19. Februar 2016

In Pronsfeld geht es weiter aufwärts – Mehr Milch für Produktionsstandort in der Eifel

Die Milchbranche steckt in der Krise. Dies geht auch nicht an der europäischen Molkereigenossenschaft Arla Foods vorbei. Durch Umstrukturierungen sollen 500 Jobs in der Verwaltung eingespart werden. Der Standort Pronsfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm) ist indes weiter im Aufwind. „Wir müssenbeweglicher und kosteneffizienterwerden, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, hat Peder Tuborgh, Vorstandschef von Arla Foods, vor wenigen Tagen die Umstrukturierungspläne des Unternehmens angekündigt. Mit einer neuen Strategie (Good Growth 2020) soll dies gelingen. Als Folge dieser Veränderungen werden rund 500 der 7000 Stellen für Verwaltungsmitarbeiter gestrichen.

Am größten Produktionsstandort des Unternehmens in Pronsfeld wird indes weiter kräftig investiert. Seit der Fusion zwischen der Milch Union Hocheifel und Arla 2012 ist der Standort weiter aufgebaut worden. Damals waren dort rund 750 Mitarbeiter beschäftigt, heute sind es bereits 1000 Mitarbeiter. „Pronsfeld ist ein ganz wichtiger Standort“, sagt denn auch Wolfgang Rommel, Pressesprecher bei Arla Foods. Im vergangenen Jahr wurden in der Eifel 1,42 Milliarden Kilogramm Milch verarbeitet. Die neue Butterei, im Januar 2015 in Betrieb genommen,läuft auf Hochtouren. 38 000 Tonnen Butter und Milchstreichfette wurden produziert und 36 000 Tonnen Milchpulver verarbeitet. Standortleiter Jürgen Wolf durfte zudem im vergangenen Jahr 16 Millionen Euro in neue Abfüllanlagen investieren. Drei größere Anlagen mit einer Jahresleistung von 180 Millionen Litern und zwei Abfüllanlagen für Kleinverpackungen wurden in Betrieb genommen. „Wir sind hier bestens aufgestellt“, findet Jürgen Wolf. Insgesamt haben die Pronsfelder Mitarbeiter 1,6 Milliarden Produkteinheiten hergestellt. Ein Großteil davon sind haltbare Milchprodukte. Und im kommenden Jahr könnte noch einiges an Milchmenge hinzukommen. „Das Joint Venture mit der französischen Molkerei Lactalis läuft im Juli aus“, sagt Wolfgang Rommel. Die Molkerei in Pronsfeld könnte daraufhin rund 200 Millionen Kilogramm Milch von Landwirten der belgischen Molkerei Walhorn hinzubekommen. Im Gesamtkonzern spielt der Eifelstandort damit weiterhin eine prägende Rolle.

„Die europäische Genossenschaftsmolkerei Arla Foods hat 2015, einem harten Jahr für die globale Molkereiindustrie, unter schwierigen Bedingungen eine solide Leistung abgeliefert. Das steigende Milchangebot in Europa hat in Kombination mit der nachlassenden Nachfrage in China und dem russischen Handelsembargo die Preise auf dem Weltmarkt stark sinken lassen“, zieht der Konzern eine durchwachsene Bilanz. Der Umsatz sank um 3,3 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro, die verarbeitete Gesamtmilchmenge ist um 622 Millionen Kilogramm auf 14,19 Milliarden Kilogramm angestiegen. Arlas Gewinn aus dem Jahr 2015 beläuft sich auf 295 Millionen Euro. Dies entspricht 2,8 Prozent des Umsatzes.

33,7 Cent je Kilogramm Milch (inklusive Nachzahlung und Konsolidierung) zahlte die Genossenschaft im Jahresdurchschnitt ihren Milchbauern, ein Jahr zuvor waren es noch 41,7 Cent je Kilo. Um den Milchpreis attraktiv zu halten, gibt es im Konzern weitere Sparrunden. Von 2012 bis 2015 habe man bereits 330 Millionen Euro an Kosten eingespart. „Ein wichtiger Teil unserer Anstrengungen besteht darin, immer kosteneffizienter zu werden, um unter den äußerst schwierigen Bedingungen den größten Mehrwert für unsere Genossenschaftsmitglieder zu erzielen. Aus diesem Grund haben wir uns das neue Ziel gesetzt, im Zeitraum von 2016 bis 2020 weitere 400 Millionen Euro einzusparen, von denen wir die ersten 100 Millionen Euro bereits in 2016 einsparen wollen“, sagt Peder Tuborgh. Denn es sei zu erwarten, dass der Markt auch 2016 weiterhin unberechenbar und schwierig bleibe. Allerdings prognostizierten Experten zum Ende des Jahres eine Wende zum Besseren. Arla erwarte, dass Milchabnahmepreis und Umsatz 2016 auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2015 liegen werden.

Quelle: Trierischer Volksfreund, 19.02.2016

Foto: Fotolia / Soru Epotok

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Kommentare




  1. HH sagt:

    Schade, dass immer schöne Fotos von weidenden Kühen die Artikel schmücken. Dieses Bild gibt es doch leider nur noch selten, da durch die industrialisierte Landwirtschaft die Kühe nicht mehr auf die Weide dürfen. Wie wäre es mit verdichteten Böden und Gülle… Wildblumen, Insekten, Vögel, kleine Säugetiere sind auch stark zurück gegangen.

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