21. Juli 2015

Klimaschutz und Kostensenkung durch Modernisierung der Straßenbeleuchtung

Investitionen rechnen sich nach wenigen Jahren


KREIS MYK
. Auf ihre Straßenbeleuchtung kann und will keine Kommune verzichten. Doch sie ist ein echter Kostentreiber, denn der Strom ist ein dicker Posten in den Haushalten. Logisch, dass der Kreis Mayen-Koblenz dieses Thema im Rahmen des Integrierten Klimaschutzkonzeptes angehen will. Welche Möglichkeiten es gibt, erörterte man nun in Mayen.

Der Kreis will den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen durch die Energieversorgung der Haushalte, des Gewerbes und der öffentlichen Infrastruktur sowie der Mobilität in Mayen-Koblenz reduzieren. Zudem sollen langfristig mehr regenerative Energien genutzt werden. Es gebe wichtige Gründe, sich gerade jetzt mit dem Thema Straßenbeleuchtung zu beschäftigen, machte der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth deutlich: „Der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung macht in Kommunen rund ein Drittel des gesamten kommunalen Stromverbrauchs aus. Es stehen jedoch heute neue Technologien zur Verfügung, die enorme Einsparungen erlauben. Alte ineffiziente Technologien, die heute noch breite Anwendung im Landkreis Mayen-Koblenz haben, werden in Kürze auf Grund neuer rechtlicher Vorgaben vom Markt verschwinden.“

Die hohe Aktualität des Themas machte auch der Gastgeber des Abends, Oberbürgermeister Wolfgang Treis, deutlich. Die Stadt Mayen will die Straßenbeleuchtung vom Energieversorger zurückkaufen und dann in eigener Regie modernisieren, um Kosten zu sparen.

Aber auch bei den anwesenden Vertretern von Orts- und Verbandsgemeinden und Städten besteht hoher Handlungsdruck. Manche planen eine Modernisierung, andere modernisieren schon ihre Straßenbeleuchtung.

Michael Münch von der Transferstelle Bingen stellte erste Ergebnisse aus der Datenerhebung für den Landkreis und seine Kommunen vor. Von den etwa 30.000 Straßenlaternen im Landkreis Mayen-Koblenz wäre eine Modernisierung von 60 bis 70 Prozent sinnvoll. Hiervon ist ein hoher Anteil Quecksilberdampflampen, deren Austausch aufgrund neuer Verordnungen in den kommenden Jahren notwendig wird. Deren Modernisierung kosten im Standardfall 400 bis 450 Euro pro Leuchte. Dieser Investition stehen Einsparungen von 80 Euro bei Strom- und Wartungskosten pro Jahr gegenüber.

Andreas Pfaff, Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen, erklärte, dass die dortigen Gemeinden ihre Straßenbeleuchtung weitgehend modernisiert haben und moderne LED-Technik weitflächig Einzug gehalten hat. Kein Wunder, denn die Investitionen rechnen sich schnell: Die durchschnittliche Amortisationszeit für die Sanierung beträgt sieben Jahre. „Die Preise sind deutlich gefallen, die Energieeffizienz ist gestiegen und es wird ein weites Spektrum an Farbtönen des Lichtes angeboten“, so Pfaff. Gelbliches Licht eignet sich auch für den Einsatz in historischen Ortskernen, außerdem zeichnet sich die LED-Straßenbeleuchtung durch eine lange Lebensdauer aus. Die Wartungsintervalle werden deutlich länger, was eine Kostenreduktion bedeutet. Da Insekten nicht so stark durch das Licht der LED angelockt werden, sind auch Reinigungskosten niedriger. Pfaff schilderte auch die Finanzierung einer Umrüstung auf LED-Technik durch Bürgergenossenschaften, die für die Gemeinden in Form eines Contracting-Modells in moderne Technik investieren und die Investitionen über einen Teil der Einsparungen refinanzieren. Die Gemeinden profitieren von einem weiteren Teil der Einsparung, ohne selbst investieren zu müssen.

Die Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzepts wird im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

Die Vorträge des Abends, auch zu rechtlichen Aspekten, Ausschreibung und Vergabe, sind in Kürze auf der Homepage der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz zu finden.

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