
Beitragsbild: IHK Trier
Die Unternehmensnachfolge entwickelt sich zu einer der größten Herausforderungen für den deutschen Mittelstand. Noch nie wollten so viele Unternehmerinnen und Unternehmer ihren Betrieb übergeben – doch die passende Nachfolge ist rar. In den Beratungen der Industrie- und Handelskammern (IHKs) stehen bundesweit rund 9600 übergabebereiten Unternehmen nur etwa 4000 potenzielle Interessenten gegenüber. Mehr als ein Viertel der Altinhaberinnen und Altinhaber zieht bereits eine vollständige Schließung in Betracht. Hochgerechnet könnten innerhalb der nächsten zehn Jahre bis zu 250.000 Betriebe wegbrechen – darunter auch Tausende wirtschaftlich gesunde Unternehmen.
Besonders angespannt ist die Lage im Gastgewerbe, im Einzelhandel und im Verkehrsgewerbe. In diesen Branchen kommen auf einen potenziellen Nachfolger rechnerisch mehr als drei beziehungsweise vier angebotene Betriebe, bei Dienstleistern und in der IT-Branche immerhin noch zwei. Die Folgen reichen oft deutlich über die betroffenen Unternehmen hinaus – vielerorts stehen Geschäfte leer, Innenstädte verlieren an Attraktivität, und regionale Versorgungsstrukturen brechen weg. Kevin Gläser, Leiter Existenzgründung und Unternehmensförderung der IHK Trier: „Auch in der Region Trier stehen in den kommenden Jahren zahlreiche Unternehmen vor einem Generationenwechsel. Gerade im ländlichen Raum zeigt sich, wie herausfordernd es sein kann, geeignete Nachfolgerinnen und Nachfolger zu finden. Wir unterstützten die Betriebe mit unserer IHK-Nachfolgeoffensive ganz konkret – von individuellen Beratungsgesprächen über Seminare bis hin zur gezielten Vermittlung von Interessierten über Nachfolgebörsen. Wichtig ist, frühzeitig ins Gespräch zu kommen. Ich kann Unternehmerinnen und Unternehmer nur ermutigen, die kostenlosen Angebote der IHK Trier zu nutzen, um diesen komplexen Übergabeprozess frühzeitig und gut vorbereitet anzugehen.“
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist die Zahl der IHK-Beratungen im Jahr 2024 angestiegen. Das intensive Engagement der IHKs vor Ort zeigt Wirkung: Zuletzt kamen wieder etwas mehr Interessenten für eine Unternehmensübernahme. Parallel ist die Politik gefragt, die Rahmenbedingungen als „Push-Faktoren“ für Unternehmertum zu verbessern.
Die DIHK hat aus den Praxiserfahrungen der von den IHKs beratenen Unternehmen und potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern konkrete Forderungen abgeleitet:
• Vorschriften abbauen und Bestandsschutz für übernommene Betriebe einführen
• Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen
• Rechtssichere Datenübernahme ermöglichen
• Nachfolgekultur stärken
Den vollständigen DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025 finden Sie hier.
Kontakt zu den Beratern der IHK Trier:
Kevin Gläser, Telefon 0651 9777-530, glaeser@trier.ihk.de; Henry Erbel, Telefon 0651 9777-531, erbel@trier.ihk.de
Nähere Informationen:
IHK Trier
Herzogenbuscher Straße 12
54292 Trier
www.ihk-trier.de