24. Oktober 2015

Konjunkturumfrage Handwerkskammer Aachen

Geschäftsentwicklung im Handwerk auf Rekordniveau

Aachen. „Es herrscht geradezu Champagnerstimmung in unserem Kammerbezirk, wie zu Zeiten der Wiedervereinigung. Die Geschäfte liefen für die große Mehrheit unserer Mitgliedsbetriebe bereits ziemlich gut. Dass es im Sommerhalbjahr nochmals einen so kräftigen Konjunkturschub geben würde, haben die meisten nicht erwartet“, sagt  Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, mit Blick auf die Ergebnisse von deren aktueller Herbstumfrage, die jetzt vorgestellt wurden. 91 Prozent machten gute Geschäfte: 43 Prozent bewerten sie mit „gut“ und weitere 48 mit „befriedigend“. Im Frühjahr hatten nur 83 Prozent der Unternehmen erwartet, dass es im Sommer so gut für sie laufen würde.

Mit diesem Konjunkturschub im Rücken gehen 83 Prozent der Meisterbetriebe zwischen Selfkant und Weilerswist mit Optimismus ins Winterhalbjahr. Die große Mehrheit dieser Gruppe (72 Prozent) ist überzeugt, dass es auf gleichem Niveau weitergehen wird, und 11 Prozent sehen sogar noch Luft nach oben. Die binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie die niedrigen Hypothekenzinsen, die geringe Inflation und die hohe Konsum- und Investitionsbereitschaft sind nach wie vor der Treibstoff für die hervorragende Geschäftsentwicklung. Damit die Nachfrage bewältigt werden kann, sind viele Betriebe offen für die in Deutschland Asyl suchenden Menschen aus dem Nahen Osten. „Das Handwerk hat eine große Integrationskraft. Das hat es in der Vergangenheit schon bewiesen und die Kammer wird es dabei unterstützen“, ist Peter Deckers überzeugt.

Der Auftragsbestand hat sich nach der Frühjahrsdelle um sieben Punkte auf 80 Prozent verbessert: Knapp jeder vierte Betrieb meldet ein Auftragsplus und bei 56 Prozent ist die Nachfrage gleich hoch geblieben. Die Auftragsreichweiten decken im Durchschnitt 6 Wochen ab (+0,4 Wochen zur Frühjahrsumfrage). Im Bauhaupt- und im Ausbaugewerbe liegen sie mit 8,5 beziehungsweise 7,6  Wochen und bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf mit 7,7 Wochen deutlich darüber. Der Gesamtumsatz hat von der positiven Auftragsentwicklung profitiert. Drei Viertel der Fachbetriebe haben bessere oder gleich hohe Umsätze eingefahren. Aufgrund der absehbaren Auftragseingänge und der guten Konsumlaune steigt der Anteil zuversichtlich gestimmter Chefs nochmals kräftig um fünf Punkte auf 80 Prozent an.

Die Verkaufspreise für Produkte und Dienstleistungen des Handwerks sind mehrheitlich stabil geblieben. 25 Prozent der Unternehmen konnten höhere Preise durchsetzen. Nur noch sieben Prozent mussten Preisnachlässe gewähren. Für das kommende Halbjahr wird die Situation ähnlich eingeschätzt. Die Investitionsbereitschaft hat in den vergangenen sechs Monaten merklich zugenommen. Es wurde mehr Geld in Maschinen, Gebäude und Ausrüstung gesteckt. Ein klares Zeichen für das Zukunftsvertrauen des Handwerks. Das Beschäftigungsklima im Handwerk ist nach wie vor bestens und hat sich nochmals um zwei Punkte auf 86 Prozent verbessert. 68 Prozent der Unternehmen behielten ihre Teamstärken bei und 18 Prozent stellten neue Fachkräfte ein.

Blick auf die Branchen
Das Bauhauptgewerbe steht bildlich gesprochen unter Volldampf und hat an die hervorragende Entwicklung aus Herbst 2014 anschließen können. Im Schnitt liegt die Auslastung bei 93,3 Prozent. Im Ausbaugewerbe ist die Stimmung wie zu Zeiten der Wiedervereinigung: 97 Prozent bewerten ihren Geschäftsverlauf mit „gut“ oder mit „befriedigend“. Bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf hat sich der etwas verhaltenere Geschäftsverlauf des Frühjahrs fortgesetzt. Es melden lediglich 77 Prozent eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage. Die Geschäftsentwicklung im Kfz-Gewerbe hat deutlich an Fahrt gewonnen. Für das abgelaufene Sommerhalbjahr meldet mit 90 Prozent ein außergewöhnlich hoher Anteil der Fachbetriebe, gute oder zufriedenstellende Geschäfte mit dem Verkauf und der Reparatur gemacht zu haben. Für das Nahrungsmittelgewerbe ist das Sommerhalbjahr schwächer gelaufen als im Vorjahr. Trotzdem bewertet mit 80 Prozent die große Mehrheit ihre Geschäfte mit „gut“ oder „befriedigend“. Bei den Meisterbetrieben im Gesundheitsgewerbe hat sich die Geschäftsbewertung mit 97 Prozent auf einen bisher noch nie gemeldeten Anteil an positiven Einschätzungen erhöht. Die Lage der personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe hat  sich für 87 Prozent in den vergangenen sechs Monaten positiv entwickelt.

Es profitieren mehr Handwerksbetriebe in der Städteregion Aachen und im Kreis Euskirchen von der hohen Kundennachfrage als in den Kreisen Düren und Heinsberg. Mit 95 Prozent melden außergewöhnlich viele Meisterbetriebe in der Städteregion Aachen und im Kreis Euskirchen, gute oder zufriedenstellende Geschäfte gemacht zu haben. Diese Werte übertreffen sogar noch leicht das Zufriedenheitsniveau zu Zeiten der Wiedervereinigung. In den beiden anderen Kreisen herrscht aktuell mit 87 Prozent für den Kreis Düren und 84 Prozent für den Kreis Heinsberg ebenfalls eine sehr gute Stimmung bei den Fachbetrieben des Handwerks.

Lehrlinge und Fachkräfte
2.262 neue Lehrverträge wurden bis 2014 in die Lehrlingsrolle der Kammer eingetragen. „Aktuell besteht Grund zu der Annahme, dass wir in diesem Jahr einen ähnlichen Stand, wenn nicht sogar ein leichtes Plus bis zum Jahresende erreichen. Denn bis zum 30. September 2015 haben sich bereits 2.154 junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk entschieden und einen Lehrvertrag unterzeichnet, das sind 3,3 Prozent mehr Lehrverträge als im Vorjahresmonat“, so Georg Stoffels, zuständiger Geschäftsführer für Berufsbildung bei der Handwerkskammer. Nach dem starken Rückgang bei den Neuzugängen im letzten Jahr wäre damit der Negativtrend erst einmal gestoppt, hofft der Geschäftsführer.

In der Stellenbörse der Handwerkskammer Aachen und ihrer Tochtergesellschaft QualiTec GmbH sind aktuell 803 freie Stellen für Fachkräfte ausgeschrieben. Die größte Nachfrage besteht nach Sanitär-Heizung-Klimatechnikern (88), Gesellen aus den Elektroberufen (85), Kfz-Mechanikern (69), Tischlern (62) und Friseuren (51).

Anfang Oktober 2015 waren 16.516 Handwerksbetriebe bei der Kammer eingetragen. Das sind 28  beziehungsweise 0,2 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahresherbst. Tendenziell wächst die Zahl der Betriebe – jeweils gemessen an den Eintragungen zum Jahresende, allerdings seit drei Jahren jährlich um weniger als ein Prozent.

Info: Die Konjunkturumfrage mit regionalen Daten und Grafiken im Internet: www.hwk-aachen.de/umfragen.

Quelle: Handwerkskammer Aachen

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