
Beitragsbild: WFG Vulkaneifel/Christina Kirst
Der Auftakt eines neuen Veranstaltungsformates der WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel mbH war sehr erfolgreich. Einmal im Jahr bieten die „Dauner Gespräche“ ab sofort die Möglichkeit für einen Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung, um für die Vulkaneifel Positionen zu zeigen, Impulse zu setzen und Perspektiven zu eröffnen. Thema des ersten Gesprächs war im Dauner Forum die „Zukunft der Arbeit“.
Für Judith Klassmann-Laux, Geschäftsführerin der WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel und Abteilungsleiterin Struktur- und Kreisentwicklung beim Landkreis Vulkaneifel, war das Ziel der „Dauner Gespräche“ klar: „Wir wollen gemeinsam nach vorne schauen und einen Dialog in Gang setzen. Dafür ist das Forum in Daun genau der passende Ort. Ein Forum ist ein realer Ort oder ein virtueller Raum, in dem Fragen gestellt und beantwortet werden und Menschen miteinander Ideen und Meinungen austauschen können.“ Das Veranstaltungsformat versteht sich auch als Teil des Kreisentwicklungskonzeptes, das unter anderem die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln in der Vulkaneifel verbessern will.
Julia Gieseking, Landrätin des Landkreises Vulkaneifel, eröffnete die Gesprächsrunde mit Gedanken zur rasanten Veränderung durch die digitale Transformation. „Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Arbeitswelt, die uns große Chancen bietet, uns aber auch vor große Herausforderungen stellt. Die zunehmende Digitalisierung und die Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bieten, verändern schon jetzt die Arbeit der Verwaltung und auch die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger, die in Teilen schon einen 24/7-Service nutzen können. Neben den technologischen Aspekten gibt es auch menschliche Herausforderungen, die man bei der Suche nach Talenten gerade im ländlichen Raum erkennen muss. Junge Menschen werden sich im Laufe ihres Berufslebens in ganz anderem Maße als bisher auf neue Rahmenbedingungen einstellen und an sich selbst arbeiten müssen.“ Politik und Kommunen müssten weiterhin konsequent für gute strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen sorgen, die sowohl die Ansiedlung von Unternehmen als auch die Gewinnung von Fachkräften in der Region erleichtern und attraktiv machen. Mit Unterstützung von Bund und Land gelte daher beispielsweise dem Breitbandausbau besondere Aufmerksamkeit. Die Zukunft der Arbeit in der Vulkaneifel sieht sie positiv – neben Global Playern und Hidden Champions finden sich auch gut aufgestellte Familienunternehmen in der Region.
Im Dauner Forum verfolgten rund 100 Gäste aufmerksam die Podiumsdiskussion zur Zukunft der Arbeit in der Vulkaneifel – ein gelungener Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe ‚Dauner Gespräche. In der Diskussion wurde eine stärkere Information an den Schulen für die anspruchsvollen Ausbildungen im Handwerk als Gegenbewegung zu einer „Überakademisierung“ gefordert. Aktive Präsenz an Schulen und Hochschulen und eine aktive Social-Media-Präsenz seien unabdingbar für eine Ansprache potenzieller Azubis und deren Familien. Bei der Anwerbung von ausländischen Fachkräften sind deutsche Sprachkenntnisse oft ein entscheidender Punkt, und ein interkulturelles Verständnis sei ein wesentlicher Integrationsfaktor. Oft scheiterten erfolgreiche
Anwerbungen allerdings an zu langsamen Verfahren und bürokratischen Hürden, die in einer digitalisierten Gesellschaft weder zeitgemäß noch akzeptabel seien.
Die Fragen und Anregungen von Unternehmern aus dem Publikum drehten sich um die realistischen branchenspezifischen Möglichkeiten flexibler Arbeitszeitmodelle und forderten vor allem dringend einen Bürokratieabbau auf der Bundes-, Landes- und kommunalen Ebene. Wenn es schnellere Entscheidungen gäbe, könnte unternehmerisch effektiv gehandelt werden, und so das Ziel erreicht werden, eine nachhaltig positive Entwicklung der Vulkaneifel als liebens- und lebenswerte Region mit leistungsbereiten Menschen zu erreichen.
Weitere Informationen & Kontakt:
Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel mbH (WFG)
Mainzer Str. 24
54550 Daun,
E-Mail: judith.klassmann-laux@wfg-vulkaneifel.de
Tel.: 06592 933-20