Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 wurden allerdings weniger Gäste (minus 2,6 Prozent) und Übernachtungen registriert (minus 1,6 Prozent).
Unterschiedliche Entwicklungen in den Tourismusregionen
Die Entwicklungen verlief in den Tourismusregionen unterschiedlich. Zuwächse bei Gästen und Übernachtungen gab es in den Regionen Mosel-Saar (Gäste: plus 5,3 Prozent; Übernachtungen plus 3,0 Prozent), Eifel (Gäste: 4,1 Prozent; Übernachtungen: 3,1 Prozent), Lahntal (Gäste: plus 1,4 Prozent; Übernachtungen: plus 1,4 Prozent), Mittelrheintal (Gäste: plus 1,6 Prozent; Übernachtungen: plus 0,7 Prozent) und Rheinhessen (Gäste: plus 1,0 Prozent; Übernachtungen: plus 1,7 Prozent).
In der Region Ahr zeigen sich weiterhin die Fortschritte im Aufbauprozess nach der Flutkatastrophe in 2021. Die Gästezahl nahm hier um 16,1 Prozent und die Übernachtungen um 14,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Dennoch lagen die Gäste- und Übernachtungszahlen noch um 34,3 bzw. 36,5 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019.
Im Hunsrück nahm die Gästezahl um 2,7 Prozent zu, während die Übernachtungen um 2,1 Prozent zurückgingen. Auch im Naheland wurden mehr Gäste (plus 1,1 Prozent) und weniger Übernachtungen (minus 1,9 Prozent) verbucht. Im Westerwald kamen hingegen weniger Gäste als im Vergleichszeitraum 2024 (minus 1,9 Prozent); sie blieben aber im Durchschnitt länger, sodass die Zahl der Übernachtungen um 0,8 Prozent anstieg.
Rückgänge gab es in der Pfalz. Dort wurden im Vergleich zu Januar bis Oktober 2024 1,6 Prozent weniger Gäste und 2,4 Prozent weniger Übernachtungen registriert. Die meisten Gäste und Übernachtungen insgesamt zählten von Januar bis Oktober 2025 die Tourismusregionen Mosel-Saar (Gäste: 1,9 Millionen; Übernachtungen: 5,2 Millionen) und die Pfalz (Gäste: 1,7 Millionen; Übernachtungen: 3,9 Millionen).
Mehr Übernachtungen auf Camping- und Reisemobilstellplätzen
Vier der zehn Betriebsarten verzeichneten steigende Übernachtungszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Deutlich mehr Übernachtungen verbuchten die Camping- und Reisemobilplätze mit dreizehn Prozent. In den Vorsorge- und Rehabilitationsklinikennahmen die Übernachtungen um 3,8 Prozent zu. In den Jugendherbergen und Hütten sowie den Erholungs- Ferien- und Schulungsheimen lagen die Zuwächse bei 2,4 bzw. 2,1 Prozent. Während die Übernachtungszahlen in Hotels, der beliebtesten Unterkunftsart, in etwa stagnierten, gingen diese in den Hotels garnis um 3,1 Prozent zurück. Auch die Ferienhäuser und Ferienwohnungen (minus 3,3 Prozent) sowie die Ferienzentren (minus 3,4 Prozent) verbuchten bei den Übernachtungen Rückgänge. Zu den geringeren Übernachtungenin den Ferienzentren dürfte auch die Schließung eines Ferienparks beigetragen haben. Vor allem bei Gasthöfen und Pensionen gingen die Übernachtungen um 7,5 und 4,3 Prozent zurück. Zum Teil erklärt sich dieser Rückgang durch die geringere Anzahl geöffneter Betriebe.
Mehr Gäste aus dem Ausland
Der Großteil der Gäste in Rheinland-Pfalz stammt aus dem Inland (Anteil: 80 Prozent). Die Zahl der inländischen Gäste stieg von Januar bis Oktober um 2,7 Prozent auf 6,3 Millionen. Diese buchten 15,8 Millionen Übernachtungen (plus 2,1 Prozent). Aus dem Ausland kamen 1,5 Millionen Gäste (plus 0,7 Prozent), für die 4,3 Millionen Übernachtungen registriert wurden (minus 1,3 Prozent).
Tourismus im Oktober: Mehr Gäste und Übernachtungen
Im Oktober kamen mehr Gäste nach Rheinland-Pfalz, die mehr Übernachtungen als im Vorjahresmonat buchten. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher stieg um 3,4 Prozent auf 861.900. Die Zahl der Übernachtungen erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 2,2 Millionen.
Analyse zum Tourismus in Rheinland-Pfalz
Die Entwicklung des Tourismus in den zurückliegenden Jahren beleuchtet die Statistische Analyse „Der Tourismus in Rheinland-Pfalz – Strukturen, längerfristige Trends und aktuelle Entwicklung“, die kürzlich veröffentlicht wurde.
Methodische Hinweise
Die Ergebnisse basieren auf der monatlichen Befragung aller Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Fremdenbetten sowie den Betreibern von Camping- und Reisemobilstellplätzen mit zehn und mehr Stellplätzen.
Den Tourismusregionen Westerwald, Lahntal sowie dem Mittelrheintal liegt ab dem Berichtsjahr 2024 ein neuer Regionszuschnitt zugrunde. Vergleiche mit Zeiträumen vor 2023 sind daher mit großen Einschränkungen verbunden.
Autorin: Dr. Christian Steuerwald (Leitung Referat Unternehmensstatistiken)
Quelle: Statistisches Landesamt RLP