9. Juni 2016

Tourismus ist und bleibt starker Wirtschaftsfaktor

Gästezahlen steigen und der Kreis wird als Wanderregion ausgebaut

KREIS MYK. Der Stellenwert des Tourismus im Landkreis Mayen-Koblenz ist enorm. Das zeigen die deutlich gestiegenen Gästezahlen sowie die höhere Verweildauer der Touristen im Kreis. Tourismus ist jedoch kein Selbstzweck, sondern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das heißt, die Rhein-Mosel-Eifel-Touristik (REMET), also der Tourismuszweckverband des Landkreises, muss permanent daran arbeiten, neue Perspektiven zu schaffen, wie Landrat und REMET-Verbandsvorsteher Dr. Alexander Saftig, Henning Schröder, Geschäftsführer der REMET und der WFG (Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein) und Michael Schwippert, stellvertretender REMET-Geschäftsführer, betonen.

Laut Landrat ist der Kreis hervorragend aufgestellt: „In den vergangenen zehn Jahren haben wir einen regelrechten Boom erlebt. Dies machen wir insbesondere an den Gäste- und Übernachtungszahlen fest. Von 2012 bis 2015 stiegen die Übernachtungen von 674.000 auf 915.000. Das ist ein Zuwachs  von über 35 Prozent!“ Auch aus Gastronomie und Hotellerie kommen gute Rückmeldungen.

Zurückzuführen ist das nach Überzeugung von WFG- und REMET-Chef Schröder In erster Linie auf die Infrastrukturprojekte, die im Kreis umgesetzt wurden, insbesondere die Traumpfade: „Die WFG hat deren Umfeld mit der Qualitätsoffensive für Gastgeber noch unterstützt und gestärkt.“ Die Traumpfade konnten innerhalb von acht Jahren insgesamt vier Mal den Titel „Deutschlands Schönster Wanderweg“ holen. Vulkanpark und kommunale Projekte ergänzen sich, sagt Schwippert: „Beispiele sind hier Bendorf-Sayn mit dem Kulturpark, Münstermaifeld mit dem Archäologischen Museum Maifeld und der Tourist-Info in der ehemaligen Propstei oder Mayen mit dem Ausbau des Eifelmuseums in der Genovevaburg.“

Von den 656 Beherbergungsbetrieben im Landkreis sind 250 als Sterne-Betriebe klassifiziert und hiervon wiederum rund 45 als „Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland“. Diese bieten anhand nachprüfbarer Kriterien ein umfangreiches Leistungspaket für Wanderer. Und: Das „Traumpfade-Land Rhein-Mosel-Eifel“ wurde inzwischen mit der Auszeichnung „Premium-Wanderregion“ zertifiziert. Man dürfe stolz sein, sagt Saftig, denn es gibt in Deutschland nur fünf Regionen, die diesen Titel führen dürfen: „Das heißt, wir haben nicht nur hervorragende  Wanderwege, sondern bieten für ein gelungenes Wandererlebnis ein ausgefeiltes und durch Zertifizierung gesichertes Gesamtpaket. Dass wir von einem unabhängigen Gremium diese Zertifizierung erhalten haben, zeigt einmal mehr, dass wir mit unserem Infrastrukturprojekt Traumpfade aufs richtige Pferd gesetzt haben.“

Und wie geht es weiter im Tourismus? Als Premiumwanderwege werden die Traumpfade ja alle drei Jahre nachzertifiziert. Kommunen und REMET konnten hier stets durch entsprechende Maßnahmen die Punktezahl und damit die Qualität weiter erhöhen. Vorreiter will man nun mit den „Traumpfädchen“ sein: Premium-Spazierwanderwege, von denen es bislang erst ganz wenige in Deutschland gibt. „Das in Marburg ansässige Deutsche Wanderinstitut hat hierzu einen Trend ausgemacht und etwa ermittelt, dass in Deutschland dreimal so viele Spazier- wie Wanderkilometer zurückgelegt werden. In Zusammenarbeit mit unseren Kommunen möchten wir in den Jahren 2017 und 2018 insgesamt 11 Traumpfädchen realisieren“, erläutert Schwippert.

Die Grundlage ist die Gleiche wie bei den Traumpfaden. Es geht darum, die Wünsche der Wandergäste zu realisieren. Denn selbst bei Wanderern liegen kürzere Strecken und bequemere Wege im Trend. Und auch Spazierwanderer – so das Deutsche Wanderinstitut – erwarten von kleineren Fußausflügen ein volles Erlebnisangebot. „Die Traumpfädchen sind damit als Spazierwege leichte Wanderwege, die einen anderen Schwerpunkt setzen. Sie sind drei bis sieben Kilometer lang und schließen auch Gastronomie mit ein, die am Weg liegen muss“, sagt Schröder.

Sicher spielt hier auch das Thema demografischer Wandel mit rein. Die meist längeren Traumpfade sind für einige zu anstrengend. Besucher, die eine Woche Urlaub im Landkreis machen, wollen am An- und Abreisetag nicht die große Rundtour wandern und werden in Zukunft dann die Möglichkeit haben, eines der Traumpfädchen zu wählen.

Klar, das kostet Geld. Doch der Landrat macht deutlich: „In einer Studie wurde die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus im Kreis Mayen-Koblenz untersucht. Hierbei wurde unter anderem errechnet, dass jeder Übernachtungsgast 93 Euro im Landkreis lässt. Wenn wir das hochrechnen, waren das in 2012 bei 674.000 Übernachtungen rund 63 Millionen Euro Bruttoumsatz und in 2015 bei 915.000 Übernachtungen rund 85 Millionen Euro Bruttoumsatz. Daran sieht man, dass unsere touristischen Anstrengungen und hier insbesondere die Traumpfade gutes Geld in die Region bringen.“ Und die Ausgaben der Tagesgäste, so etwa für Essen, Trinken, Tanken und Einkäufe, kommen hier noch obendrauf. „Als Wirtschaftsförderer halte ich zudem fest, dass die hohe Attraktivität unseres Kreises als Wanderregion natürlich auch ein wichtiger Standortfaktor ist. Die vielfältigen Attraktionen des Kreises sind durch das Wandern erlebbar. Es geht um die Attraktivität als Wirtschafts- und Lebensraum – die brauchen wir als Landkreis im Wettbewerb mit anderen Regionen“, so Schröder abschließend.

 

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Durch die Traumpfade hat der Tourismus erheblich zugenommen und ist im Kreis ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Die Infrastruktur soll mit kürzeren Premium-Spazierwanderwegen, den „Traumpfädchen“, ausgebaut werden, erklären (v.l.) REMET- und WFG-Geschäftsführer Henning Schröder, Landrat Dr. Alexander Saftig und der stellvertretende REMET-Geschäftsführer, Michael Schwippert.

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