23. Oktober 2014

Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Aachen: Regionales Handwerk verzeichnet große Nachfrage

Aachen. Ob Brötchen, Bauarbeiten oder Baderneuerung: Das regionale Handwerk erfreute sich in diesem Sommer bester Nachfrage. „Die Betriebe im Kammerbezirk Aachen konnten in den meisten Fällen nahtlos an das sehr hohe Nachfrageniveau des Frühjahres anknüpfen. Die Hochkonjunktur im Handwerk hat keine Pause gemacht“, fasst Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, die aktuelle Situation zusammen. Mit nur leicht gedämpften Erwartungen geht das regionale Handwerk in das Winterhalbjahr.

Die Geschäftslage ist gut

87 Prozent der Chefs zwischen Erkelenz und Euskirchen sind derzeit guter Dinge: 33 Prozent bewerten ihre Geschäftslage mit „gut“ und weitere 54 Prozent mit „befriedigend“. Allerdings sehen manche mit Blick auf die unübersichtlichen Lage im Nahen Osten, den IS-Terror, die Ukraine-Krise und die weiterhin schwächelnden EU-Binnenwirtschaft dunkle Wolken am Konjunkturhimmel aufziehen: Dennoch erwarten immerhin 77 Prozent der Chefs einen positiven Geschäftsverlauf in den kommenden sechs Wintermonaten. Das Absinken des Stimmungsindikators im Kammerbezirk ist dabei insbesondere auf die Negativprognosen der Handwerksbetriebe aus dem Kreis Düren zurückzuführen.

Es gab im Sommer viel zu tun für das regionale Handwerk. Der hohe Auftragsbestand des Frühjahres mit einem Anteil von 77 Prozent an Betrieben, die gestiegene oder gleichgebliebene Auftragseingänge meldeten, wurde gehalten. Davon freuen sich 22 Prozent über dickere Auftragsbücher; bei 55 Prozent blieb die Situation stabil.

Der Gesamtumsatz hat sich in vielen Betrieben positiv entwickelt: 77 von 100 Unternehmen haben in den vergangenen Sommermonaten entweder ihre Umsätze gesteigert (27 Prozent) oder ihr erreichtes Niveau beibehalten (50 Prozent). Die Investitionsneigung war größer als zum Zeitpunkt des Vorjahres (+ vier Prozentpunkte) und im Vergleich zur Frühjahrsumfrage hielt das gute Investitionsklima an. 18 Prozent steckten mehr Geld in Maschinen, Gebäude und Ausrüstung. Weitere 58 Prozent hielten die Investitionssummen auf gleichem Niveau.

Das Beschäftigungsklima ist weiterhin bestens. Im Sommerhalbjahr stieg erwartungsgemäß die Zahl der Unternehmen, die Personal einstellten oder ihre Fachkräfte beibehielt auf insgesamt 84 Prozent an. Es kommt jedoch selten vor, dass der Beschäftigungsindikator im Winter nochmals ansteigt. In diesem Jahr ist dies der Fall (+ zwei Punkte). 81 Prozent wollen an den Teamstärken festhalten und fünf Prozent neue Fachkräfte einstellen.

Im Vergleich zum Herbst des Vorjahres bewertet derzeit ein noch größerer Anteil der Chefs die Geschäftslage ihrer Unternehmen – unabhängig von der Gewerbegruppe – mit „gut“ oder „befriedigend“. Lediglich im Ausbaugewerbe gibt es einen kleinen Rückgang um zwei Prozentpunkte auf ein allerdings weiterhin sehr hohes Zufriedenheitsniveau von 87 Prozent.

Gesundheitsgewerbe steht ganz oben

Den höchsten Anteil an positiven Rückmeldungen gab es im Gesundheitsgewerbe (92 Prozent) und im Bauhauptgewerbe (91 Prozent). Den höchsten Anstieg zum Vorjahresherbst verzeichneten die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (+ zehn Punkte). Das Schlusslicht bilden Firmeninhaber der Handwerke für den persönlichen Bedarf wie Friseure, Kosmetiker, Schuhmacher, Textilreiniger (78 Prozent). Aber auch bei ihnen stieg der Anteil positiver Geschäftsbewertungen im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt um immerhin fünf Punkte.

Mit 94 Prozent an positiven Meldungen zur Geschäftslage liegen die Handwerksmeister aus dem Kreis Euskirchen weit vor den Kollegen aus den übrigen Regionen des Kammerbezirks. Für 41 Prozent der Euskirchener Chefs liefen die Geschäfte besser als zuvor, und 53 Prozent sind mit deren Entwicklung zufrieden. In der Städteregion Aachen und im Kreis Düren scheinen ebenfalls viele Betriebsinhaber mit dem Verlauf des Sommers sehr zufrieden zu sein: Der Anteil an positiven Bewertungen liegt bei 88 beziehungsweise 85 Prozent. Am unteren Ende der Zufriedenheitsskala, aber immer noch auf hohem Niveau, liegen mit 82 Prozent an zuversichtlichen Meldungen die Handwerkschefs im Kreis Heinsberg. Für 27 Prozent liefen die Geschäfte gut, für 55 Prozent war die Situation in Ordnung.

Fachkräfte sind kaum zu finden

Der demografische Wandel macht auch vor dem Handwerk nicht Halt: Ende August 2014 registrierte die Handwerkskammer Aachen 166 beziehungsweise 8,1 Prozent weniger abgeschlossene neue Lehrverträge im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt. Sie geht derzeit nicht mehr davon aus, dass die wegen des guten Konjunkturlaufs erwartete Zahl von rund 2.400 neuen Vertragsabschlüssen bis zum Jahresende erreicht wird. In der Stellenbörse der Kammer und ihrer Tochter QualiTec GmbH sind aktuell 859 freie Stellen gemeldet. Die Suche nach versierten Gesellen wird immer aufwendiger, da gute Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt kaum zu finden sind. Die meisten freien Stellen gibt es in den SHK-Betrieben (90), in den Elektroberufen (81), für KfZ-Mechaniker (68), im Tischlerhandwerk (63) und bei Friseurbetrieben (53).

Insgesamt ist das Handwerk ein bedeutender Faktor für die Leistungskraft der Region: Etwa 15 von 100 Erwerbstätigen sind Handwerker und rund jeder siebte Umsatz-Euro wird von diesem Wirtschaftszweig erarbeitet. Die Zahl der Betriebe im Kammerbezirk hat sich seit Herbst des vergangenen Jahres um 177 oder 1,1 Prozent auf 16.544 erhöht. Die 16.500-Marke wurde im Oktober „geknackt“.

Die Konjunkturumfrage mit regionalen Daten und Grafiken finden Sie unter: www.hwk-aachen.de/umfragen.html

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