9. Oktober 2019

Die Montanregion Eifel lockte 150 Bergbaukundige nach Prüm

© Hans Kretschmer

In diesem Jahr fand vom 1. bis zum 6. Oktober in Prüm der „22. Internationale Bergbau- & Montanhistorik-Workshop“ statt. Das historische Eifel-Städtchen wurde so zum Treffpunkt von etwa 150 Wissenschaftlern, Archäologen, Bergleuten und montanhistorisch interessierten Laien.
Mit Teilnehmern aus 8 europäischen Ländern war die Veranstaltung ebenso international aufgestellt, wie das diesjährige Veranstalter-Trio, welches aus Vertretern der Eifeler Besucherbergwerke „Mühlenberger Stollen“ aus Bleialf in RLP, „Grube Wohlfahrt“ aus NRW und dem „Schieferstollen Recht“ aus der belgischen Eifel bestand.

Die Eifel gehört zu den ältesten Bergbau-Regionen in Mitteleuropa, wo schon früh die Kelten nach Gold und Eisen suchten und Römer unter anderem intensiven Bergbau auf vulkanische Gesteine betrieben. Zwei deutsche Bundesländer sowie das Königreich Belgien und das Großherzogtum Luxemburg haben Anteil an dieser Mittelgebirgsregion. Das ermöglichte grenzüberschreitend mit Vorträgen und Exkursionen den Bogen von der Frühzeit bis hin zu den jüngsten Unternehmen der Steine-, Erden- und Montanindustrie zu schlagen.

Vom 1. bis zum 6. Oktober umfasste das Programm 20 Vorträge und rund 40 Exkursionen, die von Petite Rosselle in Frankreich über Velsen im Saarland, Rumelange, Vianden oder Stolzemburg in Luxemburg, Bertrix (Schieferbergwerk), Blegny (Steinkohlebergwerk), Lierneux (Coticule-Abbau), Malmedy (Meyer SA und Malmundarium) St. Vith (Savimetal) in Belgien bis nach Rijckholt und Valkenburg in den Niederlanden führten.
Zu den zahlreichen deutschen Zielen zählten beispielsweise das Stihl-Werk in Weinsheim, der Gerolsteiner Sprudel, die „Grube Engel“ in Ralingen, das Römerbergwerk „Pützlöcher“ in Kordel-Butzweiler, der Tagebau Garzweiler mit dem Kraftwerk in Niederaußem, die Bleihütte in Stolberg, die Oleftalsperre in Hellenthal, die Dauner Maare, die Glockengießerei in Brockscheid und viele montanhistorische Standorte.

Abschlussbild mit den Teilnehmern in der Karolingerhalle in Prüm

Seit 1998 stellt diese erfolgreiche internationale Veranstaltung alljährlich eine andere, meist deutschsprachige und vom Bergbau geprägte europäischen Region vor. Für 2020 ist beispielsweise das Siegerland als Gastgeber auserkoren und 2021 wird wohl das französische Elsass diese Rolle übernehmen. Die Tagungen werden ehrenamtlich organisiert und präsentieren sich im Internet unter www.montanhistorik.de.
Zahlreiche, von weither angereiste Teilnehmer, nutzen die Gelegenheit, noch einige zusätzliche Urlaubstage in der Eifel zu verbringen. Somit trug die Veranstaltung auch nicht unerheblich zur touristischen Wertschöpfung in der Region bei.

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Klaus Schäfer
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