27. November 2015

Scherben in neuem Licht

Video von Dr. Michael Oversberg gibt Einblick in die Ausstellung „Remembered Light“ im Salvatorianerkloster Steinfeld in der Nordeifel – Kunstwerke aus Scherben im Krieg zerstörter Kirchen sollen an die Schrecken des Krieges erinnern

Nordeifel/Kall-Steinfeld – 54 Jahre lang hat der US-Geistliche Frederick McDonald seine Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg in einem Schuhkarton aufbewahrt. Über 300 Scherben von im Krieg zerstörten Kirchen hat er gesammelt und akkurat sortiert in beschrifteten Briefumschlägen. Ein Video, das Dr. Michael Oversberg für die Agentur ProfiPress hergestellt hat, führt nun durch die Ausstellung der „Kunst aus Scherben“, die in der Nordeifel im Salvatorianerkloster Steinfeld zu sehen war.

Als Kaplan der US-Armee kam Frederick McDonald durch Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland. Dort besuchte er über zwei Dutzend Kirchen und Heiligtümer, darunter auch den Kölner und den Aachener Dom, die Liebfrauenkirche in Trier oder auch Gotteshäuser in Malmedy, Maastricht und Verdun.

Dr. Michael Oversberg hat für die Agentur ProfiPress einen Film über die Ausstellung „Remembered Light“ gedreht, die im November in der Nordeifeler Ortschaft Kall-Steinfeld zu sehen war. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Dr. Michael Oversberg hat für die Agentur ProfiPress einen Film über die Ausstellung „Remembered Light“ gedreht, die im November in der Nordeifeler Ortschaft Kall-Steinfeld zu sehen war. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

An all diesen Stätten sammelte er ein paar bunte Scherben der zerstörten Kirchenfenster. Sein Traum war es, die Scherben wieder Teil eines Kirchenfensters werden zu lassen, um so noch einmal an die Schrecken des Krieges zu erinnern. Daraus wurde ein Kunstprojekt, das im November im Salvatorianerkloster Steinfeld zu sehen war.

Über ein halbes Jahrhundert nach Ende des Zweiten Weltkriegs befasste sich eine internationale Gruppe von Künstlern mit den Glasscherben.

Innerhalb von sieben Jahren entstand die Ausstellung „Remembered Light – Glass fragments from World War II“.

Ursprünglich hatte Hermann-Victor Johnen, aus Aachen stammender Wirtschafts- und Kulturberater, das Gesamtwerk im Original nach Deutschland holen wollen, aber „die Amerikaner befürchteten, die Werke könnten als Beutekunst angesehen werden“, berichtete er. Aus diesem Grund ließ er hochwertige Kopien der Kunstwerke herstellen.

„Alles, was kaputt war, erwacht zu neuem Leben, in diesem Fall in der Kunst. Darin sehe ich auch die Auferstehungsgeschichte“ sagte Christoph Böhnke, Leiter des Gästehauses im Kloster Steinfeld, im Interview vor laufender Kamera. Er holte gemeinsam mit Hermann-Victor Johnen, der als elfjähriger Schüler 1966 an das Hermann-Josef- Kolleg kam, die Ausstellung in das Salvatorianerkloster in der Nordeifel. „Wenn Geschichte auch so ein bisschen aufgearbeitet werden kann, ist das gut“, sagt Böhnke.

Dr. Michael Oversberg von der Agentur ProfiPress gibt mit seinem zehnminütigen Film einen Einblick in die Ausstellung.

 

pp/Agentur ProfiPress

 

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