

Beitragsbild: Eifel Tourismus

Beim digitalen Pressegespräch auf der ITB Berlin informierten Landrat Markus Ramers, AR-Vorsitzender der Eifel Tourismus GmbH, Landrätin Julia Gieseking, stellv. AR-Vorsitzende der Eifel Tourismus GmbH, Bürgermeisterin Anna-Carina Krebs, stellv. AR-Vorsitzende der Eifel Tourismus GmbH, Landrätin Anke Beilstein, Mitglied im AR der ET GmbH, Bürgermeister Manuel Follmann, Mitglied im AR der ET GmbH, und Wolfgang Reh, Eifel Tourismus GmbH, über aktuelle Entwicklungen, Studienergebnisse und neue Projekte.
Die ITB feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Jubiläum und unterstreicht mit rund 5.800 Ausstellern und über 100.000 erwarteten Fachbesuchern ihre internationale Bedeutung. Für die Eifel ist sie ein fester Termin im Jahreskalender.
Quelle: Eifel TourismusGemeinsam mit der Stadt Aachen präsentiert sich die Eifel mit einem eigenen Counter am Stand von Tourismus NRW. Neben der Messepräsenz sind die Gespräche auf Bundes- und Landesebene zentrale Elemente: Die Besuche von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, dem NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst und den Staatssekretärinnen Petra Dick-Walther aus Rheinland-Pfalz und Silke Krebs aus Nordrhein-Westfalen bestätigen den hohen Stellenwert, den die Eifel in der Politik genießt.
„Die ITB ist für uns weit mehr als eine reine Präsentationsplattform. Sie ist Raum für strategische Gespräche, für die Pflege unserer Netzwerke und für die Positionierung der Eifel als starke, länderübergreifende Destination“, betont Landrat Markus Ramers, Aufsichtsratsvorsitzender der ET GmbH. „Gerade in herausfordernden Zeiten ist der Schulterschluss mit Partnern auf Bundes- und Landesebene ein wichtiges Signal.“ Dazu zählt auch der Kontakt zu den UNSECO Geoparks, zu denen der Natur- und Geopark Vulkaneifel seit mehr als zehn Jahren zählt.
Quelle: Eifel TourismusErfolgreiches Tourismusjahr 2025
Der Tourismus stellt einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor in der Region dar, dessen Wertschöpfungspotenzial kontinuierlich gesteigert wird. Bisher liegen die Zahlen für die Eifel in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nur bis November 2025 vor. Der Trend ist klar: gegenüber dem Vorjahr steigen die Zahlen weiter an. Den nordrhein-westfälischen Teil der Eifel (mit der Region Aachen) besuchten 1.328.540 Gäste (+4,2 Prozent) und es wurden 3.142.846 Übernachtungen (+4,5 Prozent) registriert. In den rheinland-pfälzischen Teil der Eifel kamen 922.538 Besucher (+3,8 Prozent), die Übernachtungszahlen stiegen auf 3.152.809 (+3,1 Prozent).
„Die aktuelle dwif-Studie zeigt: 2025 war kein Strohfeuer. Die Eifel hat das Niveau der Vor-Corona-Jahre wieder erreicht und stabilisiert”, erklärt Landrätin Julia Gieseking, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der ET GmbH. „Unsere Region überzeugt mit Natur, Qualität und Authentizität.“ Der Erfolg spiegelt sich auch in der Wirtschaftskraft wider. Laut der Studie des Münchener Instituts dwif, erwirtschaftet der Tourismus in der Eifel jährlich 1,52 Milliarden Euro. “Dies ist ein eindrucksvoller Beleg für seine Wirtschaftskraft”, betont Gieseking.
Quelle: Eifel TourismusErwartungen und Herausforderungen der Betriebe
Die Betriebe stehen für den wirtschaftlichen Erfolg in der Eifel. Das dwif-Institut hat die Unternehmen in der Eifel befragt. Die 312 Rückmeldungen aus allen touristischen Segmenten zeigen eine hohe Beteiligung und große Relevanz des Themas. Insgesamt zeigt sich eine stabile Grundstimmung – die aktuelle Lage wird mehrheitlich als gut bis befriedigend eingeschätzt. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Branchen: Während Campingplätze von einer sehr positiven Entwicklung berichten, ist die Situation in Gastronomie und Freizeitwirtschaft angespannter – insbesondere aufgrund der zunehmenden Preissensibilität der Gäste. „Bürokratie, steigende Energie- und Personalkosten sowie die Sicherung von Fachkräften bleiben zentrale Herausforderungen“, erklärt Bürgermeisterin Anna-Carina Krebs. „Wir sehen aber auch eine positive Stimmung bei den Unternehmen”.
Investitionen als Schlüssel zur Zukunft
Leuchtturmprojekte unterstreichen die Investitionsdynamik in der Region: Mit dem geplanten Dormio Resort Falkenlay in Kennfus entsteht perspektivisch ein Ferienpark mit rund 1.850 Betten und bis zu 300.000 Übernachtungen jährlich. Aktuell läuft die Planungsphase. „Solche Investitionen sind entscheidend für unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit“, betont Landrätin Anke Beilstein. „Sie sichern Arbeitsplätze, stärken die Wertschöpfung vor Ort und zeigen das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit der Eifel.“
Zu den größeren Investitionsprojekten zählt auch der Center Parcs Park Eifel, der im vergangenen Jahr rund 14,2 Millionen Euro in 30 neue VIP-Ferienhäuser investiert hat. Aber auch die kleineren, traditionsreichen Betriebe investieren in die Zukunft. Das Hotel Heidsmühle in Manderscheid hat im Jahr 2025 den Komfort weiter ausgebaut: es wurden 9 neue Doppelzimmer auf 3-Sterne-superior-Niveau, 5 davon barrierefrei, ein neuer Saunabereich mit Finnischer und Sole/Kräuter-Sauna eröffnet.
Die Eifel aus Gästesicht
Die Ergebnisse einer repräsentativen Gästebefragung des dwif mit rund 2.500 Online-Fragebögen bestätigen das klare Profil der Eifel als Natur- und Wanderziel. „Die Eifel wird eindeutig als Natur- und Wanderregion wahrgenommen – das ist unsere Stärke“, erklärt Bürgermeister Manuel Follmann und führt weiter aus: „Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung rasant voran. Jeder zweite Gast bucht inzwischen online.“ Die Websites der regionalen und lokalen Tourismusorganisationen sind dabei eine zentrale Informationsquelle. Die Digitalisierung ist ein strategischer Schwerpunkt der Arbeit.
“Mit unserem Framework-System setzen wir bundesweit Maßstäbe. Die neue Website www.eifel.info ist mobiloptimiert, nutzt erste KI-gestützte Anwendungen und entspricht modernsten Standards”, sagt Follmann. 2026 wird dieser Standard auf alle angeschlossenen Websites der lokalen Tourismusorganisationen ausgerollt. So entsteht eine starke, gemeinsame digitale Präsenz für die gesamte Eifel – mit klarer Nutzerführung, verbesserter Online-Buchbarkeit und hoher Sichtbarkeit.
Der Trend zur Online-Buchung ist ungebrochen – das belegen die aktuellen Buchungszahlen eindrucksvoll: Im vergangenen Jahr konnte der Gesamtumsatz auf 6,5 Millionen Euro gesteigert werden. Das entspricht einem Plus von rund 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Die Gesamtzufriedenheit unserer Gäste liegt bei der Schulnote 1,8 – das ist ein sehr starkes Ergebnis“, ergänzt Landrat Ramers. „Unsere Pluspunkte sind Natur, Wanderkompetenz, Unterkunftsqualität und echte Gastfreundschaft.“ Gleichzeitig zeigt die Befragung klare Entwicklungsfelder: Dazu zählen beispielsweise die Öffnungszeiten in der Gastronomie sowie wetterunabhängige Angebote.
Neue Angebote und Projekte im Tourismusjahr 2026
Mit neuen Angeboten startet die Eifel in das Tourismusjahr 2026. In Neuenburg entstand ein „Wander-Klettersteig“ mit sechs Kletterpassagen an ausgewählten Felspartien in und um Neuerburg, die eindrucksvollen Ausblicke auf Stadt, Burg und Natur eröffnen. Eine ca. 4,5 km lange Rundroute verbindet die einzelnen Abschnitte und verläuft sowohl durch das historische Städtchen als auch durch angrenzende Waldgebiete. “Die Schwierigkeitsgrade reichen von leichten bis zu anspruchsvolleren Abschnitten. Das ist super für Familien mit kleineren Kindern oder Gruppen, in denen nicht alle klettern wollen oder können, denn die Kletterpassagen können auch umwandert werden”, sagt Bürgermeisterin Krebs, die den Klettersteig selbst schon ausprobiert hat.
Das Projekt „Tourist-Informationen der Zukunft in der Nordeifel“ ist ein interkommunales Vorhaben unter Beteiligung von elf Städten und Gemeinden. Projektträger ist der Kreis Euskirchen. Das Gesamtvolumen beträgt rund 3,47 Mio. Euro, davon werden 90 Prozent über das Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm (RWP) in NRW gefördert. Die Umsetzung erfolgt bis Ende 2026. Ziel ist die zukunftsorientierte Neuausrichtung und Modernisierung der touristischen Anlaufstellen in der Region – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Landrat Ramers: “Es entsteht damit ein modernes, einheitliches und erlebnisorientiertes Netz touristischer Anlaufstellen, das analoge und digitale Elemente miteinander verbindet”.
Im Dezember 2025 fiel der Startschuss für den Bau der Radwegeverbindung Prüm-Gerolstein, dieses Jahr geht es in die Umsetzung. “Der geplante Radweg ist von großer Bedeutung für den touristischen und den Alltags-Radverkehr in unserer Region”, ist sich Landrätin Julia Gieseking sicher. Der Bund übernimmt für dieses Vorhaben rund 90 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 11,33 Millionen Euro. Rund 22 Kilometer wird der Weg lang sein, der auf einer ehemaligen Bahntrasse verläuft. Anbindung besteht an den Kyll-Radweg und an die Vennbahn.