
Beitragsbild: Kreisverwaltung Vulkaneifel
Wie wollen die Menschen in Zukunft im Landkreis Vulkaneifel leben, arbeiten und miteinander umgehen? Auf diese zentralen Fragen haben über 2.000 Bürgerinnen und Bürger zwischen
Ende März und Mitte Mai 2025 im Rahmen einer groß angelegten Bürgerbefragung geantwortet – mit großem Engagement und klaren Vorstellungen. Die Ergebnisse wurden nun am 23. Juni im
Ausschuss Kreisentwicklung von „entra Regionalentwicklung“ vorgestellt – sie bilden die Grundlage für den weiteren Fahrplan im Prozess zum Kreisentwicklungskonzept. Die Befragung, gegliedert in eine allgemeine Bevölkerungsbefragung, eine Jugendbefragung und eine Unternehmensbefragung, zeichnet ein vielschichtiges und ehrliches Bild: 83 Prozent der Teilnehmenden schätzen die landschaftliche Besonderheit der Vulkaneifel, 73 % bezeichnen sie als lebenswerte Region. Auch in dem Bereichen Wohnen, Bildung, Freizeit und Arbeit sind die Zufriedenheitswerte durchweg hoch.
Gleichzeitig wird deutlich, wo es aus Sicht vieler Bürgerinnen und Bürger konkreten Handlungsbedarf gibt: Die Mobilität im Landkreis wird von 68 % kritisch gesehen – vor allem aufgrund unzureichender ÖPNV-Anbindung, Lücken im Bahn- und Straßennetz und der hohen Abhängigkeit vom Auto. Bei der medizinischen Versorgung äußern 58 % Unzufriedenheit, etwa wegen Nachwuchsmangel bei Ärztinnen und Ärzten, eingeschränkten Angeboten, wenig bekannten Beratungsstellen. Die Digitalisierung bewerten 51 % als unzureichend – insbesondere mit Blick auf Mobilfunkabdeckung, Glasfaserausbau und digitale Verwaltungsleistungen. Diese drei Bereiche – Mobilität, Gesundheit und Digitalisierung – sollen nach Ansicht von mehr als 90 % der Befragten künftig besondere Priorität haben. Auch die ergänzenden Befragungen liefern klare Hinweise: Jugendliche wünschen sich mehr Freizeitangebote, bessere Busverbindungen und mehr Orientierung bei Berufs- und Ausbildungsfragen. Die befragten Unternehmen betonen unter anderem den Fachkräftemangel, langsame Verwaltungsprozesse und mangelnde infrastrukturelle Voraussetzungen.
Landrätin Julia Gieseking sieht in den Ergebnissen einen wichtigen Impuls für Politik und Verwaltung: „Diese Bürgerbefragung ist weit mehr als eine statistische Erhebung – sie ist Ausdruck von gelebter Mitgestaltung. Die Rückmeldungen zeigen, wie sehr den Menschen ihre Heimat am Herzen liegt. Wir nehmen dieses starke Zeichen ernst. Es ist unsere Aufgabe, diese Hinweise aufzunehmen, zu reflektieren und in einen lösungsorientierten Prozess zu überführen.“ Und genau dieser Prozess geht nun in die nächste Runde: Es findet ein interner Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern der Kreisverwaltung statt. Ziel ist es, auf Basis der Befragungsergebnisse zentrale Handlungsfelder und thematische Schwerpunkte herauszuarbeiten. Damit wird der Grundstein gelegt für die Weiterentwicklung des Kreisentwicklungskonzeptes. Im Herbst wird es dann konkret vor Ort: Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich im Rahmen der Regionalen Dialogkonferenzen aktiv einzubringen. Diese Veranstaltungen finden in jeder Verbandsgemeinde statt und bieten Raum für Austausch, Diskussion und kreative Ideen.
Quelle: Kreisverwaltung VulkaneifelDie Ergebnisse der Bürgerbefragung wurden am 23. Juni im Ausschuss Kreisentwicklung von „entra Regionalentwicklung“ vorgestellt – sie bilden die Grundlage für den weiteren Fahrplan im Prozess zum Kreisentwicklungskonzept.
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