8. Juni 2022

Forderungskatalog für die Koalitionsverhandlungen in NRW

Foto © LANDESVERBAND REGIONALBEWEGUNG NRW E.V.

Regionalisierung der Ernährungswirtschaft jetzt voranbringen:

Forderungen der Regionalbewegung NRW und des Netzwerks Regionalitätsstrategie für die Koalitionsverhandlungen in NRW

➢ Unsere vorwiegend auf die Globalisierung ausgerichtete Wirtschaftsweise verursacht große Umweltprobleme und Biodiversitätsverluste.

➢ Bäuerlich geprägte landwirtschaftliche Betriebe und das Lebensmittelhandwerk ringen um gute Zukunftsperspektiven und gesellschaftliche Anerkennung.

➢ Immer mehr Menschen möchten regional und nachhaltig erzeugte Lebensmittel konsumieren.

➢ Regionale und nachhaltige Lebensmittelerzeugung bietet vielfältige Zukunftsperspektiven und gestaltet klimaangepasste Grüne Infrastruktur in Stadt und Land.

Wie können wir diese Herausforderungen und Chance zusammenbringen und Lösungswege aufzeigen? Diese Fragestellung war die Hauptmotivation für die Regionalbewegung NRW gemeinsam mit über dreißig Netzwerkpartnern die bundesweit erste Regionalitätsstrategie zu erarbeiten.

Die Netzwerkpartner fordern jetzt die Koalitionspartner auf, die Ergebnisse der Regionalitätsstrategie NRW zu nutzen und gemeinsam an einer Regionalisierung unseres Ernährungssystems zu arbeiten.

Eine „Transformation unseres Ernährungssystems ist aus vielerlei Hinsicht dringend nötig“ und „die Zukunft der Landwirtschaft ist regional“: diese Erkenntnisse werden inzwischen von vielen Akteuren aus der Landwirtschaft, der Ernährungswirtschaft, Politik und der Forschung bestätigt. Allen Beteiligten muss dabei klar sein: Diese Veränderung kann nur gemeinschaftlich gestemmt und im fortwährenden Dialog gut gemeistert werden.

UND es ist damit ein erheblicher, auch finanzieller Aufwand verbunden.

Politische Vorgaben und das Marktgeschehen haben gewisse Prozesse wie das „Höfesterben“ beschleunigt. Nun müssen entsprechende politische Regelungen und finanzielle Unterstützung den Transformationsprozess einleiten und befördern.

Die Handlungsempfehlungen aus der Regionalitätsstrategie NRW sollten zügig umgesetzt werden:

1. Wir brauchen eine Koordinierung der vielfältigen Aktivitäten in den Regionen zum Aufbau regionaler Wertschöpfungsnetzwerke. Wenn wir die guten Ansätze nicht koordinieren, vertun wir Fördergelder und wertvolle Synergien!

2. Wir brauchen Regionale Wertschöpfungszentren (RegioWez) mit einem Wertschöpfungsmanagement, die Prozesse zum Ausbau der Regionalen Vermarktung in Koordination mit den Ökomodellregionen, LEADER-Regionen, Solidarische Landwirtschaften, Direktvermarkter*innen, Regionalvermarktungsinitiativen, Naturparkverwaltungen, Ernährungsräten, Regionalwert AGs etc. voranbringen. Und: die Fördergelder zum Thema in die Regionen holen, weil sie den Überblick dazu besitzen.

Die Idee der RegioWez wurde bereits in einigen Regionen NRWs interessiert aufgenommen und Möglichkeiten für deren Umsetzung diskutiert. In diesen Regionen sollte das Konzept mit Hilfe einer Modellförderung weiter konkretisiert und der Start solcher Zentren vorbereitet werden. Da die Regionen in NRW sehr unterschiedlich ausgeprägt sind, ist es ratsam, verschiedene Modelle regionaler Wertschöpfungszentren zu entwickeln. Diese können dann als Entscheidungshilfe für andere Regionen und als Grundlage zur Entwicklung weiterer Zentren dienen.

3. Wir brauchen neue Förderprogramme, die unter dem Oberbegriff „Aufbau von Nahversorgerregionen“ Weiterverarbeitungsbetriebe, Logistik-Organisation und Umstiegskonzepte für bäuerliche Betriebe an den Start bringen. Eine interministerielle Task Force für diese Aufgabe sollte zügig Vorschläge hierzu erarbeiten. Denn: der Aufbau regionaler Wertschöpfungsnetzwerke als Querschnittsaufgabe ist nicht alleinige Aufgabe der Agrarverwaltung. Vielmehr muss sich auch die Wirtschaftsförderung bis hin zum Wirtschaftsministerium dieser Aufgabe annehmen.

4. Wir brauchen eine Qualifizierungsoffensive Regionalvermarktung NRW: Für den Aufbau einer regionalen Vermarktung entlang von Wertschöpfungsketten sind vielfältige Kenntnisse unterschiedlicher Akteure notwendig. Mit der vielfachen Expertise der Regionalbewegung NRW können in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für ländliche Entwicklung NRW (ZeLE), dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV)/ der Natur- und Umweltschutzakademie (NUA) NRW und der Landwirtschaftskammer NRW Qualifizierungskonzepte hierzu entwickelt und angeboten werden.

5. Wir brauchen einen fortlaufenden Diskurs zum Thema Regionalisierung unseres Ernährungssystems: Die Regionalbewegung NRW hat in diesen Themenfeldern vielfältige Expertise aufgebaut. Mit Ihrem breiten Netzwerk Regionalitätsstrategie NRW ist sie prädestiniert, die Koordination der Regionalisierungsprozesse mit zu gestalten und in einem Regio.Diskus.NRW fortzuführen sowie den Aufbau der Regionalen Wertschöpfungszentren zu managen.

Quelle: Pressemitteilung des LANDESVERBAND REGIONALBEWEGUNG NRW E.V.

https://www.regionalmarke-eifel.de/Forderungskatalog-Regionalbewegung-NRW

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