28. September 2017

Konjunkturumfrage Kreis Euskirchen: Die Lage bleibt auf hohem Niveau

Zur guten wirtschaftlichen Entwicklung in der Region Aachen leistet der Kreis Euskirchen auch im Herbst seinen Beitrag. Die positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen haben sich in den zu-rückliegenden Monaten kaum verändert. Das ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, an der sich rund 300 Unternehmen mit insgesamt rund 30.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Die Lage der Betriebe ist im Vergleich zur vorangegangenen IHK-Befragung im Frühling nahezu unverändert gut. Aktuell beurteilt die Hälfte aller Befragten die derzeitige Situation positiv, für nur etwa jedes zehnte Unternehmen ist sie negativ. Das zeigt sich auch bei der Ertragslage: Bei annähernd jedem dritten Betrieb hat sie sich verbessert, bei jedem Fünften sind die Erträge rückläufig.
Im Kreis Euskirchen sind vier von zehn Unternehmen mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden, nur sieben Prozent sind unzufrieden.

Ein Viertel der Betriebe hat für die kommenden Monate positive Geschäftsaussichten, jeder achte Befragte rechnet mit einem ungünstigen Verlauf. Im Kreis Euskirchen sind die Erwartungen noch zurückhaltender: zwölf Prozent gehen von einer günstigen Entwicklung aus, ebenso viele von einer ungünstigen. Damit sind die Erwartungen in der Region Aachen gegenüber der Frühjahresumfrage erstmals seit dem Frühjahr 2016 wieder zurückgegangen. Einen Einbruch der Konjunktur erwarten die Unternehmen aller-dings nicht. „Zum einen rechnen die Betriebe mit positiven Impulsen vom Exportgeschäft, zum anderen haben sich sowohl die Investitionsabsichten als auch die Beschäftigungsplanungen der Befragten seit dem Frühjahr nochmals verbessert und erreichen Höchstwerte für das laufende Jahr“, erklärt Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. „Unter diesen guten Voraussetzungen benötigen die Betriebe vor allem eines: qualifizierte Mitarbeiter.“

Der Fachkräftemangel wird der Umfrage zufolge ein immer stärke-res Problem für die gesamte Wirtschaft. Sechs von zehn Unternehmen sehen dies als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. Die Hälfte aller antwortenden Betriebe kann derzeit offene Stellen längerfristig nicht besetzen, und fast jedes vierte Unternehmen fand im Verlauf des bisherigen Jahres für ihre angebotenen Plätze keine Auszubildenden. „In den meisten Fällen, weil sich keine qualifizierten Kandidaten beworben haben“, erklärt Bayer.

Die Erwartungen der Unternehmen an die künftige Bundesregierung konzentrieren sich daher überwiegend auf den Bereich „Bildung und Fachkräftesicherung“ (69 Prozent). Daneben haben vor allem die Themen „Bürokratieabbau“ (53 Prozent) und „Verkehrsinfrastruktur“ (38 Prozent) eine besondere Relevanz für die Be-triebe. Die Konsolidierung des Haushalts oder der Abschluss neuer Freihandelsabkommen spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

Industrie berichtet von guter Lage
Die guten Geschäfte in der Industrie haben sich seit dem Frühjahr kaum verändert. Jeder zweite Betrieb meldet eine positive Geschäftslage, jedes siebte Unternehmen ist unzufrieden. Bei annähernd der Hälfte der Befragten sind die Umsätze in den vergangenen sechs Monaten gestiegen, bei fast einem Viertel sind sie gesunken. Die Auslastung der Produktionskapazitäten hat sich seit dem Frühjahr nicht verändert und bleibt stabil bei 82 Prozent. Sie liegt damit weiter über dem langjährigen Durchschnittswert von 80,1 Prozent.

Dienstleister melden gute Geschäfte
Nach dem Spitzenwert der vergangenen fünf Jahre im Frühjahr 2017 hat sich die Geschäftslage im Dienstleistungssektor leicht verschlechtert, bleibt aber auf einem sehr hohen Niveau. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen meldet gute Geschäfte, jeder zehnte Betrieb ist unzufrieden. Insbesondere die Umsätze haben sich in den zurückliegenden Monaten positiv entwickelt. Jeder zweite Betrieb gibt an, dass die Umsätze gestiegen sind, bei jedem fünf-ten Unternehmen haben sie sich verringert.
Gute Lage im Handel mit rückläufiger Tendenz

Die Mehrheit der Händler ist aktuell mit der Geschäftslage zufrieden, allerdings deutlich weniger als zuletzt. Ein Drittel aller Unter-nehmen berichtet von guten Geschäften, nur sieben Prozent sind unzufrieden. Im Großhandel beurteilen vier von zehn Betrieben ihre Lage positiv; kein Unternehmen bewertet sie negativ. Auch im Einzelhandel hat sich die Lagebeurteilung verschlechtert, ist aber immer noch im positiven Bereich. Ein Drittel der Betriebe bezeichnet ihre aktuelle Situation als gut, jeder zehnte Betrieb als schlecht.

Bau meldet erneut Rekordwerte
Die gute Konjunktur im Baugewerbe setzt sich fort. Nachdem im vergangenen Frühjahr bereits ein neues Allzeit-Hoch erreicht wurde, hat sich die Geschäftslage noch einmal deutlich verbessert. Drei Viertel aller Bauunternehmen sind mit ihrer aktuellen Lage zufrieden, kein Betrieb ist unzufrieden.

Export weiter auf Wachstumskurs
Das Auslandsgeschäft hat sich in der Industrie in den zurückliegenden Monaten leicht verbessert. Vier von zehn Unternehmen melden gestiegene Exportumsätze, bei jedem fünften Betrieb sind sie zurückgegangen. Die Auftragseingänge haben dabei nur noch eine geringfügig ansteigende Tendenz. Jeder fünfte Befragte be-richtet von einer gestiegenen Auftragsnachfrage aus dem Aus-land, etwas weniger berichten von einem Rückgang. Die Erwartungen an das Auslandsgeschäft bleiben dennoch auf einem ho-hen Niveau. Drei von zehn Industriebetrieben gehen von einer positiven Exportentwicklung aus, jeder neunte Betrieb rechnet mit einer rückläufigen Nachfrage.

Unternehmen melden gestiegene Erträge
Die Ertragslage der Unternehmen im IHK-Bezirk Aachen bleibt weiterhin gut. Drei von zehn Betrieben berichten, dass die Erträge in den zurückliegenden Monaten gestiegen sind, bei einem Fünftel sind sie gesunken.

Positiver Trend am Arbeitsmarkt setzt sich fort
Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Mehr als ein Viertel aller Betriebe möchte in den kommenden Monaten Personal einstellen, jedes siebte Unternehmen geht hingegen von einem Rückgang aus. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote im Kammerbezirk Aachen bei 6,9 Prozent, im Kreis Euskirchen sogar nur bei 5,5 Prozent. In Nordrhein-Westfalen beträgt die Quote 7,5 Prozent, auf Bundes-ebene 5,7 Prozent.

Der aktuelle Konjunkturbericht ist auf der Internetseite der IHK Aachen unter www.aachen.ihk.de/konjunkturbericht zu finden.

Konjunktur 2007

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschäftslage und -erwartung in den Teilregionen

Städteregion Aachen: Stadt Aachen
Die Lage der Unternehmen in der Stadt Aachen bleibt auf einem hohen Niveau. 59 Prozent aller Betriebe bewerten sie als gut, nur zehn Prozent sind unzufrieden. Vor allem im Baugewerbe (Saldo: +100) und bei den Dienstleistern (Saldo: +62) ist die Situation besonders gut. Auch die Geschäftsaussichten sind positiv. 30 Prozent der Unternehmen gehen von einer Verbesserung der Geschäfte aus, acht Prozent von einer Verschlechterung. Die besten Aussichten haben die Dienstleister (Saldo: +34) und der Einzelhandel (Saldo: +32).

Übrige Städteregion Aachen
Im ehemaligen Kreis Aachen melden 55 Prozent der Betriebe gute Geschäfte, nur sechs Prozent sind unzufrieden. Am besten ist die Situation im Baugewerbe (Saldo: +70) und beim Großhandel (Saldo: +65). Aber auch in der Industrie ist die Lage sehr gut (Saldo: +50). Die Mehrheit der Unternehmen erwartet eine weitere Verbesserung des Geschäfts: 24 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer positiven Entwicklung, acht Prozent mit einer negativen. Am zuversichtlichsten sind das Baugewerbe (Saldo: +30) und die Dienstleister (Saldo: +21).

Kreis Düren
Im Kreis Düren bewerten 45 Prozent aller Betriebe ihre aktuelle Situation als gut, 15 Prozent bezeichnen sie als schlecht. Über-durchschnittlich ist die Lage im Baugewerbe (Saldo: +67), im Großhandel (Saldo: +43) und bei den Dienstleistern (Saldo: +39). Die Aussichten haben sich eingetrübt, bleiben aber überwiegend positiv: 25 Prozent der Unternehmen gehen von besseren Ge-schäften aus, 21 Prozent von schlechteren. Besonders hoch sind die Erwartungen im Baugewerbe (Saldo: +27) und bei den Dienstleistern (Saldo: +9).

Kreis Euskirchen
Die Unternehmen im Kreis Euskirchen berichten weiterhin von guten Geschäften: 39 Prozent der Betriebe sind zufrieden, nur sieben Prozent sind es nicht. Mehrheitlich gute Geschäfte melden die Industrie (Saldo: +39) und die Dienstleister (Saldo: +38). Eine Veränderung der Lage erwarten die Unternehmen allerdings nicht: Zwölf Prozent der Betriebe rechnen mit einer Verbesserung, ebenso viele mit einer Verschlechterung der Geschäfte. Alle Be-reiche verzeichnen dabei ausgeglichene Salden, ausgenommen der Großhandel (Saldo: -17).

Kreis Heinsberg
Die Lage der Betriebe im Kreis Heinsberg ist erneut positiv: 45 Prozent der Befragten bezeichnen ihre Lage als gut, 15 Prozent als schlecht. Gut geht es vor allem dem Baugewerbe (Saldo: +100), dem Großhandel (Saldo: +50) und dem Einzelhandel (Sal-do: +47). Gleichzeitig erwartet die überwiegende Zahl der Unter-nehmen eine positive Entwicklung: 27 Prozent rechnen mit besse-ren Geschäften, 13 Prozent mit schlechteren. Besonders hoch sind die Erwartungen in der Industrie (Saldo: +19) und bei den Dienstleistern (Saldo: +19).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bei Rückfragen: Fritz Rötting M.A., Tel.: 0241 4460-231
E-Mail: dienst@aachen.ihk.de

 

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