25. Juni 2020

Erstmals 32 Kindertagesstätten als Nationalpark-Kitas Eifel ausgezeichnet

(Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/M. Weisgerber)

Kooperationsprojekt zwischen Nationalpark Eifel und Kindertagesstätten in der Region setzt Akzente für mehr Naturverbindung.

Schleiden-Gemünd, den 24.06.2020. Zum ersten Mal in der Geschichte des Nationalparks Eifel wurden jetzt Kindertageseinrichtungen zur Nationalpark-Kita ausgezeichnet. Insgesamt 32 Einrichtungen aus der Nationalparkregion hatten während eines zweijährigen Anerkennungszeitraums zahlreiche Projekte mit ihren Kindern zu den Themen Natur, Umwelt und Nationalpark umgesetzt und sich damit als Partner des besonderen Schutzgebiets ausgezeichnet. Die Schirmherrschaft für das noch junge Kooperationsprojekt liegt gemeinsam bei NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und NRW-Familienminister Dr. Joachim Stamp.

Nachdem die feierliche Auszeichnungsveranstaltung der Nationalpark-Kitas Mitte Mai aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, hat die Nationalparkverwaltung nun ein Video veröffentlicht, in dem auch Umweltministerin Ursula Heinen-Esser die wertvolle Arbeit der Kindertageseinrichtungen würdigt. „Es ist ein toller Erfolg, dass gleich 32 Einrichtungen an der ersten Auszeichnung zu Nationalpark-Kitas teilnahmen. Hierfür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar. Die Kinder können so von klein auf die heimische Natur kennenlernen und spielerisch die großen und kleinen Geheimnisse der Natur lüften. Das unterstützt die Wertschätzung für eine intakte Umwelt und kann ein ganzes Leben prägen“, so Ministerin Heinen Esser anlässlich der Auszeichnung: „Die Nationalpark-Kitas sind eine wichtige und gute Ergänzung zu den Nationalpark-Schulen. Es ist wichtig, die vielfältigen Themen einer nachhaltigen Entwicklung im Laufe der Bildungsbiografie immer wieder aufzugreifen.“

Das Video ist ab sofort auf dem Youtube-Kanal der Nationalparkverwaltung Eifel zu sehen. Neben der Botschaft der Ministerin und des Nationalpark-Leiters Dr. Michael Röös, gibt das Video Einblicke in die zahlreichen Projekte und Unternehmungen mit den Kita-Kindern und eine Übersicht über das Konzept Nationalpark-Kita Eifel.

„In der Natur zu spielen, fördert die Neugier, den Entdeckergeist und die Eigenständigkeit bei Kindern. Sie lernen dabei auch, Verantwortung für ihre Umwelt zu übernehmen. Die Nationalpark-Kitas füllen diesen wichtigen Bereich der frühkindlichen Bildung täglich mit Leben. Für ihr besonderes Engagement bedanke ich mich ganz herzlich bei den Erzieherinnen und Erziehern“, so Dr. Joachim Stamp, NRW-Familienminister und stellvertretender Ministerpräsident.

Auch im unmittelbaren Umfeld der jeweiligen Nationalpark-Kitas können die Kinder ihren Entdeckergeist ausleben – wie hier beim Bachklettern des Katholischen Kindergartens Helena Stollenwerk in Rollesbroich. (Foto: Kath. Kindergarten Helena Stollenwerk)

Als Grundlage für die Anerkennung als Nationalpark-Kita dokumentieren die Einrichtungen ihre Projektarbeiten. Diese reichen von der naturnahen Gestaltung des Kindergartengeländes über regelmäßige Ausflüge in die Natur bis hin zu praktischem Naturschutz wie dem Anlegen von Insektenhotels, Wildblumenwiesen, Igelquartieren, Bienentränken und Fledermauskästen. Dass das Projekt Früchte trägt, zeigen auch Kooperationen mit den Biologischen-Stationen, ortsansässigen Imkern und Streuobstwiesenexperten, aber auch mit den örtlichen Wandervereinen, die Familienausflüge mit Kindergartenkindern unternehmen. Auf diese Weise hat das Engagement der Kindertageseinrichtungen in vielen Fällen weitere Kreise gezogen und auf die Umgebung ausgestrahlt.

Mehrmals im Jahr veranstaltet die Nationalparkverwaltung Eifel Fachfortbildungen für die Ansprechpersonen der Nationalpark-Kitas. Im Projektzeitraum 2018-2020 lag dabei der Schwerpunkt auf „Draußenzeit“. (Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/M. Schlüter)

Die Anerkennung als Nationalpark-Kita gilt für zwei Jahre. Während dieses Zeitraums greifen die Einrichtungen das Nationalpark-Motto „Natur Natur sein lassen“ auf und verknüpfen es mit Elementarpädagogik im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Wo Kinder Kinder sein dürfen und ihre Neugierde auf die Welt von pädagogischen Fachkräften gestützt wird, entwickeln sie Kompetenzen, die von grundlegender Bedeutung für die Gesellschaft sind. Denn auch die Auswirkungen der Klimaveränderung und das Artensterben werden schon von den Kleinsten emotional wahrgenommen. Daneben ist das Erleben von intakter Natur und das „draußen zu Hause sein“ die Grundlage für ein wertschätzendes Verhalten und mehr gelebte Nachhaltigkeit.

Das Projekt wird in Kooperation der Nationalparkverwaltung Eifel mit dem Förderverein Nationalpark Eifel e.V. sowie einer Gemeindereferentin der Pfarre St. Lukas Düren mit Schwerpunkt pädagogische Begleitung der Kindertagesstätten umgesetzt. Die Nationalpark-Kitas ergänzen die bereits seit über zehn Jahren erfolgreiche laufende Kooperation zwischen Verwaltung und Förderverein des Nationalparks Eifel mit derzeit über 50 Nationalpark-Schulen Eifel.

 

 

Hintergrund

Mit ihren Projekten erfüllen Nationalpark-Kitas die sechs Auszeichnungskriterien Inhalte, Draußen-Zeit, Öffentlichkeitsarbeit, Kooperation, Partizipation, Kontinuität und Entwicklung. Darüber hinaus wird das Konzept Nationalpark-Kita in das pädagogische Leitbild der Kindertageseinrichtung übernommen, so dass Natur Teil des Kita-Alltags ist. Je Kita nehmen zwei feste Ansprechpersonen an zwei Fachfortbildungen pro Jahr teil, die von der Nationalparkverwaltung organisiert werden. Im Projektzeitraum 2018-2020 lag der Schwerpunkt auf „Draußenzeit“, für den Zeitraum 2020-2022 liegt der Schwerpunkt auf „Nachhaltigkeit“.

Die Verknüpfung von Kindheit und Natur hat auf vielen Ebenen positive Aspekte: Neben dem wachsenden Verständnis für ökologische Zusammenhänge durch das Erleben mit allen Sinnen, Wertschätzung und Achtsamkeit für alles Leben durch die eigenen positiven Erfahrungen und Vertrautheit mit Natur, werden zahlreiche motorische, soziale und kognitive Kompetenzen gefördert. Das regelmäßige Draußensein bei jedem Wetter stärkt die eigene Gesundheit – hüpfen, balancieren und laufen auf unebenem Gelände fördern die motorischen Fähigkeiten ebenso wie das Beschäftigen mit verschiedenen Naturmaterialien oder Kleinstlebewesen. Das gemeinsame draußen erleben und entdecken fördert die sprachlichen und sozialen Kompetenzen unter den Kindern. Zahlreiche Studien belegen, dass Kinder, die sich viel in der freien Natur bewegen, ausgeglichener sind und besser lernen können.

Weitere Informationen: www.nationalpark-eifel.de/kitas

 

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