30. März 2017

Gästehaus Kloster Steinfeld: Übernachtungszahlen verdoppelt

Verantwortliche ziehen hervorragende Bilanz – Trotzdem „noch unendlich viel zu tun“

Kall-Steinfeld – Mit dem Kloster Steinfeld ist es nicht viel anders wie mit dem Kölner Dom: Beide werden nie fertig, ständig gibt es etwas zu sanieren, reparieren, modernisieren. Die Kosten für den Erhalt und den Betrieb des Klosters mit seinen 42.000 Quadratmetern Geschossfläche sind immens. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Kosten ausschließlich für Reparaturen auf 200.000 Euro. Um diese zumindest teilweise decken zu können, ist am 11. September 2015 das neue Gästehaus eröffnet wurden.

Jetzt ziehen die Verantwortlichen eine überaus positive Bilanz. Hatte das Kloster 2015 im bestehenden Gästehaus zirka 13.000 Übernachtungen, so konnte man 2016 bereits 26.000 Übernachtungsgäste begrüßen. „Nicht nur der Übernachtungsumsatz verdoppelte sich, sondern auch die Einnahmen aus dem Speise- und Getränkeverkauf“, berichteten Wolfgang Scheidtweiler, ein großer Unterstützer des Klosters aus Überzeugung, Pater Lambertus Schildt, der Prokurator der Salvatorianer und Gästehaus-Leiter Christoph Böhnke bei einer Pressekonferenz im Kloster.

Freuen sich über eine hervorragende erste Jahresbilanz: (v.l.) Gästehaus-Leiter Christoph Böhnke, Pater Lambertus Schildt, der Prokurator der Salvatorianer und Wolfgang Scheidtweiler, ein großer Unterstützer des Klosters aus Überzeugung. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Zum einen sei es die besondere klösterliche Atmosphäre, die die Gäste anlocke. „Das haben Sie in keinem Hotel“, sagte Scheidtweiler, der im Übrigen ausdrücklich betonte, dass man Wert auf die Differenzierung zwischen Hotel und Gästehaus lege. „Wer hier hinkommt, ist Gast des Klosters.“

Zum anderen ermögliche das große Angebot an unterschiedlichen Zimmertypen in Preisklassen ab 35 Euro inklusive Frühstück bis zu 65 Euro im Doppelzimmer auch jungen Leuten mit kleinem Budget, hier zu übernachten. Nicht zuletzt seien es die freundlichen und kompetenten Mitarbeiter unter der Leitung des Gästehaus-Chefs Christoph Böhnke ebenso wie der unmittelbare Kontakt zu den Ordensleuten, die dafür sorgten, dass die Gäste sich in Steinfeld willkommen fühlen. „Die hervorragenden Gästebewertungen in den Buchungsportalen im Internet suchen in der Eifel-Hotellerie ihresgleichen“, so Scheidtweiler.

Die Gästezahl setzt sich gleichermaßen aus den Tagungs- und Seminarteilnehmern von internationalen und regionalen Institutionen, den Akademiebesuchern, kirchlichen Gruppen, Chören sowie vielen Individual-Touristen, Eifelsteig-Wanderern und Gästen, die im Haus ihre Familienfeiern veranstalten, zusammen.

Insbesondere der Schlafkomfort im Gästehaus des Klosters Steinfeld wird immer wieder hochgelobt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Besonders das Tagungsgeschäft hat sich dank der Arbeit von Christoph Böhnke mehr als verdoppelt. „Es hat sich herumgesprochen, dass das Kloster mit seinen 15 großen Tagungsräumen, größtenteils mit moderner Tagungstechnik ausgestattet, und seinem besonderen Flair den idealen Rahmen bietet“, erklärte Wolfgang Scheidtweiler.

Vom Erfolg des Gästehauses profitieren auch das neue Kloster-Café und der Klosterladen, die sich ebenfalls sehr gut entwickeln und einen wichtigen Beitrag zur Kostendeckung des Klosters leisten. „Um all das zu meistern, haben wir die Zahl der Mitarbeiter von 26 auf 41 erhöht“, sprechen die Verantwortlichen einen weiteren positiven Effekt für die Region an.

Gleichwohl verschwiegen sie nicht, dass bei allem Erfolg gleich im ersten vollen Geschäftsjahr „noch unendlich viel zu tun“ sei, um das Kloster als geistliches und geistiges Zentrum der Eifel zu sichern, zu erhalten und auszubauen. So stehen für die nächsten Jahre der Einbau einer flächendeckenden Brandmeldeanlage in den Bestandsgebäuden, die Sanierung der Akademiegebäude und die Restaurierung der Fassade des Prälaturgebäudes an. Nennenswerte Beiträge hätten hier die Freunde des Kloster Steinfelds und viele private Spender zugesagt. Doch den größten Teil in Höhe von rund 150.000 Euro müsse man selbst aufbringen.

Qualitätsvoll, kein Chichi, dafür aber liebevolle Details wie zum Beispiel Wiesenblumen: Unaufdringlich ist die Einrichtung in den Zimmern. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Geplant ist außerdem, im bestehenden Gästehaus weitere Zimmer zu renovieren und mit Toiletten und Duschen auszustatten, kündigten die Verantwortlichen an. Trotzdem wird es auch in Zukunft weiterhin sehr günstige Übernachtungsmöglichkeiten in einfachen Zimmern mit Etagenbett sowie in den ab 20 Personen buchbaren Gruppenunterkünften geben.

Im neuen Gästehaus hingegen erwarte die Gäste – insbesondere, was den Schlafkomfort angehe – ein luxuriöser Vier-Sterne-Standard mit Matratzen in Überlänge und in zwei verschiedenen Härtegraden in den Doppelzimmern, Daunendecken und Baumwollbettwäsche. „Wir werden von unseren Gästen immer wieder danach gefragt, wo die Betten und die Bettwäsche erhältlich seien“, berichtete Christoph Böhnke. „Qualitätsvoll, kein Chichi“, beschrieb Scheidtweiler die Einrichtung.

Vier-Sterne-Standard bieten die Zimmer im 2015 eröffneten Gästehaus des Klosters. Für den kleinen Geldbeutel gibt es aber auch Unterkünfte zum Preis von 35 Euro – und zwar bei Vollverpflegung. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

„Insgesamt sind wir, zusammen mit der Ordensgemeinschaft der Salvatorianerinnen und Salvatorianer, sehr froh über die positive Entwicklung des Klosters“, freuten sich Scheidtweiler, Böhnke und Pater Lambertus Schildt. Auch das Hermann-Josef-Kolleg in Trägerschaft der Salvatorianer erfreue sich eines regelrechten Booms. Mit 106 Schülern wurden für die 5. Klassen so viele Kinder angemeldet wie seit Jahren nicht mehr. Damit können vier Eingangsklassen gebildet werden. Im vergangenen Jahr waren es noch 86 Neuanmeldungen. Deutlich gestiegene Zahlen vermeldet die Schule auch für die Sekundarstufe 2: Im Schuljahr 2017/2018 wechseln 14 Schüler anderer Schulformen auf das Steinfelder Gymnasium, im Vorjahr waren es noch fünf.

„Um die Existenz des Klosters auch langfristig zu sichern, sind wir auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen“, betonte Scheidtweiler abschließend und verwies auf die Nutzung der Angebote in der Akademie, im Gästehaus und der Gastronomie. Die seit 24 Jahren bestehende Akademie hat ihr Kursprogramm um 30 Prozent erweitert. „Die Unterstützung in jeder Form helfen uns weiter, und dafür sind wir sehr dankbar!“

pp/Agentur ProfiPress

Mehr als 200 Ehrengäste nahmen im September 2015 an der Einweihung des Gästehauses teil. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Hintergrund:

Wolfgang Scheidtweiler, aus Mechernich-Wachendorf stammender Ingenieur und Unternehmer im Hotel- und Brauereibereich, möchte das Kloster Steinfeld auf eine gesunde finanzielle Basis stellen. Seit seiner Kindheit ist er dem Kloster verbunden und entschied sich, sofort zu handeln, als er von den finanziellen Problemen der Salvatorianer in Steinfeld hörte. Steinfeld, so Wolfgang Scheidtweiler, soll keine Kloster-Immobilie werden, sondern ein lebendiges Kloster bleiben.

Familie Scheidtweiler und die gemeinnützige GmbH „Werke der Salvatorianer“ haben zur Übernahme der weitläufigen Klosteranlage – ausgenommen Basilika, Hermann-Josef-Kolleg und Klostergut – eine neue Firma gegründet, die „Kloster Steinfeld Verwaltungs GmbH & Co. KG“.

Es folgten umfangreiche Pläne, um das Kloster Steinfeld mit der Eifelbasilika und dem Grab des Heiligen Hermann-Josef langfristig auf wirtschaftlich solide Füße zu stellen. Scheidtweilers einzige Bedingung, erinnerte sich Provinzial Pater Hubert bei der Einweihung: „Wir mussten versprechen, dass die Salvatorianer dauerhaft in Steinfeld bleiben, jedenfalls so lange, wie wir das irgendwie gewährleisten können.“ Aktuell leben und arbeiten 15 Ordensleute im Kloster Steinfeld. (pp)

 




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