18. November 2014

Ausstellung über drei LIFE+ Projekte zum Schutz und Erhalt typischer Lebensräume der Nordeifel

Köln, 18. November 2014. Drei LIFE+ Naturschutzprojekte geben mit einer Ausstellung in den Räumlichkeiten der Bezirksregierung Köln Einblick in ihre Arbeit. Sie informieren über die im Nationalpark Eifel und in der Region Nordeifel typischen Lebensräume und heimischen Arten und zeigen mit welchen Maßnahmen diese erhalten und entwickelt werden.
Der Blauschillernde Feuerfalter aus dem Kalltal strahlt dem Betrachter entgegen. Vuurtje der Feuersalamander erklärt, warum er sich im Nationalpark Eifel besonders wohl fühlt. Mit einem Wiesenpuzzel sind auch in der Bezirksregierung in Köln die Borstgrasrasen der Eifel zum Greifen nah.

Bild_2-web_1416319460
Die Akteure der drei LIFE+ Projekte „Allianz für Borstgrasrasen“, “Rur & Kall – Lebensräume im Fluss“ und „Wald – Wasser – Wildnis“ haben eins gemeinsam: sie wollen schützenswerte Naturgüter der Nordeifel erhalten und entwickeln. Ihre konkreten Ziele und Maßnahmen stellen sie aktuell mit reich bebilderten Ausstellungselementen in der Bezirksregierung in Köln vor.
Verantwortlich für die Ausstellung und die Projekte sind die Biologischen Stationen StädteRegion Aachen, Kreis Düren und Euskirchen, das Nationalparkforstamt Eifel im Landesbetrieb Wald und Holz NRW sowie der Kreis Euskirchen. Die Bezirksregierung Köln begleitet die Projekte, sei es bei der Antragstellung oder als Bewilligungsbehörde. Regierungspräsidentin Gisela Walsken weiß deshalb um deren Bedeutung und hebt in ihrer Begrüßungsrede anlässlich der Eröffnung der Ausstellung am 17. November hervor: „Die Projekte tragen ganz maßgeblich zur Stärkung des Naturschutzes in unserer Region  bei.“ Auch zahlreiche weitere Akteure wie Kommunen und Kreise tragen durch Geldbeiträge, der langfristigen Bereitstellung von Land, Grundstücken und Liegenschaften zur Akzeptanz  und zum Erfolg der Projekte entscheidend bei“, so Walsken.

Bild-3-Die-geladenen-Gaeste-aus-Kommunen-Verbaenden-und-Politik-informieren-sich-ueber-die-drei-LIFE-Projekte-in-der-Nordeifel--510b0cdb5f6e25bb838dc3527ad3da76
Stefan Meisberger, Leiter der Biologischen Station im Kreis Euskirchen, stellt bei der Eröffnungsfeier den geladenen Gästen aus den Kommunen, Verbänden und Politik die Projekte vor. Ziel aller drei LIFE+ Projekte ist es, natürliche Lebensräume wie Mittelgebirgsbäche, Au- und Buchenwälder sowie die durch den Menschen entstandenen artenreichen Feuchtwiesen, Borstgrasrasen und Heiden mit ihren wildlebenden, teils seltenen Tier- und Pflanzenarten langfristig zu erhalten. Durch Forst- oder intensive Landwirtschaft haben diese Lebensräume teilweise starke Beeinträchtigungen erfahren oder sind ganz verlorengegangen. Die Liste der Tier- und Pflanzenarten, die dadurch dezimiert und gefährdet wurden, ist lang. Dazu zählen beispielsweise Groppe, Bachneunauge, Wildkatze, Schwarzspecht und Braunkehlchen, verschiedenen Fledermausarten, Blauschillernder und Lilagold Feuerfalter aber auch Pflanzen wie die Arnika. Um die Lebensräume mit ihren vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt auch für nachfolgende Generationen zu erhalten, setzen seit 2011 bzw. 2012 die drei LIFE+ Projekte etwa fünf Jahre lang hunderte von Einzelmaßnahmen um. „Diese werden zum großen Teil von regionalen Firmen realisiert, so dass die Region auch monetär profitiert“, so Meisberger.
Finanziert werden die Projekte zur Hälfte von der EU aus dem Förderprogramm LIFE+ Natur. Mit diesem Förderprogramm fördert die EU das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000, zudem alle Projektgeite gehören. Mit Natura 2000 sollen in Europa natürliche Lebensräume und wildlebende Tier- und Pflanzenarten und damit die biologische Vielfalt langfristig erhalten werden. Weitere Mittel fließen durch Ko-Finanziers wie das Land NRW oder die Kreisverwaltung in die Projekte ein.

Abschließend unterstreicht Gisela Walsken auch den ästhetischen Wert der Naturschutzmaßnahmen: „Die Natur und Landschaft in der Nordeifel wird ein Stück lebenswerter, schöner und vielfältiger“.  Besucher, die sich ein Bild davon machen wollen, können die Ausstellung in der Zeughausstraße 2-10  wochentags noch bis 28. November 2014 von Montag bis Freitag von 9-18 Uhr im 1. Obergeschoss sehen. Oder Sie besuchen die Projektgebiete in natura in der Eifel.

Gemeinsame Pressemitteilung: Nationalparkforstamt Eifel in Wald und Holz NRW, Biologische Station StädteRegion Aachen e.V., Biologische Station Kreis Euskirchen e.V., Biologische Station im Kreis Düren e.V.
Hintergrund:  Steckbriefe

LIFE+ „Wald – Wasser – Wildnis“
Projektträger: Nationalparkforstamt Eifel im Landesbetrieb Wald & Holz NRW, Biologische Station StädteRegion Aachen e.V.
Projektbudget: 4,2 Mio. Euro
Zeitraum: 2011-2015
Projektgebiet: Drei Natura 2000-Gebiete im Nationalpark Eifel: „Kermeter“, „Bachtäler im Truppenübungsplatz Vogelsang“, „Dedenborn, Talaue des Puengel-, Wuestebaches und Erkensruhroberlauf“
Projektziel: Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Bachläufen, Entwicklung von naturnahen Buchen-, Au- und Schluchtwäldern, Wiederherstellung von Borstgrasrasen, Bergmähwiesen und Hochstaudenfluren, Ansiedlung des Steinkrebses
Maßnahmen: Entfernen von nicht heimischen Nadelbäumen und deren Jungaufwuchs / Entfernen von Barrieren im Gewässer wie Dämme, Rohre und Wehre / Rückbau von Befestigungen und Begradigungen von Gewässern / Erhöhen des Anteils von Totholz in der Fläche und im Gewässer / Schaffung von Offenland und dauerhafte Pflege der Kultur-Lebensräume durch extensive Landwirtschaft / Aussatz von Steinkrebsen in ausgewählten Gewässern.
Weitere Infos: www.wald-wasser-wildnis.de

LIFE+ „Allianz für Borstgrasrasen“
Projektträger: Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V., Kreis Euskirchen
Projektbudget: 2,6 Mio. Euro
Zeitraum: 2012-2016
Projektgebiet: „Wiesen, Borstgrasrasen und Heiden bei Sistig“ und angrenzende Gebiete (Gemeinde Kall) / „Manscheider Bachtal und Paulushof“ und angrenzende Gebiete (Gemeinde Hellenthal) / „Baasemer Wald“ und angrenzende Gebiete (Gemeinde Dahlem)
Projektziel: Entwicklung von Borstgrasrasen, Bergmähwiesen und trockene und feuchte Heiden auf 90 Hektar, verbunden durch ein Netz von Gehölzen und Gebüsch / Schutz seltener Arten wie Lilagold Feuerfalter, Braunkehlchen und Arnika
Maßnahmen: Entfernen von nicht heimischen Nadelbäumen, die aus wirtschaftlichen Gründen zur Holznutzung gepflanzt wurden / Aufbringen von Mahdgut von geeigneten Spenderflächen / dauerhafte Pflege der Kultur-Lebensräume durch extensive Landwirtschaft
Weitere Infos: www.life-borstgrasrasen.eu

LIFE+ „Rur und Kall – Lebensräume im Fluss“
Projektträger:., Biologische Station im Kreis Düren e.V., Biologische Station StädteRegion Aachen e.V
Projektbudget: 2,85 Mio. Euro
Zeitraum: 2012-2016
Projektgebiet: Natura 2000-Gebiet „Kalltal und Nebentäler“ in der StädteRegion Aachen und im Kreis Düren
Projektziel: Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Bachläufen, Förderung naturnaher Au- und Hangwälder, Wiederherstellung artenreichen Feuchtgrünlandes insbesondere zum Erhalt des Blauschillernden Feuerfalters
Maßnahmen: Ersatz von Verrohrungen durch Brückenbauwerke / Umbau von Staustufen und Wehren / Umwandlung von standortfremden Fichtenforsten in Auwald oder Feuchtgrünland / Wiederaufnahme einer extensiven Grünlandbewirtschaftung
Weitere Infos: www.rurundkall.de

Kontakt
Anika Poetschke
LIFE+ Projekt “Wald-Wasser-Wildnis”
Biologische Station StädteRegion Aachen e.V.
anika.poetschke@bs-aachen.de
Tel.: +49 157 74670893
www.wald-wasser-wildnis.de

Print Friendly, PDF & Email



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kategorien

Autor(in)

Klaus Schäfer
Impressum:
Eifel Tourismus GmbH
Kalvarienbergstraße 1
D – 54595 Prüm
Geschäftsführer: Klaus Schäfer
Wittlich HRB 32284, Gerichtsstand ist Wittlich



Die Erstellung der Inhalte dieser Webseite wird gefördert im Rahmen des LEADER-Projektes „Einführung der Marke Eifel – Aufbau und Einführung der Markenkommunikation zur Standortmarke Eifel“ durch:

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER):
Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete unter Beteiligung der Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland Pfalz