24. Januar 2017

„Seien Sie offen für den Wandel“

Wichtige Denkanstöße beim 5. Netzwerktreffen der eifelweiten Brancheninitiative Metall & Maschinenbau in Mehren

Daun-Mehren – Sind Eifeler Unternehmen fit für „Industrie 4.0“? Bei der so bezeichneten vierten industriellen Revolution verschmelzen IT-Technologien mit Produktionstechnologien. „Gerade der Mittelstand hat hier Berührungsängste“, sagte Nina Obreschkova. Sie und ihre Kollegen Dr. Haike Frank und Tobias Thielen waren vom Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern nach Mehren gekommen, wo das 5. Netzwerktreffen der eifelweiten Brancheninitiative Metall & Maschinenbau stattfand. Eingeladen hatte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Vulkaneifel in Zusammenarbeit mit der Zukunftsinitiative Eifel (ZIE). Knapp 100 Teilnehmer aus dem Landkreis Vulkaneifel, den Eifelkreisen Bitburg-Prüm, Cochem-Zell und Mayen-Koblenz sowie aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens nahmen an dem Treffen teil, für das die Apra Norm Elektromechanik GmbH in Mehren ihre Räume zur Verfügung gestellt hatte.

Dr. Haike Franz, Leiterin des Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrums Kaiserslautern, hielt den Impulsvortrag zum digitalen Wandel in der Industrie. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Ausbaufähig, so Obreschkova, sei bei den Mittelstandsunternehmen in der Eifel das Wissen darüber, welche Chancen der Optimierung und neuen Geschäftsmöglichkeiten ihnen der digitale Wandel bietet. Dies würde weltweit auch von den Regierungen ernstgenommen, die daher viele Finanzierungen zur Verfügung stellen würden. „Aktuelle Studien schätzen in Positivszenarien allein für Deutschland ein zusätzliches Wachstumspotenzial durch Industrie 4.0 zwischen 200 und 425 Milliarden Euro“, nannte WFG-Mitarbeiterin Judith Klassmann-Laux Zahlen.

Dr. Haike Frank, die das Kompetenzzentrum in Kaiserslautern, eines von zehn deutschlandweit, leitet und ihr Kollege Tobias Thielen führten praktische Beispiele an. „Augmented Reality (AR)“ („erweiterte Realität“) sei beispielsweise ein Verfahren, das bereits in vielen Unternehmen Anwendung finde, etwa bei der visuellen Planung, als digitale Reparaturanleitung oder interaktive Präsentation industrieller Produkte und Anlagen. Alle wichtigen Informationen können jederzeit und überall dargestellt werden.

Judith Klassmann-Laux von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel eröffnete das 5. Netzwerktreffen der eifelweiten Brancheninitiative Metall & Maschinenbau, zu dem die WFG in Zusammenarbeit mit der Zukunftsinitiative Eifel eingeladen hatte. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Am Beispiel einiger Betriebe machte Tobias Thielen klar, wie die Digitalisierung selbst kleinen Handwerksbetrieben neue Möglichkeiten eröffnet. So etwa „Holzgespür“, ein Schreinerbetrieb aus Rhens im Landkreis Mayen-Koblenz, der Holzmöbel nach Kundenwunsch online konfiguriert und dann in der Werkstatt tischlert. Oder „Kolorat“, ein ehemals klassischer Malerbetrieb ebenfalls aus Rhens, der nun erfolgreich als Onlineshop aufgezogen werde.

Eines machte der Vortrag von Haike Frank und Tobias Thielen den Anwesenden klar: Die Möglichkeiten der Digitalisierung sind nahezu unbegrenzt, die Entwicklung ist rasant. „Seien Sie offen für den Wandel, überdenken sie alte Muster“, lautete der eindringliche Appell von Tobias Thielen an die Unternehmer. Auf diese Weise ließen sich beispielsweise auch Kooperationen mit anderen Branchen eingehen.

100 Teilnehmer erfuhren beim 5. Netzwerktreffen in den Räumen der Apra Norm Elektromechanik GmbH in Mehren, welche enormen Potenziale sich nutzen lassen, wenn Unternehmen dem digitalen Wandel offen gegenüberstehen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

„Jedes Unternehmen muss Industrie 4.0 für sich selbst interpretieren“, sagte Markus Demary, Mitarbeiter der gastgebenden Firma Apra Norm, der sich in seiner Masterarbeit mit dem Thema befasst hat und dessen Vortrag bewies, dass es durchaus Firmen in der Region gibt, die mit Industrie 4.0 unterwegs sind. „Die Verfügbarkeit aller relevanten Informationen in Echtzeit durch Vernetzung: Das ist das A und O“, stellte er klar. Was die vierte industrielle Revolution für Unternehmen bedeute, brachte Demary ebenfalls kurz und knackig auf den Punkt: „Den Auftrag erhält die Firma, die am besten mit diesen Informationen umgehen kann!“

Sowohl die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel als auch das Kompetenzzentrum Kaiserslautern sichern aufgeschlossenen Unternehmern jegliche Unterstützung bei der Bewältigung des Wandels zu. „Sprechen Sie uns an“, ermunterte WFG-Mitarbeiterin Judith Klassmann-Laux die Anwesenden. Ähnlich äußerte sich auch Landrat Heinz-Peter Thiel als Aufsichtsratsvorsitzender der WFG: „Nehmen Sie uns in die Pflicht.“ Gleichzeitig gab er den Unternehmern einen Rat mit auf den Weg: „Machen Sie sich Gedanken über Datenschutz, wenn Sie sich vernetzen.“ Sofern sich genug Interessierte finden, will die WFG eine Exkursion zur Smart Factory nach Kaiserslautern und Workshops zum Themengebiet Industrie 4.0 anbieten.

„Wo stehen wir?“ Dies vor Augen zu führen, sei eines der Anliegen der Netzwerktreffen der Zukunftsinitiative Eifel, sagte Heinz-Peter Thiel, Landrat des Landkreises Vulkaneifel und Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Vulkaneifel. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

„Wir sind mit dem Abend mehr als zufrieden“, lautete das Fazit von Judith Klassmann-Laux am Ende der Veranstaltung. Im Anschluss an die Vorträge nahmen die Teilnehmer am Unternehmensrundgang teil und nutzten anschließend noch lange die Möglichkeit zum Netzwerken.

pp/Agentur ProfiPress

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