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Beitragsbild: Jörg Hempel

15. Mai 2025

Konjunkturumfrage der IHK Aachen: Frühlingserwachen bleibt aus

Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Aachen ist durchwachsen

Die konjunkturelle Erholung lässt weiter auf sich warten. „Es ist zwar wieder etwas mehr Optimismus bei den Unternehmerinnen und Unternehmern als noch zu Jahresbeginn spürbar, jedoch befinden sich Lage und Erwartungen deutlich unter dem Niveau vergangener Jahre“, fasst Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, die
Ergebnisse der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage zusammen. An der Befragung haben sich 354 Unternehmen mit rund 25.400 Beschäftigten aus der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg beteiligt.

29 Prozent der Befragten melden gute Geschäfte. Das sind nur geringfügig mehr als zuletzt. Ein Viertel der Befragten – etwas weniger als zuletzt – ist unzufrieden. Der Saldo stieg um +5 auf 4 Punkte, liegt allerdings deutlich unter dem langjährigen Schnitt von 24,7 Punkten. Die Erwartungen haben sich verbessert, bleiben aber überwiegend schlecht. 21 Prozent der Betriebe blicken optimistisch in die Zukunft. Die negativen Rückmeldungen sind von 36 auf 27 Prozent zurückgegangen. Damit bewerten die Betriebe ihre Erwartungen nun im dritten Jahr in Folge überwiegend schlecht. Eine so lange Negativphase gab es noch nie. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich seit dem Jahresbeginn nicht verbessert. Neben den bürokratischen Belastungen erschweren die neuen Zollkonflikte mit den USA die Planungssicherheit für die Unternehmen“, erläutert Bayer. „Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung enthält positive Ansätze, die jedoch sehr weit hinter den Erwartungen der Wirtschaft liegen. Die Unternehmen brauchen jetzt konkrete Entlastungen, zum Beispiel bei den Energiepreisen, Steuern und Abgaben. Hier bleibt der Vertrag zu vage. Die aktuelle Lage erfordert mehr Mut zur Veränderung.“

Als größtes Konjunkturrisiko nennen 60 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das ist ein neuer Rekordwert. 55 Prozent der Betriebe sorgen sich vor einem Rückgang der Inlandsnachfrage, etwas weniger nennen die Arbeitskosten (53 Prozent) und den Arbeits- und Fachkräftemangel (50 Prozent) als größte Herausforderungen für die Wirtschaft. Mehr als die Hälfte aller Industriebetriebe rechnet mit spürbaren Auswirkungen durch die Zollpolitik der USA, jeder zehnte Befragte befürchtet sogar sehr starke Folgen. Weitere 20 Prozent gehen von starken Auswirkungen aus. Nur 4 Prozent glauben, dass die gestiegenen Zölle keine Konsequenzen für sie haben werden. Dementsprechend rechnen die Unternehmerinnen und Unternehmer mit keinen Wachstumsimpulsen des Exports. Der Saldo stieg nur geringfügig um +3 auf -7 Punkte, bleibt aber überwiegend negativ. Auch die
Investitionspläne der Betriebe haben sich seit dem Jahresbeginn kaum verändert. Der Saldo stieg von +4 auf +6 Punkte. Die Ertragslage bleibt weiter schlecht. Der Saldo stieg von -26 auf -18 Punkte und bleibt damit zum neunten Mal in Folge im negativen Bereich. Dabei melden vier von zehn Betrieben gesunkene Erträge.

Aufgrund der allgemeinen Wirtschaftslage gibt es auch bei der Beschäftigung keinen Lichtblick. Ein Viertel der Befragten rechnet mit einem Anstieg der Mitarbeiterzahl, geringfügig weniger mit einem Rückgang. Die Arbeitslosenquote in der Region Aachen liegt aktuell bei 7,2 Prozent. Sie ist damit weiterhin niedriger als in Nordrhein-Westfalen (7,8 Prozent), allerdings höher als auf Bundesebene (6,3 Prozent).

Die detaillierten Umfrageergebnisse sind einsehbar unter www.ihk.de/aachen

Quelle: IHK Aachen

Kategorien:
Regionale Wirtschaft

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Autor(in): Autor/-in: Redaktionsteam
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