22. Juli 2016

„Tihange und Doel runterfahren!“

Eifeler Bundestagsabgeordneter Detlef Seif macht im Verein mit Aachener und Heinsberger Kollegen weiter Druck gegen belgische Atommeiler – EU-Kommissar Canete sichert Unterstützung zu

Euskirchen/Brüssel/Tihange – Der Einsatz für die Abschaltung der für desolat gehaltenen belgischen Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 geht weiter: Jetzt trafen sich der Eifeler Bundestagsabgeordnete Detlef Seif und seine MdB-Kollegen Helmut Brandt (Aachen Land), Rudolf Henke (Aachen Stadt) und Wilfried Oellers (Heinsberg) in Brüssel mit dem für nukleare Sicherheit zuständigen EU-Kommissar Miguel Arias Canete.

Das Treffen war auf eine Initiative von Seif zustande gekommen. Die Abgeordneten machten Canete und seinem Stab ihre Sorgen im Hinblick auf die belgischen Kernkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 deutlich. Der Kommissar betonte, dass die Nutzung von Kernenergie und die Sicherstellung der Energieversorgung prinzipiell in der Zuständigkeit der Mitgliedstaaten liege. Die aktuelle Rechtslage ließe ein Einschreiten der EU nur in sehr wenigen Fällen zu, insbesondere falls es tatsächlich zu einem akuten Austritt von Radioaktivität käme.

In Brüssel: Wilfried Oellers, Detlef Seif, Miguel Arias Canete, Helmut Brandt und Rudolf Henke (von links). Foto: Büro Seif/pp/Agentur Profi-Press

In Brüssel: Wilfried Oellers, Detlef Seif, Miguel Arias Canete, Helmut Brandt und Rudolf Henke (von links). Foto: Büro Seif/pp/Agentur Profi-Press

Die Abgeordneten rechtfertigten gegenüber dem EU-Kommissar den politischen Druck auf allen Ebenen. Sie solidarisierten sich dabei ausdrücklich und nachdrücklich mit dem Verlangen der Bundesregierung, die Kernkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 bis zur Klärung der offenen Sicherheitsfragen herunterzufahren. Und zwar so lange, bis nachgewiesen ist, dass die Reaktordruckbehälter auch im Falle eines Unfalls die erforderlichen Sicherheitsreserven besitzen.

In einer Pressemitteilung von Detlef Seuif heißt es: „Die deutsche Reaktorsicherheitskommission geht in ihrem Bericht vom 13. April 2016 davon aus, dass aufgrund der Rissbildung an den Druckbehältern nicht gewährleistet ist, dass im Falle eines Unfalls ausreichend Sicherheitsreserven vorhanden sind. Im Klartext: Aus Sicht der Reaktorsicherheitskommission ist es nicht ausgeschlossen, dass die Reaktordruckbehälter bei einem Unfall bersten und radioaktive Strahlung austreten kann.“

Die regionalen CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt, Wilfried Oellers, Detlef Seif und Rudolf Henke (rechte Seite von links nach rechts) im Gespräch mit Miguel Arias Canete, dem EU-Kommissar für Klimaschutz und Energie (linke Seite, Mitte). Foto: Büro Seif/pp/Agentur ProfiPress

Die regionalen CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt, Wilfried Oellers, Detlef Seif und Rudolf Henke (rechte Seite von links nach rechts) im Gespräch mit Miguel Arias Canete, dem EU-Kommissar für Klimaschutz und Energie (linke Seite, Mitte). Foto: Büro Seif/pp/Agentur ProfiPress

Ob die Sicherheitsreserven ausreichend sind, könne erst durch weitere Analysen und experimentelle Untersuchungen ermittelt werden. EU-Kommissar Canete teilte den Abgeordneten mit, dass er insbesondere durch ihre Aktivitäten und ihre Hinweise im früheren Schriftwechsel sensibilisiert sei. Das Thema sei außerordentlich wichtig.

Der Kommissar sicherte Seif und Kollegen zu, die Problematik innerhalb der Kommission weiter zu thematisieren und voranzutreiben. Bei der anstehenden Überarbeitung der einschlägigen EU-Richtlinie werde er auch die Erfahrungen und Erkenntnisse aus diesem Verfahren berücksichtigen.

pp/Agentur ProfiPress




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