19. Februar 2016

Bei Streif stimmt die Statik – Weinsheimer verkaufen mehr Häuser, geben viel Geld aus und stellen neue Mitarbeiter ein

Die Zahlen der Streif GmbH sind derzeit so stabil wie die Fertighäuser, die aus Weinsheim auf den deutschen und europäischen Markt kommen. Im Vorjahr habe praktisch an jedem der 220 Arbeitstage ein Haus die Hallen verlassen, sagt Jörg- Achim Vette, Eigner und gemeinsam mit Werner Peintinger Geschäftsführer. Und seit Anfang 2014 habe man den Absatz auf dem deutschen Markt „mehr als verdoppeln“ können.

Verkauft wurden 2015 sogar noch mehr Häuser: 320 Stück, sagt Vette, von denen dann etwa 200 im laufenden Jahr gebaut würden. Die Weinsheimer verzeichnen einen Jahresumsatz von 40 Millionen Euro, plus die 35 Millionen des 2005 übernommenen Tochterunternehmens Schwabenhaus in Bad Hersfeld. Das gibt ordentlich Geld für Investitionen: Bis Ende des Jahres will Streif „mindestens sieben Millionen Euro“ ausgeben. Das Dach der Produktionshalle will man für zweieinhalb Millionen sanieren. „Es wird Zeit“, sagt Vette, die Halle sei 44 Jahre alt, die Sanierung habe man aufgeschoben – jetzt sei das Geld dafür da. Außerdem werde die Beleuchtung auf LED umgestellt. „Erstens hat das energetische Vorteile, und zweitens kriegt man damit eine deutlich bessere Ausleuchtung der Arbeitsplätze.“

Apropos: Aktuell arbeiten 180 Menschen in Weinsheim, mitsamt den neu eingestellten. Stolze 38 waren es in den vergangenen zwölf Monaten, darunter etliche Lehrlinge, von denen Vette geradezu schwärmt: „Alles Leute mit Top-Zeugnissen und klasse Hintergrund. Das hilft natürlich nochmal obendrein.“ Und aus der Eifel seien sie zudem auch. Eine von ihnen ist die 19-jährige Chiara Murazzo aus Prüm. Sie lernt Bauzeichnerin und findet es in Weinsheim „super – weil das der Beruf ist, den ich machen wollte. Man kriegt viel Hilfe, die Leute sind alle sehr engagiert. Für mich ist es perfekt.“ Und weil Chiara noch einiges mehr kann, hat ihr Vette empfohlen, nach der Lehre noch ein duales Studium dranzuhängen. Weitere zweieinhalb Millionen Euro steckt Streif in das neue Verwaltungsgebäude neben der Werkshalle. Bis Ende des Jahres sollen dort 60 Mitarbeiter einziehen. Von den aktuell 50 in den Büros seien zudem immerhin 17 Frauen: „Da brauchen wir uns auch nicht zu verstecken.“

Für noch einmal zwei Millionen baut man die Vermarktung aus – das übrigens wörtlich: Denn gerade habe man ein weiteres Musterhaus in Nürnberg eröffnet, für 600 000 Euro, zwei weitere werde man von Mitbewerbern übernehmen und in Streif-Häuser umwandeln. Ein viertes entstehe gerade in Günzburg. Dem Unternehmen kommt momentan allerhand zugute: Ein stabiler Markt, auch das Thema Energie spiele Streif in die Karten, sagt Vette. Man verarbeite viel Holz als nachhaltigen Rohstoff, außerdem könne man auf die immer neuen Anforderungen zum Beispiel an die Dämmung schneller reagieren. „Wir dämmen unter anderem mit Hanf oder Mineralfaser. Die haben erheblich bessere Werte als Poroton- oder Kalksandstein.“ Wolle man mit diesen Steinen gleiche Dämmwerte erzielen, „müssten die Mauern 60 bis 70 Zentimeter dick sein“. Und wenn es läuft, dann richtig: Zum dritten Mal in Folge schnitt Streif beim Test der Fertighausbauer, vorgenommen vom Magazin „Focus Money“, mit der Note „sehr gut“ ab. „Das macht uns natürlich sehr stolz“, sagt Vette, der auch schlechtere Zeiten kennt: Im großen Wirtschafts-Krisenjahr 2009 war es ausgerechnet der Nürburgring, der Streif in den schwarzen Zahlen hielt. Die Weinsheimer bauten dort 67 Ferienhäuser. „Und wir haben auch unser Geld gekriegt.“

Quelle: Trierischer Volksfreund, 19.02.2016

Foto: Fotolia / weseetheworld

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