

10,1 Millionen Übernachtungen in Rheinland-Pfalz
Im ersten Halbjahr 2025 wurden in den gewerblichen Beherbergungsbetrieben in Rheinland-Pfalz 4,0 Millionen Ankünfte und 10,1 Millionen Übernachtungen gezählt. Die Zahl der Gäste nahm damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 %, die der Übernachtungen um 3,2 % zu. Damit liegt Rheinland-Pfalz bei der Entwicklung der Übernachtungszahlen an der Spitze des Bundesländerrankings gefolgt vom Saarland und Hamburg. Bundesweit blieb die Übernachtungsnachfrage im ersten Halbjahr stabil. Auch ohne die Region Ahr, die mit weiterhin hohen Steigerungsraten die Verluste der Flutkatastrophe aufholt, liegen die Übernachtungszahlen 2,5 % über denen des Vorjahres.
Incomingmärkte mit leichtem Rückgang
Während die Übernachtungszahlen aus dem Inland um 4,1 % stiegen, gab es aus dem Ausland einen leichten Rückgang um 0,6 %. Bundesweit war der Rückgang mit -3,3 % stärker. Die Top-Märkte entwickelten sich dabei sehr unterschiedlich in Rheinland-Pfalz. Während die Nachfrage aus den beiden volumenstärksten Quellmärkten Niederlande (+4,4 %) und Belgien (+4,9 %) stieg, gab es aus dem drittstärksten US-amerikanischen Markt einen deutlichen Rückgang um 15,0 %, der das Ergebnis maßgeblich beeinflusste. Auch der britische Markt verfehlte das Vorjahresniveau mit -10,8 % recht deutlich. Österreich (-8,9 %) und Frankreich
(-2,4 %) waren ebenfalls im Minus. Die Übernachtungszahlen aus der Schweiz stiegen hingegen um 7,1 %.
Entwicklung in ausgewählten Herkunftsländern 1. Halbjahr 2025
Der Juni bestimmt das Ergebnis
Der Blick auf die saisonale Entwicklung der Übernachtungen zeigt klar, dass das Gesamtergebnis im ersten Halbjahr 2025 von der positiven Entwicklung im Juni bestimmt war. Im Januar wurde das Vorjahresniveau gehalten, im Februar unterschritten. Die Entwicklung im März und April hing stark mit der unterschiedlichen Lage der Osterfeiertage und -ferien (2024 im März, 2025 im April) zusammen. Im Mai wurden noch einmal weniger Übernachtungen als im Vorjahresmonat gezählt, im Juni hingegen 15,5 % mehr. Ausschlaggebend hierfür ist neben den Witterungsbedingungen in den Jahren 2024 und 2025 (u. a. Moselhochwasser im Mai 2024 mit Auswirkungen auf die Buchungen im Juni 2024) auch die Lage der Pfingstfeiertage.
Sieben von zehn Regionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum im Plus
Der Großteil der rheinland-pfälzischen Regionen übertraf im ersten Halbjahr 2025 das Vorjahresergebnis. Dabei entwickelte sich die Region Ahr mit +16,2 % erneut am dynamischsten und kompensierte somit weiter die Verluste durch die Flut. An zweiter Stelle lag die Region Mosel-Saar (+7,7 %), die im Juni die Übernachtungszahlen des Vorjahresmonats um rund ein Fünftel übertraf. Der Westerwald (+5,5 %), die Eifel (+3,8 %) sowie das Mittelrheintal (+3,6 %) lagen ebenfalls über dem Durchschnitt des Bundeslandes. Die Eifel und der Westerwald zeigten sich mit +37,9 % bzw. + 25,1 % im Juni noch dynamischer als die Region Mosel-Saar. Das Lahntal übertraf das Ergebnis des Vorjahreszeitraums im ersten Halbjahr 2025 mit +3,0 % ebenfalls recht deutlich. Naheland (+0,2 %) und Rheinhessen (-0,4 %) lagen knapp über bzw. unter den Vorjahreswerten. Die Pfalz verlor im ersten Halbjahr mit -1,5 % etwas stärker.
Der Städtetourismus zeigte sich bundesweit im ersten Halbjahr verhalten. Die Mitglieder der Städtekooperation Rheinland-Pfalz behaupteten sich dabei im Wettbewerb gut. Koblenz und Trier erreichten das Vorjahresniveau. Die Übernachtungszahlen in Idar-Oberstein (+18,7 %) Worms (+8,0 %) und Speyer (+4,0 %) lagen teils deutlich darüber. Lediglich Mainz verfehlte das Vorjahresniveau (-2,3 %).
Campingplätze mit deutlichem Zuwachs, Hotellerie mit verhaltener Entwicklung
Die Campingplätze sind die Gewinner im ersten Halbjahr. Die Übernachtungszahlen stiegen von Januar bis Juni um knapp ein Drittel. Blickt man nur auf den Juni, so lag die Steigerung sogar bei 76,6 %. Auch die Gruppenunterkünfte zeigten sich dynamisch. Sowohl Jugendherbergen/Hütten (+1,2 %) als auch Erholungs-, Ferien- und Schulungsheime (+4,9 %) übertrafen in den ersten sechs Monaten das Vorjahresergebnis. Die Vorsorge- und Rehakliniken waren ebenfalls im Plus (+2,9 %). Die Entwicklung in der Hotellerie war deutlich verhaltener. Während die Hotels mit +0,3 % das Vorjahresergebnis knapp übertrafen, verfehlten es Hotels garnis (-2,1 %), Pensionen (-4,2 %) und Gasthöfe (-8,7 %). Ferienhäuser, -wohnungen und -zentren waren ebenfalls im Minus.