10. April 2014

25 Betriebe am Start: Handwerkskammer Aachen stellt ihr neues touristisches Projekt „Erlebnis.Handwerk.Eifel“ vor

Handwerk in der Eifel erleben

 

Handwerksmeister geben Anschauungsunterricht, Touristen und Besucher können zugucken, mitmachen und Eifeler Produkte kaufen – Förderung durch die EU, und zwar aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, und durch das Land NRW (Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk)

Euskirchen/Aachen/Eifel. Hereinspaziert in Eifeler Handwerksbetriebe! In 25 angeschlossenen Handwerkstätten des neuen Tourismusprojektes „Erlebnis.Handwerk.Eifel“ kann man ab sofort live und in Farbe zugucken, wie man Messer aus Damaszener-Stahl schmiedet, Bücher bindet, Orgeln baut, französische Backwaren backt, Gold schmiedet, Bögen konstruiert oder Elfenbein schnitzt.

Geistiger Vater des Projektes ist Friedrich-Wilhelm Weber, Leiter der Unternehmensberatung der Handwerkskammer Aachen. Nicole Tomys M.A., die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der HWK,  und  Meisterdesignerin Monika Söller von der HWK-Unternehmensberatung stellten das Projekt heute im Rheinischen Industriemuseum, Tuchfabrik Müller, des Landschaftsverbandes Rheinland in Euskirchen-Kuchenheim gemeinsam mit Friedrich-Wilhelm Weber der Öffentlichkeit vor.

Mit der Buchbindemeisterin Stephanie Baues und dem Schreinermeister Ralf Kolvenbach sowie Susanne und Franck Dumesny von der Deutsch-Französischen Bäckerei in Nöthen (Bad Münstereifel) war auch eine Auswahl jener Handwerker bei der Präsentation mit von der Partie, die das Projekt „Erlebnis.Handwerk.Eifel“ mit Leben erfüllen. Monika Söller stellte der Presse die gerade freigeschaltete Webseite des neuen Projektes vor:  www.erlebnis-handwerk-eifel.de

Zwischen Venn und Ville, im NRW-Teil der Eifel, machen außer den genannten Sparten Drechsler und Spengler, Bäcker und Konditoren, Fotografen, Steinmetzen und Steinbildhauer, Raumausstatter, Zweiradmechaniker, Kachelofenbauer, Sattler und Feintäschner, Tischler, Glas- und Porzellanmaler, Schallschutzisolierer und Maßschneider mit.

Führungen machen, mit Meistern reden, an Workshops teilnehmen

Bei der Initiative „Erlebnis.Handwerk.Eifel“ geht es darum, handwerkliche Fertigkeiten von höchster Qualität als Zeugnisse regionaler Identität zu zeigen. Die Besucher können Führungen machen, mit Meistern ins Gespräch kommen, an Workshops teilnehmen und in vielen Betrieben natürlich auch einkaufen.
Nicole Tomys sagte: „Das Handwerk ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Erlebnis und die Eifel ist es ebenfalls. Was also lag näher, als eine Kooperation von Handwerksbetrieben zum »Erlebnis.Handwerk.Eifel« ins Leben zu rufen? Eifeler Handwerksbetriebe stellen sich dar, werden zu Publikumsattraktionen, tragen zum positiven Image der Region bei.“

Friedrich-Wilhelm Weber schilderte die Projektentwicklung: „Vorbild für das Tourismus- und Besucherprojekt »Erlebnis.Handwerk.Eifel« der  Handwerkskammer Aachen (HwK) sind zwei ähnliche Initiativen: die „Meisterstraße.at“ in Österreich mit 300 Handwerksbetrieben und die Initiative »Handwerk erleben« in der Oberlausitz. Wir haben uns beide Projekte angesehen und festgestellt, dass sie sehr unterschiedlich sind – und weder das eine, noch das andere von uns für die Eifel übernommen werden konnte.“

Geistiger Vater des Projektes und Leiter der Unternehmensberatung der Handwerkskammer Aachen Friedrich-Wilhelm Weber (rechts) und Nicole Tomys M.A., stellvertretende Hautgeschäftsführerin der HWK (2.v.r.) sowie Meisterdesignerin Monika Söller (links) stellten das Projekt heute im Rheinischen Industriemuseum in Euskirchen-Kuchenheim gemeinsam mit Schreinermeister Ralf Kolvenbach (2.v.l.), Buchbindemeisterin Stephanie Baues (3.v.l.) und Susanne Dumesny (3.v.r.) von der Deutsch-Französischen Bäckerei in Nöthen (Bad Münstereifel) der Öffentlichkeit vor. Foto: Agentur ProfiPress

Geistiger Vater des Projektes und Leiter der Unternehmensberatung der Handwerkskammer Aachen Friedrich-Wilhelm Weber (rechts) und Nicole Tomys M.A., stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der HWK (2.v.r.) sowie Meisterdesignerin Monika Söller (links) stellten das Projekt heute im Rheinischen Industriemuseum in Euskirchen-Kuchenheim gemeinsam mit Schreinermeister Ralf Kolvenbach (2.v.l.), Buchbindemeisterin Stephanie Baues (3.v.l.) und Susanne Dumesny (3.v.r.) von der Deutsch-Französischen Bäckerei in Nöthen (Bad Münstereifel) der Öffentlichkeit vor. Foto: Agentur ProfiPress

„Erlebnis.Handwerk.Eifel“ ist neu für Deutschland

Also habe man alle Vor- und Nachteile abgewogen, und daraus ein  eigenes touristisches Projekt „Erlebnis.Handwerk.Eifel“ entwickelt. Weber: „»Erlebnis.Handwerk.Eifel« ist für Deutschland neu. Neu ist der Charakter des Projektes. Es soll ein zusätzlicher und attraktiver  Anziehungspunkt für Touristen werden.“

Monika Söller, die das von der EU, und zwar vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, und durch das Land NRW (Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk) geförderte Projekt vorstellte: „Das Handwerk ist ein sinnlich erlebbarer Wirtschaftszweig. Es schafft einen wertvollen Kontrast zur digitalen Lebenswelt!“

Es sei durchaus Ziel des Projektes, dass sich die angeschlossenen Betriebe über Workshops und Seminare und den Verkauf ihrer Produkte und den Abschluss neuer Aufträge mit Besuchern ein neues touristisches Standbein schaffen können, so die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Nicole Tomys: „Wir wollen aber auch, dass die Touristen, die auf diese Weise Handwerksbetriebe neu kennen- und schätzen lernen, anschließend daheim am Heimatort wieder verstärkt auf Handwerker und handwerkliche Fertigung zurückgreifen!“

Damit gehe gewissermaßen das übergeordnete Ziel von Erlebnis-Handwerk-Eifel auf: „Das Projekt ist eine Imagekampagne für die Eifel, vor allem aber für das Handwerk.  »Erlebnis.Handwerk.Eifel« soll die Bedeutung, die Vielseitigkeit und die Modernität des Handwerks durch erlebnisorientierte Angebote in hervorragenden Handwerksbetrieben herausstreichen.“

Mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze, Signal, mit Handwerk zu kooperieren

Handwerkliche Fertigung und Produkte unterschieden sich von solchen aus industrieller Produktion, so Tomys: „Dafür sollen die Besucher wieder ein Auge bekommen und sensibilisiert werden, sich auch im Alltag vermehrt auf handwerkliche Arbeit und handwerklich erstellte Produkte zu konzentrieren!“ Von diesem Projekt sollen wirtschaftliche Impulse für die Eifel ausgehen. Es soll zum Erhalt bestehender und zur Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze im Eifeler Handwerk beitragen.

„Wir erhoffen uns nebenbei auch eine gewisse Signalwirkung in die Eifeler Tourismusbranche hinein, sich ihrerseits mit dem Eifeler Handwerk zu vernetzen und zu verbünden und noch stärker auf seine Arbeit und seine Produkte zurückzugreifen“, so Nicole Tomys.

Bedingung für die Beteiligung eines Handwerksbetriebes war die Entwicklung eines so genannten Leitproduktes, mit dem sich der Betrieb präsentiert. Friedrich-Wilhelm Weber: „Das erleichtert dem Besucher die Differenzierung und Wiedererkennung der einzelnen Betriebe.“

Leitprodukte sind zum Beispiel die spezielle unverwechselbare Kollektion einer Maßschneiderei, die Brotpallette eines Bäckers, die Tortenkreationen einer Konditorei, die handgefertigten Bögen eines Bogenmachers oder die Damast-Messer einer Eifeler Schmiede. Weber: „Individuelle Leitprodukte unterstreichen den individuellen Reichtum Eifeler Handwerksproduktion und verhindern Konkurrenzgedanken unter Handwerksbetrieben mit vergleichbaren Gewerken.“

Möglicherweise ließen sich Betriebe später zu thematischen Routen zusammenfassen, so dass Besucher an einem Ausflugstag mehrere Handwerksbetriebe gezielt ansteuern können, so der geistige Vater des Projektes: „Auch regionale Routen sind konstruierbar, auf denen Betriebe im Umfeld bestimmter touristischer Hochburgen wie Freilichtmuseum Kommern, Nürburgring oder vogelsang IP Besuchern erschlossen werden.“

Bevor das Projekt in die Umsetzungsphase ging, hatte die Handwerkskammer Aachen zunächst eine Studie des SFH Seminars für Handwerkswesen an der Universität Göttingen (SFH ) in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse zeigten, dass im Bereich Tourismus für das Handwerk noch erhebliche Potenziale vorhanden sind. Rund 97 Prozent der bisherigen Tourismusausgaben fließen demnach anderen Wirtschaftszweigen der Eifel zu.

Nicole Tomys: „Durch das Projekt »Erlebnis-Handwerk-Eifel« versprechen wir uns eine stärkere Teilhabe am Umsatzkuchen für das örtliche Handwerk. Dies ist auch regionalökonomisch sinnvoll, da Handwerksbetriebe Mehrumsätze verhältnismäßig kurzfristig in Arbeits- und Ausbildungsplätze umsetzen.“
pp/Agentur ProfiPress

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