12. Mai 2014

Weine aus dem Landkreis entfachen Feuerwerk für die Sinne

Fünfte große Weingala im Klostergut Besselich auf Urbar


KREIS MYK
. Die Aussicht von Urbar auf Rhein und Mosel bietet zwar nicht den vollen Blick auf die 200 Hektar Weinbauflächen in Mayen-Koblenz, das Klostergut Besselich hat sich jedoch längst als passendes Ambiente für die Präsentation einer Auswahl der edelsten Tropfen im Zusammenspiel mit feinsten Speisen etabliert. Zum fünften Mal fand dort die Weingala des Landkreises statt.

Das Ziel ist klar: „Wir möchten den Winzern aus unserer Region eine Plattform bieten, ihren Wein zu präsentieren“, erklärte Landrat Dr. Alexander Saftig. Er will für den Wein aus dem Landkreis werben, er will Multiplikatoren gewinnen, er will mehr Präsenz guter Weine der Region auf den Speise- und Getränkekarten der Gastronomie. Kurz: Regionale Spitzenprodukte sollen auch auf heimischen Tischen konsumiert werden.

Die Argumente dafür hatten acht Mosel- und drei Rheinwinzer im Gepäck: „Das ist Poesie in Flaschen“, zitierte der Landrat Robert Louis Stevenson, und es kam irgendwie nicht von ungefähr, das dieser Autor auch „Die Schatzinsel“ schrieb. Dieser Schatz lässt sich nicht messen oder wiegen, wie Moderator Johannes Steinmetz erklärte: Bei der Sensorik kommt es nach den Worten des Leiters der Deutschen Wein- und Sommelierschule Koblenz schlicht auf den Genuss mit allen Sinnen an.

Sehen, riechen, schmecken von Anfang an. Die Weine entfalten dabei auf ganz unterschiedliche Weise ihre Eigenschaften. Pur im Glas oder als Begleitung zum guten Essen entfalten sie ganz unterschiedliche Nuancen beim Genießer. Damit die Geschmacksexplosionen nicht nur im Glas, sondern auch auf Teller und Gabel und im Zusammenspiel zum Feuerwerk werden, präsentierte das Team der Spitzenköche Jupp Wagner und Christian Jurecz ein passendes mehrgängiges Menü.

Ob man einen säurebetonten oder einen Wein mit leichter Süße zur Ochsenschwanzsülze mit Flusskrebs-Parfait bevorzugt, bleibt nach wie vor Geschmackssache. Die Rieslinge der Weingüter Volk und Knebel, einmal Rhein und einmal Mosel, zeigten jedoch gleich zum Auftakt: „Passende“ Weine zum Essen dürfen durchaus unterschiedliche Charaktere haben. Dass auch der Teller Spannung verträgt, demonstrierten Wagner und Jurecz mit karamellisiertem Spanferkelbauch, grünem Erbsengelee und Jakobsmuschel beim zweiten Gang. Hier fruchtigere Nuancen dazu, da mehr Aromen: Beides geht, wie die feinherben Weine Weissenberg vom Weingut von Schleinitz und der Burg Bischofstein vom Winzerhof Gietzen eindrucksvoll zeigten.

Was die Sinne in solchen Momenten nicht vertragen, ist Eile. Genuss braucht Zeit, das bewusste Erleben der Sinneseindrücke zu verarbeiten. Und Wein ist auch Begleiter guter Gespräche, die man zwischen den Gängen, dezent von Malte Klaes am Klavier und Stephanie Leich an der Violine begleitet, führen konnte.

Prickelnde Momente gab´s für die Gäste genug. Einen der überraschenden Art erlebten sie zum Zander. Dass sich ein trockener Riesling, wie ihn Andreas Barth vom Lubentiushof mitbrachte, als hervorragender Begleiter eignet, war klar. Dass aber auch ein Rieslingsekt von den Schieferterrassen Heymann-Löwensteins die Sinne verzückt, hatten einige dann doch nicht erwartet. „Einmal die Mineralität des Weins, dann das Perlen des Sekts“, sagte Johannes Steinmetz, das fordert die Sinne.

Zum Rehrückenmedaillon traten dann die komplexe Frucht im Blaufüßer Lay von Rüdiger Kröber gegen den Bopparder Hamm Engelstein vom Weingut Müller mit seiner feinwürzigen Säure an. Aber wieso gegen? Hier offenbaren die Rieslinge die Einzigartigkeit dieser Rebsorte, die sie weltbekannt macht.

Als Schatzmeister erweisen sich die Winzer auch mit den Beerenauslesen von Florian Weingart und dem Weingut von Heddesdorff. Ein wahrhaft krönender Abschluss, der mit der kräftigen Frucht des Gutssekts von Richard Richter begonnen hatte.

Ohne Frage: Es waren die absoluten Spitzenprodukte, die bei der Weingala ausgeschenkt wurden. Wer auf diesen Weingütern einkauft, kann gar nichts falsch machen. Für den Landrat sind sie jedoch Aushängeschilder für die vielen Weingüter an Rhein und Mosel, die im Landkreis hervorragende Weine herstellen: „Unser Ziel muss sein, dass die Weine aus dem Landkreis auch im Landkreis beim Einkauf immer erste Wahl sind.“

Bild:

Acht Mosel- und drei Rheinwinzer präsentierten ihre Spitzenprodukte auf Gut Besselich, dazu kreierten Jupp Wagner und Christian Jurecz das passende Menü.

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