30. September 2014

Von “Hundertklöppern” und dem “blauen Montag”

Museum der Bimsindustrie gibt den Besuchern Einblick in die Arbeit der Bimssteinherstellung.

 

KREIS MYK. Im Museum der Bimsindustrie in Kaltenengers können Besucher die vielen Arbeitsschritte der Schwemmsteinproduktion nachvollziehen und sich in die harte Arbeitswelt der „Hundertklöpper“ und Tagelöhner hineinversetzten.

Um 1900 betrug die normale Arbeitszeit eines Tagelöhners 11 Stunden. Gearbeitet wurde von 6 Uhr morgens bis 19 Uhr abends inklusive 2 Stunden Pause. Für Jugendliche bis 16 Jahren galt die Regelarbeitszeit von 10 Stunden und Kinder unter 14 mussten nach der Schule immerhin noch 6 Stunden schuften. Die Arbeiter verdienten wesentlich mehr Geld als in Handwerk oder Landwirtschaft. Für 1000 Bimssteine bekam der Akkord-Arbeiter 4 Mark. Dann gab es auch die sogenannten „Hundertklöpper“, die den ganzen Tag Steine klopften und für 100 Steine 40 bis 50 Pfennig erhielten. Kinder verrichteten Handlangerarbeiten für ein paar Pfennig.

Die Arbeit war körperlich anstrengend, angefangen vom Schleppen der Zementsäcke bis zum Ausfahren der feuchten Steine mit der Sackkarre. Junge, unverheiratete Arbeiter suchten nach der schweißtreibenden Arbeitswoche Abwechslung auf den umliegenden Festen. Gefeiert wurde ausgelassen, was dazu führte, dass die meisten Arbeiter an Montagen „blau machten“ und erst Dienstag mit der Arbeit begannen.

Eine besondere Veranstaltung will in den Herbstferien vor allem Kindern das Thema näherbringen. Mit „Popcorn im Maisfeld“ bietet das Museum der Bimsindustrie eine besondere Ferienfreizeit an. Kinder besuchen aufregende und besondere Orte, an denen ein Film vorgeführt wird und Mitmachaktionen stattfinden. Die Tour macht am Dienstag, 14. Oktober, von 15.30 bis 19 Uhr im Museum der deutschen Bimsindustrie in Kaltenengers Station. Gezeigt wird der Film „Stella und der Stern des Orients“. Organisiert wird die Veranstaltung gemeinsam mit dem Institut für Medienpädagogik des Landesfilmdienstes Rheinland-Pfalz und Kooperationspartnern aus der Jugendarbeit vor Ort. Im Museum der Bimsindustrie erleben die Kinder spielerisch die Entwicklung der Bimsgeschichte. Auf dem Rundweg durch das Museum erhalten sie anschauliche Erklärungen, wie der Bims durch den Ausbruch des Laacher See Vulkans entstand und wie die Bimssteine von früher bis heute produziert wurden und werden.

Im Anschluss an den Rundgang wird selbst Hand angelegt. An dem funktionsfähigen Nachbau eines alten Klopftisches können die Kinder eigene Bimssteine herstellen. Bereits in den Osterferien besuchten ca. 35 Kinder das Museum der deutschen Bimsindustrie und waren vom Programmangebot begeistert.

 

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.vulkanpark.com.

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