17. April 2015

Unterwegs auf einem Pfad durch die Erdgeschichte

Bericht von Frank Göbel im Trierischen Volksfreund: 3000 Besucher kamen über Ostern in den Dinosaurierpark Teufelsschlucht

Eifel/Entzen – Da ist der Dinosaurierpark extra pünktlich vor Ostern fertig geworden – und dann herrscht am Samstag, dem Eröffnungstag, ein Wetter, bei dem man keinen Tyrannosaurus vor die Tür schickt. Dennoch waren über Ostern 3000 Besucher in dem Erlebnispark bei Ernzen (Eifelkreis Bitburg-Prüm).

Es gießt in Strömen. Doch ein paar Unerschrockene hält das am Eröffnungstag nicht vom Besuch der Eröffnung im Dino-Park ab. Es könnte – mit Blick auf Millionen Jahre von Erdgeschichte – viel unwirtlicher sein: Schließlich regnet es keine Lava oder Meteore. Oder was auch immer es war, das vor 65 Millionen Jahren den amtierenden Herrschern des Planeten den Garaus gemacht hat. Aber bei Dinosauriern immer gleich ihren Niedergang mitzudenken, ist ja auch schon wieder ein Unrecht: Schließlich haben sie 200 Millionen Jahre lang die Erde bevölkert – eine echte Erfolgsgeschichte. Dass auch der Erlebnispark ein Erfolg werden wird, davon ist Bruno Zwank überzeugt: „Wenn wir 40 000 Besucher pro Jahr haben, schreiben wir eine schwarze Null“, sagt der Geschäftsführer der Felsenland Südeifel Tourismus GmbH (FST), die das Naturparkzentrum Teufelsschlucht und den Dinosaurierpark betreibt.

Da tropft es von den Zähnen: Frank Richartz sieht sich mit seinen Söhnen Michael und Jakob mal das Gebiss eines Dinos genauer an. TV-Foto: Frank Göbel

Da tropft es von den Zähnen: Frank Richartz sieht sich mit seinen Söhnen Michael und Jakob mal das Gebiss eines Dinos genauer an. TV-Foto: Frank Göbel

Um letztlich nicht mehr als 200 000 Euro investieren zu müssen, hat die FST die mehr als 100 Dino-Figuren nur geliehen und beteiligt die Herstellerfirma Wolter Design am Eintritt. „Die Modelle sind in Form und Größe alle nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft entwickelt“, sagt Zwang. Das gilt auch für den „Eifelosaurus“, von dem vor rund 100 Jahren Fossilien in einem Buntsandstein-Steinbruch bei Oberbettingen gefunden wurden. Von einer Nachbildung dieses Tiers aus geht es auf einen gut eineinhalb Kilometer langen Pfad durch 400 Millionen Jahre Erdgeschichte.

Die Reise beginnt im Devon – jener Zeit, als die ersten amphibischen Wirbeltiere die Superkontinente eroberten. Wissen wird nicht durch erschlagende Texttafeln vermittelt, sondern kindgerecht und anschaulich: Da wankt der erste „Fischschädler“ (Ichthyostega) mühsam durch den Morast. Zu ihm gesellt sich bald allerlei Flug- und Krabbelvieh, das durch Bemalung und Detailreichtum besticht. Wie etwa die Ur-Libelle Meganeura, die natürlich noch besser wirkt, wenn die Pflanzen erstmal Blätter haben. Die Größe der Tiere nimmt Stück für Stück zu, je weiter sich der Pfad die Erdzeitalter entlang Richtung Gegenwart schlängelt. Mehrfach öffnet er sich zu weiten Panoramen: Dort buhlt nicht nur eine Vielzahl bizarrer Erscheinungen um Aufmerksamkeit, sondern Bänke und Tische bieten mittendrin auch Gelegenheit zum Rasten. Bevor der Weg wieder am Ausgangspunkt ankommt, machen einige Prominente ihre Aufwartung: der Tyrannosaurus Rex etwa, Star unzähliger Comics und Filme. Und die durch die „Jurassic Park“-Reihe besonders bekannten Velociraptoren. Zum Schluss beeindruckt ein Tier, das gar kein Dinosaurier war: das Mammut. Die letzten Ur-Elefanten sind noch keine 5000 Jahre tot. Durch ein originalgetreues Fell wirkt das Erzener Mammut besonders lebendig.

Der Aprilregen tropft von den Haaren, während gegenüber die ersten Zweibeiner zeigen, was sie können: Feuer machen und Hütten bauen – auch das können Besucher im Dino-Park erleben. Der Park ist bis zum 1. November täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

(Erschienen im Trierischen Volksfreund von Dienstag, 7. April)

Trierischer Volksfreund




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