1. September 2019

IHKs stellen Maßnahmen für Gelingen der Energiewende vor

Wie kann das Rheinische Revier den Ausstieg aus der Kohleverstromung meistern? Antworten auf diese Frage gibt die Studie „Energiepolitischer Handlungsbedarf durch einen beschleunigten Kohleausstieg“, die die Industrie- und Handelskammern (IHKs) Aachen, Köln und Mittlerer Niederrhein beim Beratungsunternehmen Frontier Economics in Auftrag gegeben hatten. „Die Auswertung zeigt, dass wir uns nicht nur auf die Frage der Strukturförderung konzentrieren dürfen“, sagt Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. Um negative Auswirkungen auf Beschäftigung und Wertschöpfung zu vermeiden, müssten die Strompreise stabil bleiben und die Versorgungssicherheit gewährleistet sein. „Deswegen müssen wir uns in erster Linie auf energiepolitische und energiewirtschaftliche Fragen konzentrieren“, begründet Bayer.

Weiterhin zeigt die Studie, dass Nordrhein-Westfalen mit dem Rheinischen Revier sehr gute Voraussetzungen für den Übergang zu einer Versorgung durch erneuerbare Energien mitbringe. „Wir verfügen hier über die notwendigen technologischen Lösungen. Sie sind die Grundlage, um den beschleunigten Kohleausstieg nachhaltig und möglichst klimaneutral zu gestalten“, sagt Bayer.

Vier zentrale Maßnahmen für das Gelingen der Energiewende zeigt die Studie auf. Die erste ist ein Monitoring der Versorgungssicherheit: „Es muss geregelt sein, dass den Unternehmen jederzeit die Energie zur Verfügung steht, die sie benötigen“, bekräftigt Bayer. An zweiter Stelle werden in der Studie unter dem Stichwort „Stromerzeugung“ folgende Ziele genannt: die Schaffung von Ersatzkapazitäten für wegfallende Kohleverstromung, ein forcierter Ausbau der erneuerbaren Energien, die Schaffung von Rahmenbedingungen für Investitionen in Gaskraftwerke im Rheinischen Revier und die Umstellung von Kohlekraftwerken auf Erdgas beziehungsweise erneuerbares Gas.

Das dritte Maßnahmenpaket betrifft Netze und Speicher. Zum Beispiel müssten die Infrastruktur dafür schnell ausgebaut und Lösungen für einen intelligenten Netzbetrieb gefunden werden. Zudem müsse das Erdgasnetz zur Speicherung von Wasserstoff und erneuerbarem Gas genutzt werden. Der vierte Schwerpunkt, der aus der Studie hervorgeht, ist die Initiative von Unternehmen: Im Rahmen ihrer vorhandenen Möglichkeiten können sie durch eine Flexibilisierung ihrer Stromnachfrage einen wesentlichen Beitrag leisten und von Vorteilen der Energiewende profitieren.

Um Wettbewerbsnachteile durch stark steigende Strompreise zu vermeiden, ist es demnach allerdings notwendig, das Entgelt-, Umlagen- und Abgabensystem umfassend zu reformieren. „Das Rheinische Revier hat jetzt die einmalige Chance, sich als Energierevier der Zukunft zu positionieren und so zum Modellstandort für die künftige Versorgung zu werden“, sagt Bayer.

Generell stellt die Energiewende das Land Nordrhein-Westfalen und speziell das Rheinische Revier vor eine doppelte Herausforderung: Neben der hier ansässigen Energiebranche mit rund 9.000 direkt in der Braunkohlewirtschaft Beschäftigen sind auch energieintensive Industrien überdurchschnittlich stark vertreten. Von den insgesamt 93.300 Arbeitsplätzen in diesen Unternehmen im Rheinischen Revier hängen bundesweit rund weitere 231.000 Arbeitsplätze ab.

 

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Bei Fragen: Christoph Claßen, Tel.: 0241 4460-232
E-Mail: dienst@aachen.ihk.de

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