9. August 2022

“Die Wohnzimmer des rheinischen Reviers”

© W. Andres / Kreisverwaltung Euskirchen

Von der Biennale Venedig ins Kreishaus Euskirchen: Ausstellung über „Dritte Orte“ zum immateriellen Kulturerbe im Rheinischen Revier eröffnet

Von Venedig nach Euskirchen: Die Ausstellung „Derive. Umherschweifen im Rheinischen Revier“ wird aktuell im Kreishaus präsentiert. Architektur-Studierende der RWTH Aachen zeigen hier einen Atlas verschiedenster immaterieller Kulturformen im Rheinischen Revier. Zuvor war die Ausstellung ein halbes Jahr auf der 17. Architektur Biennale in Venedig zu sehen.

„Der heutige Kreis Euskirchen darf sich mit seinen zwei ehemaligen Tagebauen bei Zülpich als erfolgreicher Vorbote für die noch anstehenden Maßnahmen im Rheinischen Revier bezeichnen“, sagte Leo Wolter als 1. stellvertretender Landrat zur Ausstellungseröffnung. Aus den beiden Tagebau-Restlöchern entstanden der Neffelsee und der Wassersportsee, der 2014 im Rahmen der Landesgartenschau in das heutige Seeparkgelände integriert wurde. „Im Kreis Euskirchen bzw. in Zülpich wurde im Kleinen das schon umgesetzt, was jetzt im Großen im Rheinischen Revier ansteht – nämlich der Strukturwandel weg vom Tagebau hin zu einer modernen und einladenden Freizeit- und Dienstleistungsregion“, so Leo Wolter.

Leo Wolter, der 1. stv. Landrat eröffnete jetzt die Ausstellung „Derive. Umherschweifen im Rheinischen Revier“. Professorin Christa Reichert und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Laura von Hoegen erläuterten den Gästen die Hintergründe der Ausstellung.

Die Studierenden der RWTH Aachen haben in ihrem Projekt nicht nur den Kreis Euskirchen, sondern das gesamte Rheinische Revier analysiert und dabei die sogenannten „Dritten Orte“ ins Visier genommen. Als „Erster Ort“ wird das Zuhause bezeichnet, der „Zweite Ort“ ist die Arbeitsstätte und als „Dritte Orte“ gelten die „Wohlfühlbereiche“, wo man seine Freizeit verbringt und z.B. seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten nachgeht. „Das sind ganz wichtige und zentrale Bereiche, die einen hohen Stellenwert für die Lebensqualität der Menschen haben“, sagte Professorin Christa Reichert bei der Ausstellungseröffnung. Herausgekommen sind grafisch ansprechende Karten, die das Karnevalswesen, die Schützenvereine, die Feuerwehren, die Kleingartenvereine und weitere Bereiche umfassend und sehr detailliert darstellen.

Um diese Schauplätze – die „Wohnzimmer des Rheinischen Reviers“ –  in ein neues Bild der Region einzubringen, wurden die großformatigen Karten allesamt individuell illustriert. Dabei kommen wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der „Umsiedelbarkeit“ solcher identitätsstiftender Orte zum Ausdruck. Je nach Kulturform und Region lassen sich in den Karten prägende Muster ablesen, die teilweise auch durch Wechselwirkungen der Kulturformen untereinander entstehen. „Wir sind froh, mit unseren Studierenden gemeinsam dieses Potential der Region getreu dem Motto ‚Wie werden wir in Zukunft zusammenleben?‘ hier in Euskirchen zu zeigen“, sagte Professorin Christa Reichert.

Hintergrundinformationen:

Entstanden ist der Atlas in der Zusammenarbeit von 24 Studierenden aus den Master-Studiengängen Architektur | Stadtplanung | TCR im Forschungsfeld „derive – Umherschweifen im Rheinischen Revier“ unter der Leitung von Marie Enders, in Anlehnung an die Arbeiten des Revierknoten Raums, mit dem Vorsitz von Prof. Christa Reicher, der Zukunftsagentur Rheinisches Revier. Die Ausstellung im Foyer des Kreishauses Euskirchen ist bis zum 31. August zu den Öffnungszeiten der Kreisverwaltung zu sehen.

Eine sehenswerte Ausstellung über „Dritte Orte“ im Rheinischen Revier ist derzeit in der Kreisverwaltung Euskirchen zu sehen. Zuvor waren die Arbeiten der Architektur-Studierenden auf der Biennale in Venedig gezeigt worden.

Kontakt und weitere Informationen:

Wolfgang Andres
Pressesprecher der Kreisverwaltung Euskirchen
Jülicher Ring 32, 53879 Euskirchen
E-Mail: wolfgang.andres@kreis-euskirchen.de

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Autor(in)

Stephan Kohler

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