -371 wenden.

 

Kontakt:

Sven Gnädig

Kreisverwaltung Euskirchen

Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Jülicher Ring 32
53879 Euskirchen

Tel.: 02251-15 304
Fax: 02251-15 392

Mail: sven.gnaedig@kreis-euskirchen.de

 

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