24. September 2015

Neue Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Bitburg

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Im Bild v.li.: Frank-Peter Wagner (Leiter AfA Trier), Dagmar Barzen (Präsidentin ADD Trier), Prof. Dr. Karin Weiss (Abteilungsleiterin Integrationsministerium RLP), Landrat Dr. Joachim Streit, Bürgermeister Joachim Kandels, Franz-Dieter Ankner (Polizeipräsidium Trier).

Der unverminderte Zuzug von Flüchtlingen und deren Unterbringung in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende machen weitere Planungen unerlässlich. Auch in Bitburg entsteht auf dem Flugplatzgelände eine Außenstelle der Trierer Aufnahmeeinrichtung für Asylsuchende. In zwei Gebäuden sollen dort bis zu 600 Flüchtlinge unterkommen. Hierüber informierten Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Integrationsministerium, Polizei, Landrat Dr. Joachim Streit und Bürgermeister Joachim Kandels am 8. September in einer Bürgerversammlung in der Bitburger Stadthalle. Die Veranstaltung stieß auf große Resonanz: über 400 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren.

„Die Meldungen über die anhaltenden Flüchtlingsströme in Europa zwingen uns, kurzfristig Ausweichquartiere und Notmaßnahmen im Vorfeld zu organisieren, ohne genau zu wissen, mit wie vielen um Aufnahme nachsuchenden Menschen wir tatsächlich rechnen müssen. Im Rahmen unserer Möglichkeiten stellen wir jedoch Plätze für die Flüchtlinge zur Verfügung“, erläuterte ADD-Präsidentin Dagmar Barzen die aktuelle Situation. Raum sei kurzfristig in Koblenz, Hahn, Hermeskeil und auch Bitburg geschaffen worden. Barzen betonte, dass es sich in Bitburg um eine Erstaufnahmeeinrichtung und keine feste Unterbringung von Flüchtlingen handele. Dort sollen Asylbegehrende maximal drei Monate einquartiert werden, bevor sie weiter auf die Kommunen des Landes verteilt werden.

Auf dem Flugplatzgelände in Bitburg sind derzeit etwa 500 Flüchtlinge in Großzelten untergebracht. Wann diese nun endgültig in die Wohnblocks des Hotels Eifelstern am Bitburger Flugplatz ziehen können, steht nach Angaben der ADD noch nicht fest. Spätestens zum Herbst sollen die Verhandlungen der ADD und dem privaten Eigentümer des Hotels abgeschlossen sein.

Auch Prof. Dr. Karin Weiss, Abteilungsleiterin des rheinland-pfälzischen Integrationsministeriums, verwies auf den bundesweit sprunghaften Anstieg der Flüchtlingszahl, der nur in einer gemeinsamen Anstrengung bewältigt werden könne und von der Landes- bis zur kommunalen Ebene alle in die Pflicht nehme. Seien im Jahr 2005 knapp 3.000 Asylsuchende nach Rheinland-Pfalz gekommen, so seien es heute, zehn Jahre später, bereits über 38.000. Dies sei in erster Linie der dramatischen Kriegssituation in Syrien geschuldet, die die Menschen zur Flucht zwinge. „Wir unterstützen die Entscheidung der Bundeskanzlerin, die Flüchtlinge, die zum Teil Unvorstellbares erlebt, auch in Rheinland-Pfalz aufzunehmen.“

Dass man dazu willens und bereit sei, betonte auch Landrat Dr. Joachim Streit. Er sprach von einer moralischen Verpflichtung, anderen Menschen, die um Leib und Leben fürchten, zu helfen. “Der Eifelkreis hat bisher alles richtig gemacht, wir haben frühzeitig mit Bürgermeister a.D. Rudolf Becker einen eigenen Flüchtlingsbeauftragten ernannt und für Integrationsmaßnahmen 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Durch die Einrichtung auf dem Flugplatz, die den Eifelkreis nichts kostet, müssen wir 8% weniger Asylbewerber aufnehmen; damit sparen wir einen rund 150.000 Euro.”

Ausdrücklich lobte er, ebenso wie Bürgermeister Joachim Kandels, die Anstrengungen und ehrenamtlichen Verdienste des DRK und anderer Hilfsorganisationen. Das Rote Kreuz unter der Ägide und der Vorsitzenden Monika Fink und Geschäftsführer Rainer Hoffmann gewährleistet eine permanente Betreuung der Asylsuchenden vor Ort, während die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) die Registrierung der Flüchtlinge durchführt.

Die abschließende öffentliche Diskussion war angeregt und setzte ein positives Signal. Denn primär wollten die Bürger wissen, wie sie den Flüchtlingen helfen können, wie die Menschen schnell integriert werden können, und wie die Asylsuchenden möglichst bald Arbeit finden.

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