3. Juli 2014

Für Umwelt und bürgerschaftliches Engagement

Eifelgemeinde weitet Bürgerbeteiligung an Solaranlagen aus – Energiegenossenschaft ist länderübergreifend in NRW- und RLP-Eifel aktiv – Vertragsunterzeichnung für weitere Dachflächen – Strompreis für Kommune auf 20 Jahre festgeschrieben – Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Nordeifel/ Kall – Bereits vor einigen Jahren hat die Gemeinde Kall im Kreis Euskirchen in Sachen Photovoltaik und Bürgerbeteiligung innovative Wege eingeschlagen und damit eine Vorreiterrolle auch über die Region hinaus eingenommen.

Die Idee geht zurück auf eine Anregung des Kaller „Energieteams“, in dem sich Bürger ehrenamtlich engagieren, um gemeinsam mit der Verwaltung die Energieleitlinie für Kall umzusetzen. „Wir überlassen regional ansässigen Energieunternehmen geeignete Dachflächen“, erläutert Tobias Feld, der Energieberater der Gemeinde und Koordinator des Energieteams. Auf diesen Flächen wird Solarenergie produziert, mit der zunächst der Energiebedarf der kommunalen Gebäude selbst gedeckt wird – der Rest wird gewinnbringend ins Netz eingespeist.

Setzen sich gemeinsam ein für den Ausbau von regenerativen Energien in Kall (v.r.): Der kommunale Energieberater Tobias Feld, Klaus Friedrichs und Klaus Pütz von der NEN GmbH sowie Johannes Pinn von der Energiegenossenschaft „eegon“. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Setzen sich gemeinsam ein für den Ausbau von regenerativen Energien in Kall (v.r.): Der kommunale Energieberater Tobias Feld, Klaus Friedrichs und Klaus Pütz von der NEN GmbH sowie Johannes Pinn von der Energiegenossenschaft „eegon“. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Davon profitieren beide Seiten: Die beiden beteiligten Energieanbieter, nämlich die „Neue Energie Nordeifel GmbH“ (ENE) mit Sitz in Schleiden und die in Wiesbaum (Landkreis Vulkaneifel) ansässige „Eifel Energiegenossenschaft“ (eegon) dürfen die Dachflächen der Kaller Grundschule sowie des Keldenicher Kindergartens pachtfrei nutzen, dafür verkaufen sie den Strom an die Kommune zu einem auf 20 Jahre festgelegten Preis. „Das wird sich für die Gemeinde über die Jahre deutlich auszahlen“, so Tobias Feld.

Das Besondere dabei: Die „eegon“ und die „NEN“ bieten Bürgern die Möglichkeit, sich mit Anteilen ab 500 Euro zu beteiligen und so selbst Produzenten von Solarstrom zu werden – aus der Region für die Region. „Wir freuen uns, dass wir so auch speziell für Kaller Bürger Anreize schaffen können, sich im Bereich regenerative Energien zu engagieren“, so der Erste Beigeordnete Uwe Schmitz im Rahmen einer Vertragsunterzeichnung. Ein wichtiger Aspekt sei zudem, dass es sich um ein örtliches Projekt handelt, dessen Wertschöpfung ebenfalls in der Region bleibe. „Und natürlich die Tatsache, dass wir den Ökostrom für kommunale Gebäude nutzen und so Kalls CO2-Bilanz positiv beeinflussen können“, so Schmitz.

Bei der Vertragsunterzeichnung im Kaller Rathaus (v.r.): Der Erste Beigeordnete Uwe Schmitz,  Johannes Pinn von der Energiegenossenschaft  „eegon“, der Kaller Energieberater Tobias Feld sowie Klaus Friedrich und Klaus Pütz von der NEN GmbH. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Bei der Vertragsunterzeichnung im Kaller Rathaus (v.r.): Der Erste Beigeordnete Uwe Schmitz, Johannes Pinn von der Energiegenossenschaft „eegon“, der Kaller Energieberater Tobias Feld sowie Klaus Friedrich und Klaus Pütz von der NEN GmbH. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Im Kaller Rathaus unterzeichneten Klaus Friedrich und Klaus Pütz von der „NEN“ für die Nutzung des Kindergartendachs und Johannes Pinn aus dem Vorstand der „eegon“ für die Dachfläche auf der Grundschule Kall. „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit“, so Klaus Friedrichs und erklärt: „Für den Ausbau der erneuerbaren Energien sind wir immer auf der Suche nach neuen Dachflächen, die wir nutzen können.“ Für die „eegon“ betonte Johannes Pinn: „Unser erklärtes Ziel ist es, dass Gewinne aus regenerativen Energien einer möglichst breiten Bürgerschaft aus der Region zugutekommen.“ Die Eifel Energiegenossenschaft ist grenzübergreifend in der nordrhein-westfälischen wie rheinland-pfälzischen Eifel aktiv. „Wir hoffen“, so Uwe Schmitz abschließend, „dass wir als Kommune mit unserem Engagement noch mehr Menschen für das Thema regenerative Energien sensibilisieren können.“

Auf Dachflächen der Gemeinde Kall wurden mittlerweile zehn Photovoltaik-Anlagen installiert. Sie verfügen insgesamt über eine Leistung von über einem halben Megawatt (rund 560 kW) und produzieren an die 500.000 Kilowattstunden pro Jahr. Zur Einordnung: Damit könnten weit über 1000 Haushalte versorgt werden. Zudem werden über 300 Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr eingespart.

Anteile an Solarprojekten sind bei der Eifel Energiegenossenschaft ab 500 Euro und bei der Neue Energie Nordeifel GmbH ab 1000 Euro zu haben. Die – da ertragsabhängig natürlich nicht garantierte – Rendite betrug in den vergangenen Jahren bei beiden rund vier Prozent.

Interessierte können sich direkt an die eegon, Tel. 06593/ 9123 oder Mobil 0170/ 288 57 15, www.eegon.de sowie an die NEN, Tel. 02444/ 91 11 75 oder Tel. 02441/ 77 65 56, www.wnv-info.de wenden.

pp/Agentur ProfiPress

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