11. Februar 2015

Engagement in Städten und Gemeinden stärken

NETZWERKPROGRAMM ZUR STÄRKUNG VON BÜRGERSCHAFTLICHEM ENGAGEMENT VOR ORT

In dem Netzwerkprogramm „Engagierte Stadt“ werden gemeinnützige Engagement unterstützende Einrichtungen (z.B. Bürgerstiftungen oder Seniorenbüros) aus Städten und Gemeinden von 10.000 bis 100.000 Einwohnern gefördert. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative großer deutscher Stiftungen wie der Bertelsmann Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der BMW Stiftung Herbert Quandt und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Online-Bewerbungen sind bis Sonntag, den 1. März 2015, möglich.

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Wir brauchen bürgerschaftliches Engagement – und Engagement braucht lokale Strukturen und Förderung.

Bürgerschaftliches Engagement ist in unserer Gesellschaft unverzichtbar: Es stärkt Lebensqualität, solidarisches Zusammenleben und die Demokratie. Deutschland hat eine aktive Zivilgesellschaft, rund 23 Millionen Menschen sind bürgerschaftlich engagiert. Das ist gut so – die Beteiligung und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger werden dringend gebraucht, um zukünftige Herausforderungen zu bestehen, vom demografischen Wandel über die Energiewende bis zur Sicherung von sozialem Zusammenhalt und Chancengleichheit.

Engagement ist aber nicht nur eine Sache des Einzelnen. Es braucht auch Anlaufstellen, Organisationsstrukturen und Ressourcen vor Ort. Denn hier, in den Städten und Gemeinden, findet das Engagement vor allem statt. Diese Anlaufstellen und Engagement-Zentralen vor Ort zu fördern ist ein wichtiger Schritt zu einem Gemeinwesen der Zukunft: der Engagierten Stadt.

10 Merkmale einer Engagierten Stadt

Das Netzwerkprogramm Engagierte Stadt will die Zivilgesellschaft in Städten und Gemeinden stärken. Leitbild des Programms ist ein Gemeinwesen, in dem Engagement und Beteiligung für alle möglich sind und in dem stabile Strukturen für Engagement vorhanden sind.

In der Engagierten Stadt…

  • kennen Bürgerinnen und Bürger, die sich engagieren wollen, die richtigen Anlaufstellen.
  • wird Engagement durch Vermittlung, Begleitung und Qualifikation gestärkt.
  • sind die Anlaufstellen für Engagement finanziell und personell gut ausgestattet.
  • arbeiten unterschiedliche Engagement fördernde Einrichtungen abgestimmt zusammen.
  • unterstützen Politik und Verwaltung aktiv die Infrastruktur für Engagement.
  • agieren auch Unternehmen als Partner und Förderer von Engagement.
  • wirken engagierte Bürgerinnen und Bürger aktiv an Entscheidungsprozessen mit.
  • setzt eine von allen Akteuren ausgehandelte lokale Engagementstrategie Themen, Ziele und Prioritäten für die lokale Engagemententwicklung.
  • bürgen lokale Engagementbündnisse für eine gemeinsame Interessenvertretung.
  • tragen die Verantwortlichen ihre Erfahrung bei der Etablierung einer nachhaltigen Engagementkultur gern an andere Städte weiter.

 

Das Netzwerkprogramm Engagierte Stadt

Es gibt in Deutschland rund 3.500 Einrichtungen, die sich besonders der Unterstützung und Förderung des bürgerschaftlichen Engagements vor Ort verschrieben haben. Das sind v.a. lokale Freiwilligenagenturen, Mehrgenerationenhäuser, Soziokulturelle Zentren, Mütterzentren, Bürgerstiftungen, Seniorenbüros, Selbsthilfekontaktstellen oder Kommunale Stabsstellen. Diese Einrichtungen haben das Potenzial, als lokale Zentralen systematisch Engagement vor Ort zu entwickeln und zu fördern. In der Praxis sind sie aber oft unzureichend ausgestattet, wenig profiliert und kaum miteinander vernetzt.

Hier setzt das Programm Engagierte Stadt an. Es will gemeinnützige Engagement unterstützende Einrichtungen beraten, begleiten und finanziell in die Lage versetzen, vor Ort lokales Engagement und Engagementstrukturen zu stärken. Welchen Weg die lokalen Engagementorganisationen dabei beschreiten wollen, entscheiden sie selbst. Sie sind die Experten für die Situation in ihrem Gemeinwesen, sie wissen, was gebraucht wird: Strategien, Fundraising, Themendebatten, Beteiligungsprozesse oder vieles andere. Erwartet wird, dass die lokalen Prozesse auf Kooperation, Vernetzung und Nachhaltigkeit ausgerichtet sind und am Ende möglichst viele der 10 Merkmale einer Engagierten Stadt erreicht werden. Das Programm sieht vor, 50 Engagement unterstützende Einrichtungen in Städten oder Gemeinden mit einem Gesamtvolumen von bis zu drei Millionen Euro über zunächst drei Jahre zu fördern. Als Förderung wird mehr als die Vergabe von finanziellen Mitteln verstanden: Auch die Aufnahme in ein bundesweites Netzwerk mit der Chance zu Austausch und Beratung in der Konzept- wie in der Förderphase zählt dazu.

 

Die Träger der Engagierten Stadt

Das Netzwerkprogramm „Engagierte Stadt“ ist eine gemeinsame Initiative der Bertelsmann Stiftung, der BMW Stiftung Herbert Quandt, des Generali Zukunftsfonds, der Herbert Quandt-Stiftung, der Körber-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Gemeinsam wollen sie nicht nur die kommunale Infrastruktur für Engagement stärken, sondern dabei auch neue Formen der strategischen Zusammenarbeit erproben: Das gilt für die innovative Kooperation von Stiftungen und öffentlicher Hand ebenso wie für die Zusammenarbeit der Förderer mit den lokalen Engagement unterstützenden Einrichtungen.

 

Wie wird gefördert? Ihr Weg zur Engagierten Stadt

1. Bewerbung (7. Januar bis 1. März)

Am 7. Januar 2015 startet die Bewerbungsphase des Programms Engagierte Stadt. Sie beschreiben Ihre Engagement unterstützende Organisation, Ihre Stadt oder Gemeinde, Ihre Partner und das Ziel sowie die Inhalte Ihres Vorhabens. Für Ihren Engagement-Entwicklungsprozess wird eine bedarfsorientierte Kostenschätzung bis max. 50.000 Euro über drei Jahre erwartet.

2. Konzeptphase (28. April bis 20. Juli)

Im April wählt die Jury aus unabhängigen Expertinnen und Experten und den Trägern der Engagierten Stadt 50 Bewerbungen aus. Die ausgewählten Engagement unterstützenden Einrichtungen werden in ein Netzwerk aufgenommen und erhalten je 2.000 Euro zur Konkretisierung ihrer Vorhaben, z.B. für externe Beratung. Bei einem Netzwerktreffen erhalten sie die Möglichkeit zum kollegialen Austausch miteinander und mit den Trägern des Programms Engagierte Stadt.

3. Auswahl und Förderphase (August 2015 bis Dezember 2017)

Die Jury wählt aus den weiter entwickelten Konzepten die vielversprechendsten Vorhaben aus. Die ausgewählten bis zu 50 Engagement unterstützenden Einrichtungen erhalten im September 2015 eine individuelle Förderzusage für 2015 bis 2017.

4. Beratung, Vernetzung, Transfer (2015 bis 2017)

Alle Engagement unterstützenden Einrichtungen des Netzwerks werden regelmäßig zu Netzwerktreffen eingeladen und haben Zugang zu den Aktivitäten und Angeboten der Programmträger. Das ermöglicht Peer Learning ebenso wie den Transfer erfolgreicher Engagementprozesse.

Teilnahmebedingungen

Sie können sich für eine Teilnahme am Programm Engagierte Stadt bewerben, wenn Ihre Organisation …

  • in Deutschland als gemeinnützig anerkannt ist, das heißt über einen Freistellungsbescheid verfügt und keine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist.
  • in einer Kommune angesiedelt ist, die zwischen 10.000 und 100.000 Einwohnern hat.
  • eine Doppelförderung der geplanten Maßnahme durch öffentliche Mittel ausschließen kann.

Darüber hinaus sind Sie bereit, in den kommenden drei Jahren aktiv am Netzwerk teilzunehmen, Netzwerktreffen zu besuchen und Ihre Erfahrungen aus Ihrer Arbeit einzubringen.

Auswahlkriterien

  • Sie skizzieren ein realistisches Vorhaben mit nachvollziehbarem Prozessverlauf und angemessenem Förderbedarf.
  • Sie haben, was Fragestellung, Thema oder Zielgruppe betrifft, einen lokal relevanten Fokus gewählt.
  • Der von Ihnen geplante Prozess beteiligt in Zielsetzung und Durchführung möglichst viele für das Engagement wichtige lokale Akteure, Organisationen wie Bürgerinnen und Bürger.
  • Der Prozess setzt stark auf Kooperation und Vernetzung vor Ort und wird insbesondere auch von der Kommunalpolitik, der Verwaltung und/oder örtlichen Unternehmen unterstützt.
  • Sie legen überzeugend dar, wie Ihr Prozess auch nach 2017 nachhaltig weitergeführt werden kann.

Navigation und Information

Kontakt
Alina Mahnken
Programm Leitung Engagierte Stadt

Körber-Stiftung
Kehrwieder 12
20457 Hamburg

+ 49 40 80 81 92-156
mahnken@koerber-stiftung.de

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Autor(in)

Klaus Schäfer

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