12. Dezember 2016

Energiewende: Industrie sorgt sich weiterhin um Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit

Die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sehen auch im fünften Jahr der Energiewende weiterhin politischen Handlungsbedarf, um die Energieversorgung sicher, bezahlbar und umweltverträglich zu gestalten. Vor allem beim Netzausbau, den trägen Planungs- und Genehmigungsverfahren und einer besseren Abstimmung der politischen Maßnahmen besteht aus Sicht der Betriebe Handlungsdruck. Laut aktueller Umfrage steht die Sorge um ihre Wettbewerbsfähigkeit weiterhin im Fokus der NRW-Industrieunternehmen.

Für die Betriebe sind die Versorgungssicherheit und die Versorgungsqualität vorrangig. Fast die Hälfte (47,8 Prozent) trifft Vorkehrungen gegen mögliche Stromausfälle. Das gilt auch für zahlreiche Industriebetriebe im Bezirk der IHK Aachen. „In der Papierindustrie ist Netzstabilität das ‚A und O‘. Bereits leichte Frequenzschwankungen können die Produktion zum Stillstand bringen“, sagt Dr. Peter Kramp, Geschäftsführer der Smurfit Kappa Zülpich Papier GmbH: „Die Schäden pro Stillstand können schnell mehrere 10.000 Euro betragen.“

Etwa ein Viertel der Unternehmen befürchtet weiterhin negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit. Besonders kritisch fällt die Bewertung unter den Industriebetrieben aus. 38,7 Prozent sehen eher negative oder sehr negative Auswirkungen auf ihre Wettbewerbsfähigkeit; nur für 13,3 Prozent überwiegen die positiven oder sehr positiven Auswirkungen. Damit werden in
kaum einem anderen Bundesland die Konsequenzen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen so kritisch bewertet wie in Nordrhein-Westfalen.

Etwa 240.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt von der Energiewirtschaft ab. Zugleich werden in NRW rund 30 Prozent des industriell eingesetzten Stroms verbraucht. Über 200.000
Beschäftigte arbeiten in energieintensiven Industriebetrieben. „Jeder Arbeitsplatz in der Industrie sorgt für drei bis vier 2 Arbeitsplätze in den industrienahen Dienstleistungen. Daher ist es
sehr wichtig, die gesamte Kette der Wertschöpfung zu betrachten, wenn wir in NRW über eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung sprechen“, erläutert Anke Schweda, IHK-
Geschäftsführerin „Innovation, Umwelt und Industrie“. NRW sei als „Energieland Nr. 1“ in Deutschland in besonderem Maße von der Energiewende betroffen. Hier werden rund 30 Prozent des
bundesweit verbrauchten Stroms erzeugt.

Die Ergebnisse der Umfrage sind im „Energiewendebarometer 2016“ von IHK NRW, dem Zusammenschluss der nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern,
zusammengefasst. Die Kammern hatten hierzu 460 nordrhein-westfälische Unternehmen befragt.

 

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IHK Aachen | Postfach 100740 | 52007 Aachen
Theaterstraße 6 – 10 | Telefon: 0241 4460-0 | Telefax: 0241 4460-148
Fritz Rötting, Tel.: 0241 4460-231, E-Mail: dienst@aachen.ihk.de

 

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