8. März 2022

Tourismusbilanz Rheinland-Pfalz 2021

Weiterhin drastische Verluste für Rheinland-Pfalz durch die Pandemie und die Flutkatastrophe.

2021 war erneut ein schwieriges Jahr für den Tourismus in Rheinland-Pfalz. Es begann mit einem Lockdown, in den ersten Monaten waren touristische Dienstleistungen weitestgehend untersagt. Im Juli kam außerdem die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal hinzu. Das alles wirkte sich besonders negativ auf die Gäste- und Übernachtungszahlen aus. Sie fielen im Vergleich zu 2020, dem ersten „Coronajahr“, um knapp 11 bzw. 8 %. Insgesamt kamen 2021 knapp 4,9 Millionen Gäste nach Rheinland-Pfalz, die 14,2 Millionen Übernachtungen generierten. Aus dem Inland wurden rund 4,9 Millionen Gäste (-9,4 %) und 12,1 Millionen Übernachtungen (-5,8 %) gezählt.  Wie auch im Vorjahr war der Incoming-Tourismus deutlich stärker betroffen. Die internationalen Gästeankünfte lagen bei 686.147 (-18,4 %), es wurden 2,12 Millionen Übernachtungen registriert (-18,7 %). Das Vorkrisenniveau blieb auch 2021 weiterhin unerreichbar.

Rheinland-Pfalz im Bundesländervergleich auf Platz 8
Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 310,3 Millionen Übernachtungen verzeichnet, ein Plus von 2,6 % gegenüber 2020. Trotz dieser leichten Erholung blieb das Vorkrisenniveau von 2019 in weiter Ferne (-37,4 %). Rheinland-Pfalz rangiert mit einem Verlust von 7,9 % im Mittelfeld auf Platz acht. Neben den Auswirkungen der Coronakrise war der Tourismus massiv von der Flutkatastrophe beeinträchtigt. Blickt man auf die Entwicklungen deutschlandweit, konnten einige Bundesländer sogar wieder Zuwächse im zweistelligen Bereich verbuchen. Allen voran Berlin (+13,7 %), Schleswig-Holstein (+12 %) und Bremen (+11,7 %).

Übernachtungen im Ahrtal brechen um die Hälfte ein, drei Regionen mit leichten Zuwächsen
Im Ahrtal brachen die Übernachtungszahlen, neben Corona bedingt durch die Flutkatastrophe, um mehr als die Hälfte weg. Auch die Eifel (-12,7 %) und die Mosel-Saar Region (-11,1 %) mussten zweistellige Verluste hinnehmen, was unter anderem durch die direkte Nähe zur Ahr und weiteren Hochwasserlagen bedingt war. Im Rheintal und in der Region Westerwald-Lahn fielen die Rückgänge mit einem Minus von 3,7 % etwas weniger stark aus. In den restlichen drei Regionen gab es zumindest einen kleinen Lichtblick. Die Übernachtungszahlen konnten sich im Vergleich zum Vorjahr leicht erholen, bewegten sich aber immer noch weit unter dem Niveau von 2019. Der Hunsrück, Rheinhessen und das Naheland verzeichneten Zuwächse von 3,3 – 5,2 %.

Aufenthaltsdauer steigt weiter auf 2,9 Tage
Die Aufenthaltsdauer stieg auch 2021 weiter an. Lag sie vor der Pandemie noch bei 2,5 Tagen, wurden 2021 2,9 Tage erreicht. Im Bundesdurchschnitt dauert der Urlaub in Deutschland 3,2 Tage.

Campingplätze verlieren massiv, Nachfrage nach Ferienhäusern und -wohnungen klettert ins Plus
Kamen die Campingplätze 2020 noch vergleichsweise gut durch die Krise, mussten sie 2021 einen Verlust von 29,1 % der Übernachtungen verbuchen. Ebenfalls im zweistelligen Bereich (-14,6 %) verloren die Jugendherbergen. Pensionen, Ferienzentren, Vorsorge- und Rehakliniken, Hotels sowie Gasthöfe verzeichneten Rückgänge von 7,2 bis 2,9 Prozent. In drei Betriebsarten stiegen die Übernachtungszahlen dagegen leicht an: Hotels garnis +0,9 %, Erholungs-, Ferien- und Schulungsheime +2,8 % und Ferienhäuser/-wohnungen +3,9 %.

Entwicklung im Jahresverlauf: weiterhin weit entfernt von Normalität, kurzes Aufatmen im Oktober
Das neue Jahr begann, wie das alte geendet hatte: mit einem Lockdown. Die Übernachtungszahlen im Januar und Februar brachen daher um mehr als 70 Prozent und im März um knapp 45 % ein. Im April entspannte sich die Lage kurzzeitig, die Zahlen lagen um rund 58 % über denen des Vorjahrs. Allerdings zeigt der Vergleich mit April 2019 ein drastisches Minus von 82 %, das Vorkrisenniveau blieb weiterhin unerreichbar. Von Mai bis September bewegten sich die Verluste zwischen 0,9 und 18,9 %. Aufgrund der Flutkatastrophe Mitte Juli waren die Einbrüche in diesem Monat am höchsten. Urlaube im Ahrtal, aber auch in den angrenzenden Regionen Eifel, Mosel-Saar und Hunsrück wurden storniert. Der erste nennenswerte Zuwachs an Übernachtungszahlen wurde im Oktober mit einem Plus von 15,4 % verzeichnet. Aber auch in diesem Monat reichten die Werte nicht an die 2019-er Zahlen heran (-6,6 %). Im November und Dezember stiegen die Übernachtungszahlen sprunghaft an (+193 % bzw. +162 %). Hierbei bleibt zu beachten, dass der Tourismus in den Vergleichsmonaten im Vorjahr durch einen Lockdown nahezu zum Erliegen gekommen war.

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Bad Ems, 2022; Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Klaus Schäfer

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