2. Juli 2018

Porsche brennt neue Bestmarke in den Nordschleifen-Asphalt

Der Porsche 956 C (links)

  • Timo Bernhard umrundet Nordschleife in 5:19.546 Minuten
  • Porsche 919 Hybrid Evo als Weiterentwicklung des Le-Mans-Prototypen
  • Erinnerung an Stefan Bellof und den legendären Porsche 956 C

Nürburg. Als Timo Bernhard im Porsche 919 Hybrid Evo die Start- und Ziellinie der Nordschleife überquerte, brach der Jubel an der sogenannten „T13“ aus: Gerade mal 5:19.546 Minuten hatte der zweimalige Le-Mans-Sieger und amtierende Langstreckenweltmeister für die 20,832 Kilometer lange „Grüne Hölle“ benötigt und so eine neue Bestzeit in den Asphalt gebrannt. Da der 919er Prototyp in keiner Rennserie mehr fährt, konnten die Entwickler ohne Rücksicht auf ein Reglement das Potenzial des Rennboliden voll und ganz ausschöpfen. Mit dem 1160 PS starken Evo wurde so die unvergessene Rekordzeit von Stefan Bellof aus dem Jahr 1983 unterboten.

Timo Bernhard fuhr im Porsche 919 Hybrid Evo den neuen Rekord auf der Nordschleife. Die Uhr blieb bei 5:19.546 Minuten stehen.Foto: Porsche

35 Jahre lang war der Streckenrekord von Bellof, der im Rahmen des 1000-Kilometer-Rennens 1983 aufgestellt wurde, das Maß aller Dinge – auch weiterhin haben Fahrer und Zeit eine Ausnahmestellung in der Nürburgring-Historie. Am Freitag, 29. Juni wurde die Geschichte der „Grünen Hölle“ um eine Legende reicher. „Es ist ein unglaublich emotionaler Tag. Es war so besonders, überhaupt mit dem 919 Evo auf der Nordschleife zu fahren und dann auch noch diesen Rekord zu schaffen“, freute sich Porsche-Fahrer Timo Bernhard, der die „große Verantwortung“, wie er nachher sagte, hinter dem Lenkrad trug. Gleichzeitig zollte er dem Ausnahmetalent Stefan Bellof, der damals in einem Porsche 956 auf der Nordschleife unterwegs war, höchsten Respekt. „Seine einzigartige Runde von 1983 und seine damals gefahrene Zeit wird für immer in den Geschichtsbüchern stehen. Für mich war es eine große Ehre, bei diesem Projekt dabei sein zu dürfen.“

 

 

 

 

PDer Porsche 956 C (links), mit dem Stefan Bellof 1983 den Nordschleifen-Rekord im Rahmen des 1000-Kilometer-Rennens fuhr und der Porsche 919 Hybrid Evo, mit dem Timo Bernhard den 35 Jahre alten Rekord unterbot. ©Foto: Porsche

Richtige Balance zwischen Attacke und Zurückhaltung
Großen Anteil am Erfolg hat dabei ebenfalls das Entwicklungsteam von Porsche, das den erfolgreichen Prototypen „ohne Reglement-Fesseln“ auf diese Rekordfahrt vorbereiten durfte. „Als Rennmannschaft suchen wir ständig nach Herausforderungen, die Auto, Fahrer und Team am Limit operieren lassen. So eine Challenge haben wir im Bezwingen der Grünen Hölle definitiv gefunden. Glückwunsch an Timo zu seiner sensationellen Fahrt. Es galt, zu jedem Zeitpunkt die richtige Balance zwischen Attacke und Zurückhaltung auf dieser Rennstrecke zu finden. Sicherheit hatte oberste Priorität. In diesem Zusammenhang möchte ich auch dem Nürburgring-Team danken. Porsche pflegt eine gewachsene und innige Beziehung zum Ring. Ohne die hochprofessionelle Unterstützung der Rennstrecke könnten wir hier keine Rekordfahrten unternehmen”, erklärte Porsche LMP-Teamchef Andreas Seidl. Dabei verweist er auch auf den notwendigen „Respekt vor der Strecke“, der bei den Vorbereitungen eine wichtige Rolle gespielt hat.

Basis für die Vorbereitung des Rekordwagens 919 Evo war der siegreiche 2017er Rennwagen der WEC-Langstrecken-Weltmeisterschaft. Ergänzt wurden Entwicklungen, die bereits für die 2018er Saison stattgefunden hatten, aber nach dem Ausstieg aus der WEC Ende 2017 brach lagen sowie spezifische aerodynamische Modifikationen, die für die Rekordfahrt über 50 Prozent mehr Abtrieb im Vergleich zum WEC Modell lieferten. In der Spitzengeschwindigkeit konnte der nur 849 Kilogramm schwere und 1160 PS starke Porsche 369,4 km/h aufweisen. Nach einer Runde Nordschleife stand so eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 233,8 km/h zu Buche.

„Nach 35 Jahren hat Porsche den eigenen Rekord von 1983 gebrochen. Timo Bernhard, Stefan Bellof und die Porsche Prototypen haben einen festen Platz in der Nürburgring Geschichte“, erklärte Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort. „Ich bin froh, dass wir mit unserer über 90 Jahre bestehenden Rennstrecke beweisen konnten, wie gut die Instandsetzungsmaßnahmen, die permanente Erhöhung der Sicherheit und der Erhalt des einzigartigen Charakters ineinandergreifen. Nur durch diesen Einklang der Maßnahmen kann ein modernes Hochleistungsfahrzeug auf dem historischen Asphalt Gas geben und die Menschen weltweit faszinieren.“

Stefan Bellof – Legende im Motorsport Erlebnismuseum ring°werk erlebbar
Wer nach der neu gesetzten Bestzeit die Legende des Nordschleifen-Rekordes von 1983 noch einmal erleben möchte, kann dies nach wie vor im Motorsport-Erlebnismuseum ring°werk tun. Die Dauerausstellung, die 2013 zum 30-jährigen Jubiläum der Bellof-Zeit im Rahmen eines „Tributes“ eröffnet wurde, ist hier nach wie vor inklusive zahlreicher Ausstellungsstücke zur Rennfahrerlegende, zu sehen. Bellof fuhr damals die Nordschleife als Erster mit einem Schnitt von über 200 km/h und setzte die legendäre Bestmarke von 6:11.13 beim Zeittraining zum 1.000-km-Rennen 1983.

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