18. Februar 2015

Aus der Eifel nach Afghanistan

-+- WG: fotos AUFM scheuer buchpreis fpl ------------------------------------------- Von: Linden Fritz-Peter Gesendet: Dienstag, 10. Februar 2015 13:13:52 Betreff: fotos AUFM scheuer buchpreis fpl Diese Nachricht wurde automatisch von einer Regel weitergeleitet. Nominiert für Leipzig: Schriftsteller Norbert Scheuer. TV-Foto: Fritz-Peter Linden

Norbert Scheuers neuer Roman ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Der in Prüm geborene Schriftsteller Norbert Scheuer ist mit seinem neuen Roman „Die Sprache der Vögel“ einer von fünf Anwärtern für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik. Zentrale Figur im Buch ist Paul Arimond – ein Eifeler, der als Sanitäter nach Afghanistan geht.

Von Fritz-Peter Linden, erschienen im Trierischen Volksfreund (TV) vom 14./15. Februar 2015.

Kall/Prüm/Leipzig – „Ehrlich gesagt: Ich war froh, dass ich das Buch geschrieben und hinter mir hatte“, sagt Norbert Scheuer. Und er habe es „in keiner Weise“ auf irgendeiner Liste für einen Literaturpreis gesehen. „Deshalb war die Überraschung umso größer.“ Der Literaturbetrieb ist ihm ohnehin ziemlich egal, nach Auszeichnungen schielt er auch nicht– aber jetzt ist er dann doch wieder für eine nominiert: NorbertScheuer, 1951 in Prüm geboren, ist unter den fünf Finalisten beim Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse. Neben Scheuer auf der Liste stehen Ursula Ackrill, Teresa Präauer, Jan Wagner und Michael Wildenhain (der TV berichtete).

Scheuers neuer Roman „Die Sprache der Vögel“ hat, wie alle seine bisherigen Bücher, wieder einen Eifeler als Hauptfigur, aber er verlässt die Region erstmals für weite Passagen seines Buchs: Denn Protagonist Paul Arimond lässt sich 2003 als Sanitäter der Bundeswehr in den Afghanistan-Einsatz schicken und macht sich dort daran, neben seinem täglichen Dienst im Lager der Soldaten die Vögel des Landes zu beobachten. Arimond leidet unter Schuldgefühlen: In Rückblendenerfährt der Leser von einem Autounfall, den Paul verursacht hatte und bei dem ein Freund schwerverletzt wurde.

Er freut sich über die Nominierung, bleibt aber gelassen: Der Eifeler Schriftsteller Norbert Scheuer, dessen neuer Roman Anfang März erscheint. Foto: Fritz-Peter Linden/ Trierischer Volksfreund

Er freut sich über die Nominierung, bleibt aber gelassen: Der Eifeler Schriftsteller Norbert Scheuer, dessen neuer Roman Anfang März erscheint. Foto: Fritz-Peter Linden/ Trierischer Volksfreund

Quer durch Deutschland

Das Buch, so lobt die Jury, sei in dichter Sprache verfasst – „ein Roman über Erinnern und Vergessen, Tod, Schuld und Krieg, aber auch über die Schönheit der Natur, die Poesie der Sprache und des Vogelflugs“. Das Thema, sagt Scheuer, sei ja vielleicht nicht gerade jedermanns Sache, vielleicht eher noch etwas „für die Leute, aber nicht für eine Jury“, mit einer Nominierung habe er daher nie gerechnet. „Jetzt bin ich angenehm überrascht und find’s klasse. Abgesehen von dem Stress, der damit verbunden ist.“ Denn die nominierten Autoren werden rund um die Verleihung zu sehr vielen Lesungen und weiteren Auftritten geschickt. Da sei er an einem Tag in München, sagt Scheuer, „und am nächsten in Hamburg“.

Verlag zieht Termin vor

Für den mit insgesamt 60.000Euro dotierten Preis hatten 115Verlage 405 Bücher eingereicht. Er wird am Donnerstag, 12. März, vergeben. Scheuers Verlag CH Beck hat deshalb den Erscheinungstermin vorgezogen, auf Mittwoch, 4. März. Bei Beck zeigt man sich sehr überzeugt vom Potenzial des Romans: „Ich denke, dass das Buch Aufmerksamkeit erregen wird“, sagt Martin Hielscher, der Leiter des literarischen Programms, zum TV. Der Roman sei durchaus vergleichbar mit „Überm Rauschen“, er enthalte viele Elemente und Motive, die man von Scheuers Büchern kenne, sei aber zugleich leichter zu lesen.

Spannend ist übrigens auch die Entstehungsgeschichte des Romans. Denn da, sagt Scheuer, habe sich noch etwas anderes gezeigt: „Man denkt sich eine Sache aus, und dann stellt man fest, dass die Wirklichkeit noch viel wahnsinniger ist.“ Was dahinter steckt, dazu bald mehr im TV.

EXTRA: DER AUTOR

Der 63-jährige Norbert Scheuer, der in Prüm geboren wurde, in Kall-Keldenich(Kreis Euskirchen) lebt und auch ein kleines Haus in Kyllburg hat, war bereits im Jahr 2009 mitseinem Roman „Überm Rauschen“ für den Deutschen Buchpreisnominiert, der auf der Frankfurter Buchmesseverliehen wird. 2006 erhielt er den 3sat-Preis beim Bach-mann-Wettbewerb in Klagen-furt, den Georg-K.-Glaser-Preis und 2010 den Düsseldorfer Literaturpreis. Zuletzt veröffentlichte er den Roman „Peehs Liebe“ (2012) und im Jahr 2013 gemeinsam mit Andreas Erb „Von hier aus“, einen Band mit Collagen und kurzen Texten. Die Leipziger Buchmesse dauert von Donnerstag, 12. März, bis Sonntag, 15. März. Erwartet werden rund 2000 Aussteller und mehr als 230.000 Besucher. (fpl)

Trierischer Volksfreund

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