27. Februar 2020

Gut für die Eifel, nötig für das Klima – Eifelkreis schon lange an der Spitze bei der Energiewende

Gerade ist die Jugend dabei, die Erwachsenen nachdrücklich auf die Verantwortung für Entscheidungen hinzuweisen, die gegenwärtig zu treffen sind und die Zukunft maßgeblich bestimmen werden. Dass wir unsere Umwelt besser schützen und bewahren müssen als dies bisher geschehen ist, wird gegenwärtig nur noch von Wenigen ernsthaft angezweifelt.

Schüler mit Klimaschutzmanager Manfred Hamm bei der Anwendung des Solarkochers.

Die Städte und Landkreise der Region Trier sind sich Ihrer Umwelt-Verantwortung seit langem  bewusst. Schon bevor die übergeordneten Klimaschutzpläne von der EU, Bund und Land entwickelt wurden, waren Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Region Trier und dem Eifelkreis wichtige Themen. Über die bereits begonnenen Energieein­sparungsprogramme bei den Schulen und die Sanierung des Landratsamtes hinaus wird der Eifelkreis bis spätestens zum Jahr 2030 eigene Klimaschutzziele für die Bürger und die Umwelt erreichen. Seit dem Jahr 2012 ist ein Klimaschutzmanager explizit mit der Betreuung mehrerer Klimaschutzkonzept-Aufgaben befasst. Zudem wurde die Energieagentur Region Trier ins Leben gerufen, um eine der größten Herausforderungen unserer Zeit aktiv anzugehen und zu gestalten: die Frage der langfristig ökologisch, ökonomisch und sozial verträglichen Energieversorgung in der Region.

In den vergangenen Jahren wurden die größten Fortschritte im Bereich der Erzeugung erneuerbarer Energien (EE) erzielt. Bezogen auf die vier größten EE-Teilbereiche Sonne, Windkraft, Wasserkraft und Biomasse kann der Eifelkreis Bitburg-Prüm – selbst in der ohnehin sehr gut positionierten Region Trier – mit einer herausragenden Bilanz aufwarten.

 

Strom

Wurden im Jahr 2018 im Eifelkreis die Menge von 552,2 Gigawattstunden Strom (GWh) an Verbraucher (Industrie, Sondervertragskunden und Tarifkunden) geliefert, so konnten in der gleichen Zeit 819,2 GWh EE in das Stromnetz eingespeist werden. Hinzu kommt ein erheblicher Anteil erneuerbarer Energie, die direkt als Strom oder Wärme verbraucht und nicht vollständig gezählt wurde.

Spätestens seit 2013 deckt die Produktion erneuerbaren Stroms im Eifelkreis mehr als 100% des Eigenbedarfs. Von 2013 bis 2016  schnitt der Eifelkreis bei der Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien im Vergleich mit 33 Landkreisen in RLP sehr gut ab (immer mindestens Platz 2) bei der erzeugten EE-Strommenge. 2016 wurde 725,5 GWh Strom aus EE-Anlagen eingespeist, der Bedarfsdeckungsgrad betrug 105%.

Wärme

Tendenziell ist ersichtlich, dass im kommunalen Bereich und im Wohnhausbereich der Anteil der Heizungsanlagen, die mit fossilen Brennstoffen heizen abnimmt, weil die Altanlagen zunehmend durch Biomasse-Anlagen wie Pelletöfen, durch Wärmepumpen oder durch Nahwärmenetze ersetzt werden. Dieser Fortschritt ist auch auf die bereits seit 2011 verfügbare Unterstützung der Nahwärme-Interessierten (Kommunen, Betreiber, Maßnahmenträger) durch die Energieagentur Region Trier GmbH, die vom Eifelkreis Bitburg-Prüm, vom Landkreis Trier-Saarburg und von der kreisfreien Stadt Trier getragen wird, zurückzuführen. Ein großer Erfolg für den Klimaschutz und die Energiewende ist die Versorgungstrasse, die der Eifelkreis Bitburg-Prüm über die Kommunalen Netze Eifel (KNE) in Kooperation mit den Stadtwerken Trier (SWT) ausbaut. Mit dieser regionalen Versorgungsader wird zukünftig ein großes energetisches Optimierungspotenzial ausgeschöpft werden. Unter Anderem wird der Energiebedarf im Wasserversorgungsnetz den Strombedarf für Pumpen durch Nutzung von Lageenergie drastisch verringert sowie das Biogas aus den Anlagen der Umgebung einer Aufbereitungsanlage zugeführt und anschließend in das Erdgasnetz eingespeist. So kann die erneuerbare Energie des Biogases zukünftig erheblich besser bedarfsgerecht genutzt werden, als bei einer Verstromung im Blockheizkraftwerk vor Ort, wo überwiegend eine Holztrocknung und/oder eine Beheizung der betrieblichen Wohn- und Arbeitsräume in Frage kommt. Wobei dafür meist nicht die ganze erzeugte Wärmeenergie benötigt wird. Auch die Maßnahmen der Wärmewende werden wieder durch einen Klimaschutzmanager unterstützt und begleitet.

Mobilität

Derzeit kommen im Eifelkreis etwa 100.000 Einwohner etwa 65.000 PKW und somit eine PKW-Dichte von etwa 650 PKW pro 1.000 Einwohner. Von Diesen werden mehr als 98% durch Benzin- oder Dieselmotoren angetrieben.

Der Eifelkreis hat 2018 beschlossen, sich unter den ersten Kommunen auch der komplexen Aufgabe der Mobilitätswende zu stellen und hierfür ein Teilklimaschutzkonzept Mobilität in Auftrag gegeben. Dieses Konzept ist bereits in Bearbeitung, Ziele sind beispielsweise:

·         die Reduzierung der CO2-Emissionen und weiterer Luftschadstoffe bis zum Jahr 2030 um 50%

·         die Unterschreitung des EU-Jahresgrenzwertes von 40 Mikrogramm/m³ beim NO2-Ausstoß

·         die bilanzielle Unterschreitung eines CO2-Äquivalentes von 2,5 Tonnen pro Einwohner und Jahr

·         die Verlagerung von mindestens 10% des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf den öffentlichen Personennahverkehr und den Radverkehr bis zum Jahr 2025.

Landrat Dr. Joachim Streit: „In unserem Eifelkreis gibt es viele kreative Ideen und beeindruckende Initiativen rund um den Klimaschutz. Man darf optimistisch sein, dass die ambitionierten Emissionsminderungs-Ziele, die in den übergeordneten Klimaschutzplänen formuliert wurden, im Eifelkreis Bitburg-Prüm realisiert oder sogar unterboten werden können.“

Landrat Dr. Streit, Geschäftsführer Hill, Energieagentur Region Trier,( 2. v.l.) und Abteilungsleiter Robrecht, Umweltministerium Mainz (2. v.r.) bei der Prämierung von Schülern und Lehrern der Astrid-Lindgren-Schule Prüm an der Theobald-Simon-Schule Bitburg am 16.05.2018. Beide Schulen belegten mit ihren Aktionen im regionalen Wettbewerb unter 20 Schulen Platz 1 und erhielten eine Prämie i. H. v. jeweils 1.000 € sowie einen Solarkocher.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kontakt:

Ansgar Dondelinger

Kreisverwaltung des
Eifelkreises Bitburg-Prüm
Trierer Str. 1 – 54634 Bitburg

Tel:  06561 15-2111
Fax:  06561 15-1011
E-Mail: dondelinger.ansgar@bitburg-pruem.de
Internet: www.bitburg-pruem.de

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Kommentare




  1. Vielen Dank für den erfreulichen Beitrag zum Thema Jugendlichen und Energiewende! Ich stimme total zu, dass wir Kinder und junge Leute mit den Vorteilen der alternativen Energie und des bewussten Umgangs mit Naturresourcen vertraut machen sollen. Zum Glück habe ich all dies am Beispiel meiner Tante gelernt, die schon vor vielen Jahren eine Wärmepumpe in ihrem neuen Haus einbauen lassen hat.

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