4. Januar 2022

COVID-19 Forschung – Große Zustimmung für Booster-Impfung und QR-Code in der Grenzregion

Heerlen, 16. Dezember 2021. Ergebnisse der Studie über die Auswirkungen von COVID-19 in der Euregio Maas-Rhein.
In der Grenzregion gab es eine große Zustimmung für den QR-Code als Zugangsbeweis für Aktivitäten und die Durchführung von Tests im Falle von Beschwerden. Dies geht aus einer Studie über die Auswirkungen von COVID-19 in der Euregio Maas-Rhein (EMR) hervor, die von den Gesundheitsämtern und anderen Gesundheitsinstitutionen in der Euregio in grenzüberschreitender Zusammenarbeit durchgeführt wurde. Die Bereitschaft für eine Auffrischungsimpfung war hoch, insbesondere bei den über 60-Jährigen. Mit einer Lockerung der (Mobilitätseinschränkenden-)Maßnahmen nahm die Häufigkeit der Grenzübertritte wieder zu. Allerdings ist die Mobilität in die Grenzregionen immer noch deutlich geringer als vor dem Ausbruch der Korona-Pandemie.

 

Factsheet EMR Studie DE (784.1 KiB)

Forschung
Die Studie bestand aus zwei Runden. In beiden Runden füllten die Teilnehmer einen Online-Fragebogen aus und nahmen durch einen Fingerstich eine Blutproben ab. Im Blut wurden Antikörper gegen das Coronavirus gemessen. Die Einladungen für die erste Runde wurden im April/Mai 2021 verschickt, die Einladungen für die zweite Runde Ende September/Anfang Oktober 2021. Insgesamt nahmen sich 3339 Personen Blut ab füllten den Fragebogen in beiden Runden aus. Mehr dazu im Merkblatt “Auswirkungen von COVID-19 auf die Euregio Maas-Rhein”.

Impfung und Antikörper

Die Analyse der Blutproben ergab, dass im September/Oktober 93 % der Bürger*innen Antikörper (IgG-Antikörper) gegen das Coronavirus aufwiesen. Dazu gehören sowohl geimpfte als auch ungeimpfte Personen. Antikörper werden als Reaktion auf eine Coronainfektion oder eine Impfung gebildet. In diesem Zeitraum waren 93 % aller Bürger*innen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die am häufigsten genannten Gründe für die Impfung waren in allen drei EMR-Ländern gleich, nämlich die Verhinderung einer (schweren) Erkrankung, Schutz der Familie und die Rückkehr zur Normalität. Die Mehrheit der Bürger*innen gab an, dass sie sich mit einer Auffrischungsimpfung impfen lassen würden, sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt. Diese Bereitschaft war bei den Bürger*innen im Alter von 60 Jahren und älter höher, und bei den deutschen Bürger*innen im Vergleich zu den anderen Ländern am größten. „Die Bereitschaft für die Booster-Impfung in dieser Altersgruppe ist wichtig. Die Wirksamkeit der Impfung kann abnehmen, je länger die Impfung zurückliegt, bei älteren Menschen und aufgrund neuer Varianten. Mit diesem Booster können wir die Immunität wieder stärken und sowohl

Krankenhausaufenthalte als auch eine Ausbreitung verhindern”, sagt Forschungsleiter Prof. Dr. Christian Hoebe, Professor für Infektionskontrolle am GGD Zuid Limburg und Maastricht UMC+.  In den Niederlanden hatte ein größerer Teil der Bürger*innen Zweifel an der Booster-Impfung als in Belgien und Deutschland. Dies lässt sich möglicherweise dadurch erklären, dass zum Zeitpunkt der Befragung in Deutschland und Belgien bereits mehr Klarheit über die Einführung der Booster-Impfung herrschte.

Corona-Maßnahmen pro Grenzregion
Obwohl die Grenzen für die Bürger in der Euregio oft nicht sichtbar sind, wurden sie durch (unterschiedliche) Maßnahmen in allen drei Ländern deutlich erkennbar. Zu den Maßnahmen, die in allen drei Ländern ergriffen wurden bzw. werden, gehören das Einhalten eines Abstands von eineinhalb Metern, das Tragen einer Maske, die Begrenzung der Gruppengröße und die Einschränkung des Reiseverkehrs. Die überwiegende Mehrheit (60-80 %) der Bürger*innen in Belgien, Deutschland und den Niederlanden gab im Zeitraum April-Juni an, dass sie diese Maßnahmen gut einhalten und sie als leicht zu befolgen und nützlich empfinden. Diese Prozentsätze waren bei den deutschen Bürger*innen am höchsten. Von allen Maßnahmen fiel es den Bürger*innen in den drei Ländern am leichtesten, sich an das Tragen einer Maske zu halten.

Die Fragebögen von September und Oktober zeigten, dass die Einhaltung eines Abstands von anderthalb Metern und das Tragen einer Maske, nach wie vor als nützlich und wichtig angesehen werden. Eine Ausnahme bilden die Niederlande, die das Tragen einer Maske als weniger nützlich erachten und sich auch am wenigsten für die Beibehaltung dieser Maßnahme aussprechen. „Dies lässt sich möglicherweise dadurch erklären, dass zu diesem Zeitpunkt die Maskenpflicht in den Niederlanden bereits gelockert wurde, während sie in Deutschland und Belgien noch in Kraft war. Außerdem wurde in den Niederlanden oft über die Wirksamkeit der Masken diskutiert”, sagt Stefaan Demarest, Projektleiter für Gesundheitsforschung bei Sciensano.

Die Bürger*innen waren sich einig, dass zu Hause bleiben und die Durchführung von Tests im Falle von Beschwerden bei der Bekämpfung des Coronavirus hilfreich sind, und hielten es daher für wichtig, diese Maßnahme beizubehalten. Eine große Mehrheit der Befragten findet den Gebrauch des QR-Codes als Zugangsbeweis nützlich, und die Beibehaltung des Zugangsbeweises für die Teilnahme an den Aktivitäten fand große Zustimmung. Im Vergleich zu April-Juni sprachen sich weniger Bürger*innen für eine Begrenzung der Gruppengröße und Einschränkung des Reiseverkehrs aus und waren generell nicht für die Beibehaltung dieser Maßnahmen.

Mobilität im Ausland          
Es ist keine unbekannte Tatsache, dass die Bewohner der Euregio regelmäßig die Grenze überqueren. Familienangehörige oder Freunde in einem Nachbarland schaffen eine Bindung zu den Nachbarländern und oft werden die Vorteile von billigerem Benzin oder Lebensmitteln jenseits der Grenze genutzt. Die Corona-Pandemie hat Veränderungen mit sich gebracht, auch in Bezug auf die Leichtigkeit, mit der die Menschen über die Grenze fahren. „Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie ging die

Häufigkeit der Besuche jenseits der Grenze aufgrund der (Mobilitätseinschränkenden-)Maßnahmen deutlich zurück. Als die Maßnahmen gelockert wurden, stieg die Häufigkeit der Grenzübertritte wieder an”, so PD Dr. med. Norbert Schnitzler, Leiter des Kreisgesundheitsamtes Kreis Düren. In allen drei Ländern haben sich die Besuche bei Familie, Freunden und Bekannten jenseits der Grenze sowie

Kurzbesuche wie Einkaufen oder Tanken seit dem Sommer 2021 verdoppelt, sind in Ihrer Häufigkeit aber immer noch deutlich weniger als vor Corona. Von den EMR-Ländern besuchten die Belgier am häufigsten Verwandte, Freunde oder Bekannte jenseits der Grenze. Die Niederländer überquerten die Grenze meist nur für kurze Besuche, z. B. zum Essen oder Tanken.

 

Partner

Diese Studie wird durchgeführt von GGD Zuid Limburg, Stichting euPrevent, Maastricht UMC+, Gesundheitsamt des Kreises Düren, Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg, Gesundheitsamt der StädteRegion Aachen, Sciensano und Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens. Das Projekt wird durch das Interreg EMR-Programm gefördert. “Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen, dass Corona einen großen Einfluss auf Grenzregionen wie die EMR hat, da das tägliche Leben schon immer auf einer Region ohne Grenzen basierte. Forschung, die zu einer koordinierten euroregionalen Politik in Krisenzeiten beitragen kann, ist von wesentlicher Bedeutung und kann als Beispiel für andere Grenzregionen dienen.‘‘, Brigitte van der Zanden, Direktorin der Stiftung euPrevent EMR.

 

Kontakt:

Laura Weinberger

Stabsstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Fon 02421.22-1003110

l.weinberger@kreis-dueren.de

kreis-dueren.de/socialmedia

Kreisverwaltung Düren
Bismarckstr. 16

52351 Düren

 

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