12. Juli 2018

Kohleausstieg: Betriebe warnen in der IHK vor den Folgen

Zahlreiche Unternehmensvertreter haben bei der fünften Auflage des „Energiepolitischen Wirtschaftsgesprächs“ in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen über die möglichen Folgen des Braunkohleausstiegs diskutiert. „Es darf auf keinen Fall ein Ausstiegsdatum festgelegt werden, wenn nicht gleichzeitig sichergestellt wird, dass alternative Energien jederzeit sicher und zu wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung stehen“, sagte Raphael Jonas, Abteilungsleiter Industrie der IHK, im Gespräch mit dem Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Michael Kreuzberg, der die gesamte Region in der kürzlich von der Bundesregierung eingesetzte „Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ vertritt.

Grundlage des Gesprächs bildete eine aktuelle, von der IHK Aachen mitbeauftragte Studie, der zufolge NRW-weit rund 250.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt von der energieintensiven Industrie im Rheinischen Revier abhängig sind. Im Kammerbezirk Aachen seien insgesamt gut 55.000 Jobs betroffen. „Bald ist der Punkt erreicht, an dem die Belastungen für energieintensive Betriebe ein wirtschaftliches Arbeiten in Deutschland nicht mehr möglich machen und wir vor dem Wettbewerb aus dem Ausland in die Knie gehen“, mahnte einer der Unternehmensvertreter, die mit Sorge nach Berlin blicken, wo die Kommission bis zum Jahresende sowohl ein Ausstiegsdatum aus der Kohleförderung als auch einen Investitionsplan für den Strukturwandel festlegen soll.

Auch dank regionaler Forschungsprojekte sei vor allem im Bereich der Stromspeicherung einiges zu erwarten, doch stünden diese Technologien noch nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung. „Die Stromversorgung muss deshalb auch in der Übergangsphase sicher und bezahlbar bleiben“, sagte Kreuzberg: „Wenn wir die Alternativen auf dem Arbeitsmarkt haben und das deutsche Stromnetz samt seiner Nutzer dafür gewappnet ist, dann sollten wir aus der Kohle raus sein.“ Laut IHK Aachen sind derzeit vor allem Unternehmen der Chemischen Industrie, der Stahl- und Nichteisenmetallindustrie sowie der Papier-, Glas-, Nahrungsmittel- und Futtermittelindustrie gefährdet.

 

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Bei Fragen: Fritz Rötting, Tel.: 0241 4460-231
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