20. August 2015

Kunst kinderleicht erklärt

Frank Wollny lädt täglich zum „offenen Atelier“ in die Zikkurat ein – Das kostenlose Angebot richtet sich auch an Kindergärten und Schulklassen – Aufklärung liegt dem Künstler am Herzen: „Kunst hört nicht bei Picasso auf“

Mechernich-Firmenich – Ist Frank Wollny Maler oder Musiker? Die Antwort gibt der 67-jährige Künstler, Weltbürger mit Wohnsitz in Vlatten sowie Atelier in der Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat, selbst: „Ein Musiker muss auch ein Bild malen können.“

Und so ist Frank Wollny in beiden Welten zu Hause. Er ist nicht nur Gründer und Bassist des legendären TTT-Bandprojektes, an dem auch der exzentrische Malerfürst Markus Lüpertz mitwirkt, sondern zudem ein mit zunehmendem Alter politischer Maler. Als solcher will er sich nicht damit abfinden, dass sich die Kunst-Kenntnisse vieler Menschen auf Picasso-Poster oder Kadinsky-Drucke in Hotelfluren beschränken. „In Gesprächen stelle ich immer wieder fest, dass Kunst absolutes Neuland ist. Da möchte ich Pionierarbeit leisten“, sagt er.

Wer etwas über Malerei wissen möchte, aber sich bisher nicht zu fragen traute, erfährt bei Frank Wollny, dass Kunst nicht kompliziert sein muss. Der Maler und Jazz-Musiker lädt täglich, von 17 bis 20 Uhr, ins offene Atelier in der Zikkurat ein. Dort freut er sich auch über Besuche von Schulklassen und Kindergärten. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Wer etwas über Malerei wissen möchte, aber sich bisher nicht zu fragen traute, erfährt bei Frank Wollny, dass Kunst nicht kompliziert sein muss. Der Maler und Jazz-Musiker lädt täglich, von 17 bis 20 Uhr, ins offene Atelier in der Zikkurat ein. Dort freut er sich auch über Besuche von Schulklassen und Kindergärten. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

In dem vom Zikkurat-Betreiber Johann Josef Wolf großzügig zur Verfügung gestellten Ausstellungsraum E.01 im Erdgeschoss der ehemaligen Steinzeugfabrik öffnet Frank Wollny ab sofort täglich, von 17 bis 20 Uhr, die Pforten zum „offenen Atelier“. Hier möchte er mit kunstinteressierten Besuchern ins Gespräch kommen und auch „Aufklärung“ betreiben. Daher richtet sich sein Angebot vor allem an Menschen, die Kunst nicht nur anschauen, sondern auch verstehen wollen. Wo fängt Kunst an? Was ist eine „Handschrift“? Solche und andere Überlegungen möchte er mit den Besuchern diskutieren. Darüber hinaus erklärt er auch die verschiedenen Techniken.

Freuen würde ihn, wenn auch Kindergärten oder Schulen von seinem „Aufklärungs“-Angebot Gebrauch machen würden. Der Eintritt ins „offene Atelier“ ist kostenlos. „Damit muss ich kein Geld verdienen“, betont der auch international gefragte Künstler, dessen Auftragsmalerei beispielsweise große Hotels in Russland, Wien, Düsseldorf oder London schmückt.

Um die Besucher in der Zikkurat mit Kunst vertraut zu machen, hat er zahlreiche unterschiedliche Werke im Ausstellungsraum im Erdgeschoss zusammengetragen, darunter eigene Bilder und Bilder von befreundeten Künstlern. Dazu zählen Werke des eingangs erwähnten Malers Markus Lüpertz ebenso wie Bilder von namhaften Künstlern wie Emmanuel Guiragossian, Emil Schumacher, Edvins Strautmanis oder Hartwig Ebersbach – alles Künstlerkollegen, deren Lebenswege sich irgendwann einmal mit dem des Kosmopoliten Frank Wollny kreuzten.

Erst Anfang August traten Frank Wollny (Mitte) und Markus Lüpertz (am Flügel) mit der Band TTT im bayrischen Kolbermoor auf. Anlass war die Abschlussausstellung von Studierenden bei Professor Markus Lüpertz an der Akademie der Bildenden Künste in Kolbermoor. Foto: Egbert Krupp/München

Erst Anfang August traten Frank Wollny (Mitte) und Markus Lüpertz (am Flügel) mit der Band TTT im bayrischen Kolbermoor auf. Anlass war die Abschlussausstellung von Studierenden bei Professor Markus Lüpertz an der Akademie der Bildenden Künste in Kolbermoor. Foto: Egbert Krupp/München

Geboren in Blankenburg/Harz in Sachsen-Anhalt, reiste Frank Wollny 1978 aus der DDR aus. Über mehrjährige Stationen in Griechenland und Deutschland, führte ihn sein Weg nach London, wo er sechs Jahre lang lebte, weiter nach New York und Los Angeles, wo er als Jazzmusiker arbeitete. In Amerika gründete er auch sein Bandprojekt „TTT“. Zur wechselnden Besetzung des hochkarätigen Ensembles gehören Jazz-Größen wie Ryan Carniaux, Gerd Dudek, Wolfgang Lackerschmid, Guido May, Manfred Schoof und Samuel Dühsler. Lüpertz leitet vom Klavier aus die gemeinsamen Konzerte, in denen auf Teufel komm raus improvisiert wird.

Anfang der neunziger Jahre war Frank Wollny in Brasilien, China und Tibet unterwegs, hatte in China mehrere Kunstausstellungen und wurde sogar zum Gastprofessor an der Academy of Fine Arts berufen. Seit 2008 lebt er nicht mehr in Großstädten, sondern in Vlatten, der guten Luft wegen. Fremd war ihm die Region ohnehin nicht, als er sich in Vlatten niederließ: 1990 übernahm er das wilhelminische Prachthotel „Haus Schönblick“ in Heimbach-Hasenfeld und verwandelte es gemeinsam mit befreundeten Künstlern in ein multikulturelles Zentrum. Im Erdgeschoss mit der ehemaligen Kapelle entstanden Ausstellungs- und Performanceräume. Darüber gab es zwei Wohnetagen und Gästezimmer. Unter anderem war „Haus Schönblick“ einige Jahre der feste Wohnsitz des Armeniers Emmanuel Guiragossian, dessen Bilder ebenfalls in der Zikkurat ausgestellt sind.

Schon im vergangenen Jahr formierte sich auf Frank Wollnys Initiative die Künstlergruppe „Neunte“. Die Gruppe möchte die Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat wieder verstärkt als Kunstzentrum etablieren. Dabei kam es schon zum kreativen Austausch zwischen der niederländischen und der Eifeler Kunstszene: Unter dem Motto „De Buren komen“ (Die Nachbarn kommen) stattete die elfköpfige Künstlergruppe „Luwteloos“ aus Amsterdam der befreundeten Eifeler Künstlergruppe „Neunte“ einen Gegenbesuch ab, nachdem die „Neunte“-Künstler aus dem Kreis Euskirchen ihre Werke in der Kunststiftung „Artless“ in Amsterdam präsentiert hatten.

Neben dem täglichen offenen Atelier plant Frank Wollny, in Zukunft auch Events in der Zikkurat zu veranstalten. Dabei sollen Filme von „TTT“-Konzerten gezeigt, Texte von Markus Lüpertz vorgelesen und Musik dazu gemacht werden. „Wir werden ein paar lustige Sachen zeigen“, verspricht Kunstpromoter Frank Wollny. Und wer weiß, vielleicht lässt sich der weltberühmte Meister ja auch noch einmal in die Eifel locken: Im Oktober 2009 war Lüpertz bereits einmal in der Zikkurat, um gemeinsam mit den TTT-Kollegen ein Jazzkonzert zu geben.

Größere Gruppen, Schulen und Kindergärten, die an Frank Wollnys Kunst-Aufklärungsangebot interessiert sind, können per Email unter vlatten@t-online.de mit ihm Kontakt aufnehmen.

pp/Agentur Profipress




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