3. August 2018

Das trockene heiße Wetter sowie die Neuabgrenzungen von Wasserschutzgebieten waren Thema beim Erntegespräch des Kreisbauernverbandes Daun

Am 23.07.2018 begrüßte Marco Weber, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Daun, Vertreter der regionalen Presse, der Banken, landw. Vereine und Verbände sowie  des Landhandels auf dem Römerhof der Familie Keller in Steffeln.

Nachdem wir im Frühjahr mit ausreichend Feuchtigkeit  ins Erntejahr 2018 gestartet sind leiden die Flächen inzwischen unter starker Trockenheit, so Weber. Nach zwei ausreichenden Grünlandschnitten und einer guten Heuernte zeigen sich die Flächen inzwischen von Dürre und Hitze gestresst. Das Pflanzenwachstum ist stark eingeschränkt oder gar zum Erliegen gekommen.

Inwieweit weitere Schnitte, die für die Futtersicherung wichtig sind, geerntet werden können, liegt nun an den zukünftigen Niederschlägen.

Die Getreideernte, so Weber, sei, seit er wüsste, noch nie so früh gestartet wie in diesem Jahr. Die Ernteergebnisse der Wintergerste seien im Bereich Vulkaneifel durchschnittlich gewesen und leicht hinter den Ergebnissen des letzten Jahres.

Auch die anderen Getreidebestände seien rasend schnell am Abreifen.  Wie  die Erntemengen und Qualitäten hierdurch beeinflusst würden, wird man sehen. Allerdings sei eine Katastrophe wie in anderen Gebieten im Norden oder Osten Deutschlands nicht zu erwarten. Der Mais leidet inzwischen stark unter der Trockenheit, hier ist in Kürze Niederschlag sehr wichtig, da ansonsten die Kolbenbildung nicht zufriedenstellend sein wird.

Von allen Gebieten der Welt werden geringe Erntemengen durch die Trockenheit gemeldet. Daher sollte man davon ausgehen, dass die Erlöse für die Ernten stabil blieben. Insgesamt könne man beim Absatz positiv in die Zukunft schauen.

Die Erlössituation sei in der Landwirtschaft jedoch nach wie vor schwierig, was sich auch im Strukturwandel in der Landwirtschaft widerspiegele. Viele Landwirte würden aufgeben, sagte Weber. Dabei seien nicht nur kleine Betriebe betroffen.

 

Alfred Lorenz vom DLR Eifel führte an, dass es im Laufe seiner dortigen 35jährigen Arbeitszeit durchschnittlich ein Betrieb pro Woche gewesen sei. Ein Problem stelle auch die anspruchsvolle Ausbildung der jungen Landwirte dar. Seien es am Anfang noch sieben Schulen gewesen, so sei es jetzt nur noch die eine in Bitburg.

Ein weiteres großes Thema des Tages war die Neuabgrenzung von Wasserschutzgebieten. Bei vielen Wasserschutzgebieten, die meist in den siebziger Jahren ausgewiesen wurden, sind die damaligen Rechtsverordnungen, die auf ca. 30 Jahre geschlossen wurden, ausgelaufen. Diese werden nun neu abgegrenzt und eine neue Rechtsverordnung erlassen. So auch in Bewirtschaftungsgebieten des Römerhofes in Steffeln. Verlief die Grenze des Wasserschutzgebietes II bisher entlang  eines Wirtschaftsweges unterhalb des Hofes, wird nach der Neuabgrenzung die Grenze Teile der Hof nahen Weideflächen  betreffen.

Das Problem liegt darin, dass bei der neuen Rechtsverordnung eine Aufbringung von Wirtschaftsdünger als auch eine Beweidung gänzlich untersagt ist. Am Beispiel des Römerhofes sind dies nun rund 3 ha bestes Weideland, die nur noch mineralisch gedüngt werden dürfen und durch reine Schnittnutzung eingeschränkt sind. Besonders schmerzlich, der Römerhof hat in der Vergangenheit rund 40 ha Ackerland, wovon sich 20 ha in der Wasserschutzzone befinden, in Grünland umgewandelt. Ziel war es, mit den 170 Milchkühen des Betriebes wieder ein  e Weidebewirtschaftung durchzuführen. Auch wurden in letzter Zeit hierdurch hohe Investitionen für die Einzäunungen getätigt. Der Anbau von Silomais  konnte hierdurch erheblich reduziert werden.

Durch die geänderten Rahmenbedingungen steht dieses Vorhaben nun erneut auf dem Prüfstand. Weber ärgert sich über die neuen starren Bestimmungen der Gebietsausweisungen. Von den Verbrauchern werde die Weidehaltung  gewünscht, gehen Betriebe allerdings in Eigeninitiative verbraucherfreundliche Wege, werden sie von der Bürokratie zerschlagen. Es werden auch nicht die flächenbezogenen Grenzen berücksichtigt, so kommt es vor, dass große Flächen zu einem kleinen Teil in die Schutzzone fallen. Dort müsste dann eigentlich ein Zaun aufgestellt werden, damit die Tiere diese dann nicht beweiden. Dies bringt einen nicht unerheblichen Arbeits- sowie Kostenmehraufwand mit sich. Weber rechnet damit, dass in spätestens zwei Jahren die neue Rechtsverordnung in Kraft tritt.

Weber bedankte sich anschließend bei den Teilnehmern und bat zu einem kleinen Imbiss bei anregenden Diskussionen.

 

Kontakt:

Kreisgeschäftsführer

Kreisbauernverband Daun

Holunderweg 5

54550 Daun-Boverath

E-Mail: hutsch.dau@bwv-net.de

Telefon: 06592/9620-0

Fax:        06592/962040

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