27. März 2015

Handwerkskammer Aachen will mit neuer Fachkräfte-Offensive die Betriebe unterstützen

Hilfestellung bei der Suche nach den Mitarbeitern von morgen: Als neue Beraterin für Fachkräftesicherung unterstützt Christine Erben die Betriebe – ein Angebot von dem sich Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen (r.) und Georg Stoffels, Geschäftsführer für den Bereich Berufsbildung der Handwerkskammer Aachen, erhoffen, dass es auf große Resonanz trifft. Foto: Handwerkskammer Aachen

Hilfestellung bei der Suche nach den Mitarbeitern von morgen: Als neue Beraterin für Fachkräftesicherung unterstützt Christine Erben die Betriebe – ein Angebot von dem sich Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen (r.) und Georg Stoffels, Geschäftsführer für den Bereich Berufsbildung der Handwerkskammer Aachen, erhoffen, dass es auf große Resonanz trifft. Foto: Handwerkskammer Aachen

Jetzt die Mitarbeiter von morgen sichern

Aachen. Warum die Handwerkskammer Aachen genau jetzt ihre neue Fachkräfte-Offensive gestartet hat, macht ein Blick in die nahe Zukunft deutlich. Denn die sieht folgendermaßen aus: In fünf Jahren wird die Zahl der Schulabgänger in der Region Aachen um ein Fünftel gesunken sein. In den Handwerksbetrieben des Kammerbezirks haben 2014 acht Prozent weniger Auszubildende einen Lehrvertrag unterschrieben als im Vorjahr; seit dem Jahr 2010 hat die Zahl der Lehrlinge insgesamt um rund zehn Prozent abgenommen (von 7.118 auf 6.466). Das Durchschnittsalter der in den Unternehmen der Region beschäftigten Fachkräfte steigt.

Der demographische Wandel wird greifbar
„Die Folgen des demographischen Wandels werden für uns jetzt greifbar“, sagt Peter Deckers. Und für den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen ist auch mit Blick auf den zunächst wohl weiter anhaltenden Trend zu Abitur und Studium klar: „Unsere Betriebe sind bereits jetzt händeringend auf der Suche nach geeignetem Fachpersonal. Aber in Zukunft wird diese Herausforderung noch größer werden.“ Denn der Bedarf an qualifizierten Fachkräften wird weiter wachsen. Nicht zuletzt, weil in den kommenden Jahren zahlreiche Handwerksbetriebe zur Übergabe an einen geeigneten Nachfolger bereitstehen.

Dass die Folgen des Fachkräftemangels nicht allein den Wirtschaftszweig empfindlich treffen würden, liegt für Deckers auf der Hand: „Wer soll unsere Heizung reparieren, wenn sie mal ausfällt? Wer unser Dach abdichten? Wer das Auto wieder fahrtüchtig machen?“ Dass dem Handwerk genügend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stünden, sei letztlich „in unser aller Interesse“, sagt der Hauptgeschäftsführer.

Vor diesem Hintergrund hat die Handwerkskammer Aachen ihre Fachkräfte-Offensive gestartet. Deren Zielsetzung beschreibt Georg Stoffels: „Was die personellen Ressourcen angeht, müssen wir jetzt alles ausschöpfen, was wir ausschöpfen können.“ Einfach abzuwarten und nichts zu tun sei keine Option, sagt der Geschäftsführer für den Bereich Berufsbildung der Handwerkskammer Aachen: „Denn dann fehlen unseren Betrieben in absehbarer Zeit die Fachkräfte.“

Natürlich bildete die Fachkräftesicherung auch bislang bereits einen Schwerpunkt innerhalb des Beratungsangebots. Die Handwerskammer vermittelt Lehrlinge, hilft dabei, Ausbildungsabbrüche zu verhindern, organisiert Praktikumsstellen im Rahmen der Berufsorientierung, bringt schwächere Jugendliche zur Ausbildungsreife und lotst leistungsstarke Jugendliche von den Gymnasien und den Hochschulen ins Handwerk.

Wobei sich das Angebot nicht auf den Ausbildungsbereich beschränkt. Damit die Betriebe möglichst lange auf die Arbeit ihrer Fachkräfte bauen können, berät die Handwerkskammer in Weiterbildungsfragen und der Beschäftigungssicherung älterer Mitarbeiter. Die Integration von Ausländern und die Vermittlung von Arbeitslosen in die Betriebe bilden weitere Schwerpunkte. Außerdem ist die Handwerkskammer Ansprechpartnerin in allen Fragen rund um Unternehmensgründung und -übergabe sowie Marketing und Finanzierung.

Mit Blick auf das große Ganze
„Rund um die Fachkräftesicherung gibt es kein Thema, das wir nicht abdecken. Aber was uns bislang fehlte, ist jemand, der außerhalb der einzelnen Angebote steht und deswegen das große Ganze im Blick hat“, sagt Stoffels. Mit Christine Erben gibt es jetzt so jemanden. War sie bislang bei der Handwerkskammer für die Mobilitätsberatung zuständig, ist sie nun auch als Beraterin für Fachkräftesicherung erste Ansprechpartnerin rund um das zentrale Thema.

Erben ist gewissermaßen das Gesicht der neuen Fachkräfte-Offensive, eine ihrer Aufgaben ist die Personalmanagementberatung der Handwerksbetriebe, wobei die Gewinnung, Entwicklung und Bindung von Mitarbeitern im Fokus steht. Eine andere ist das Ergründen von Optimierungsmöglichkeiten in einem Unternehmen, um es für eine Übergabe möglichst gut aufzustellen. „Die zentrale Frage, die beantwortet werden muss, ist, welche betrieblichen Prozesse es umzustellen gilt, um das Unternehmen zukunftssicher zu machen“, sagt Erben.

Wichtigstes Instrument der Beraterin für Fachkräftesicherung ist der Betriebscheck, der aus einer Analyse der aktuellen Fachkräftesituation und einem regionalen Fachkräftecheck, einer Altersstrukturanalyse und schließlich dem Erarbeiten einer Gesamtstrategie besteht. Hierbei geht es vor allem darum, herauszufinden, in welchen Bereichen eine tiefgehende Beratung nötig ist. Erben vermittelt dann an ihre Kollegen aus den entsprechenden Fachabteilungen. Sie sagt: „Ich sehe mich in einer Art Lotsenfunktion. Sobald ich weiß, was der Betrieb braucht, schaue ich, mit welchem unserer Angebote die Handwerkskammer ihm am besten weiterhelfen kann.“ Der Blick in die nahe Zukunft soll schließlich möglichst vielversprechend sein.

Info: Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.hwk-aachen.de/fachkraefte-offensive.

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