12. Dezember 2014

Ausgezeichneter Klimaschutz in der Eifel

Eifelgemeinde Kall erhält als erste Kommune im Kreis Euskirchen „European Energy Award“ – Qualitätssiegel für Klimaschutz – Maßnahmenkatalog abgearbeitet – Langfristiges Engagement wird gewürdigt

Nordeifel/Kall – Die Gemeinde Kall soll als erste Kommune im Kreis Euskirchen mit dem „European Energy Award“ (EEA) in Silber ausgezeichnet werden. Damit gehören die Kaller zu den rund 25 Prozent der deutschen Kommunen, die als europaweites Vorbild für eine nachhaltige Energiepolitik und somit die Energiewende gelten. „Wir nehmen seit 2012 am Prozess zur Zertifizierung teil“, berichtet der Kaller Energieberater Tobias Feld. Jetzt, „heute fand die Prüfung durch Ramona Schalek, EEA-Auditorin beim TÜV Rheinland für Energieeffizienz, und Reiner Tippkötter, zertifizierter EEA-Berater, statt.

Der EEA wurde Ende der 90er Jahre in Zusammenarbeit mit Kommunen, Schweizer und Österreichischen Partnern sowie mit Unterstützung der Europäischen Union und Nordrhein-Westfalen entwickelt. Mit ihm wurde ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für kommunale Energieeffizienz und Klimaschutz geschaffen, das lokale Potenziale erkennt und nutzt und die Akteure vor Ort einbindet. Ramona Schalek: „Sowohl die Anstrengungen als auch die Erfolge einer Kommune lassen sich damit neutral messen und vergleichen.“

Ziehen in Sachen Klimaschutz an einem Strang (v.r.): Kämmerer Micheal Heller, ene-Geschäftsführer Markus Böhm, EEA-Berater Reiner Tippkötter, EEA-Auditorin Ramona Schalek, Bürgermeister Herbert Rademacher, Energieberater Tobias Feld, der Erste Beigeordnete Uwe Schmitz und der stellvertretende Fachbereichsleiter Alois Poth. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Ziehen in Sachen Klimaschutz an einem Strang (v.r.): Kämmerer Micheal Heller, ene-Geschäftsführer Markus Böhm, EEA-Berater Reiner Tippkötter, EEA-Auditorin Ramona Schalek, Bürgermeister Herbert Rademacher, Energieberater Tobias Feld, der Erste Beigeordnete Uwe Schmitz und der stellvertretende Fachbereichsleiter Alois Poth. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Aus einem Katalog mit 100 Maßnahmen hatte der EEA-Berater Reiner Tippkötter gemeinsam mit der Kaller Verwaltung ein passgenaues Maßnahmenprogramm aus den Bereichen „Entwicklungsplanung und Raumordnung“, „Kommunale Gebäude und Anlagen“, „Versorgung und Entsorgung“, „Mobilität“, „Interne Organisation“ sowie „Kommunikation und Kooperation“ für die Gemeinde zusammengestellt. Jetzt wurde geprüft, in wieweit diese Maßnahmen umgesetzt wurden, dementsprechend wurden Punkte vergeben. Ab mindestens 50 Prozent der Maximalpunktzahl wird der silberne EEA verliehen, ab mindestens 75 Prozent gibt es Gold.

Die Prüfer bescheinigten der Gemeinde Kall, dass sie den Maßnahmenkatalog in den vergangenen zwei Jahren in vielen Teilen umgesetzt haben. Honoriert wurde dies mit der Empfehlung zum European Energy Award, den NRW-Umweltminister Johannes Remmel als „ein europaweit anerkanntes Zertifikat und Programm für die kommunalen Klimaschutzaktivitäten“ definiert. Im Rahmen einer zentralen Veranstaltung erhält die Kommune im kommenden Jahr das Zertifikat und ein Ortseingangsschild, dass Kall als „European- Energy-Award-Kommune“ ausweist. Die Erfahrung anderer Kommunen habe zudem gezeigt, so Tobias Feld, dass dieses anerkannte Zertifikat durchaus auch als Türöffner dienen könne, wenn es darum geht, künftig Landes-, Bundes- oder EU-Fördermittel nach Kall zu holen.

Der Audit-Bericht mündete in die Empfehlung der Prüfer, die Gemeinde Kall mit dem European Energy Award auszuzeichnen. Es unterschrieben Bürgermeister Herbert Radermacher (vorne, v.r.), Ramona Schalek, EEA-Auditorin beim TÜV Rheinland für Energieeffizienz, und Reiner Tippkötter, zertifizierter EEA-Berater. Energieberater Tobias Feld begleitet den Prozess. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Der Audit-Bericht mündete in die Empfehlung der Prüfer, die Gemeinde Kall mit dem European Energy Award auszuzeichnen. Es unterschrieben Bürgermeister Herbert Radermacher (vorne, v.r.), Ramona Schalek, EEA-Auditorin beim TÜV Rheinland für Energieeffizienz, und Reiner Tippkötter, zertifizierter EEA-Berater. Energieberater Tobias Feld begleitet den Prozess. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

„Dank der Initiative unseres Energieberaters Tobias Feld, und später dem Mittun Aller, konnten wir so unsere Aktivitäten verstetigen und in nur zwei Jahren einen großen Schritt in Richtung klimafreundliche Kommune machen“, so Bürgermeister Herbert Radermacher. Nicht zu vergessen sei dabei auch die ehrenamtliche Arbeit des Kaller „Energieteams“, die hervorragend mit dem EEA-Prozess korrespondiere. Das Energieteam ist eine offene Gruppe von Bürgern, die ehrenamtlich daran arbeitet, die in der Energieleitlinie der Gemeinde Kall zusammengefassten Projekte umzusetzen.

„In Kall wurde eine Plattform geschaffen, den Klimaschutz ganzheitlich zu betrachten“, lobte Ramona Schalek vom TÜV Rheinland, „und zwar in enger Zusammenarbeit der Ehrenamtler, der Verwaltung, des Energieversorgers, der Wirtschaft sowie anderen Einrichtungen vor Ort.“ Das sei für eine so kleine Kommune wie Kall außergewöhnlich, betonte auch EEA-Berater Tippkötter.

Die Energieleitlinie war der Grundstein der Kaller in Sachen langfristig geplanter Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Sie wurde 2010 in Zusammenarbeit mit der energie nordeifel (ene) entwickelt. Neben einer ersten Bestandsaufnahme enthält die Energieleitlinie konkrete Maßnahmen und Vorgaben. Eines der erklärten Ziele: Die Senkung der CO2-Emission um insgesamt 20 Prozent von 2009 bis 2020. Für die ene erläuterte Geschäftsführer Markus Böhm: „Das besondere hier in Kall ist, dass der Klimaschutz – nicht zuletzt auch im Rahmen des EEA-Prozesses – zielgerichtet und strukturiert angegangen wird.“ Die Punkte aus dem Maßnahmenkatalog, so Böhm, würden systematisch abgearbeitet.

Als nächster Schritt wurde 2012 auf der Basis dieser Leitlinie und in Kooperation mit dem Kreis Euskirchen ein umfassendes Klimaschutzkonzept erarbeitet. Es besteht im Wesentlichen aus zwei wichtigen Bausteinen: Zum einen der CO2-Bilanz, die nun erstmals auch dokumentiert, was genau 20 Prozent CO2-Einsparung für Kall bedeutet. Zum anderen bietet das Konzept einen Maßnahmenkatalog, etwa im Hinblick auf regenerative Energien, die Energieberatung von Wohneigentümern, die Mobilität, die Straßenbeleuchtung und den jährlichen Energiebericht. Auch die Teilnahme am European Energy Award ist eine der im Klimaschutzkonzept vereinbarten Maßnahmen.

Denn, so erklärt Tobias Feld: „Das Klimaschutzkonzept ist wichtig. Aber es ist abgeschlossen.“ Der EEA mit seiner begleitenden Beratung hingegen sei auf die Zukunft ausgerichtet und langfristig angelegt. Das entspricht den Bestrebungen der Kaller Verwaltung, wie auch Bürgermeister Herbert Radermacher betont: „Der heutige Tag ist ein großer Erfolg, auf dem wir uns aber nicht ausruhen werden.“ Vielmehr gelte es jetzt weiter an der Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen zu arbeiten. „Unser nächstes Ziel ist der European Energy Award in Gold“, so Herbert Radermacher.

pp/Agentur ProfiPress

Hintergrundinfo:

Der European Energy Award (EEA) steht europaweit für ausgezeichneten Klimaschutz – und einen für jede Kommune maßgeschneiderten Weg dorthin. Mittlerweile nehmen mehr als 1.200 Kommunen in zwölf Ländern am EEA teil, mehr als 640 Kommunen wurden ausgezeichnet. Umweltminister Remmel: „Die teilnehmenden nordrhein-westfälischen Städte und Gemeinden beweisen, dass die Umsetzung der Energiewende in unserem Bundesland pulsiert.“

Der EEA ist ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für kommunale Energieeffizienz und Klimaschutz, das lokale Potenziale erkennt und nutzt. Dabei werden die Akteure vor Ort eingebunden. Sowohl die Anstrengungen als auch die Erfolge einer Kommune lassen sich damit neutral messen und vergleichen. Infos: www.european-energy-award.de

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