11. Februar 2014

Mit 19 in der Nationalmannschaft – Stuckateur Lukas Prell gehört zu den Besten

Stuckateur Lukas Prell aus Aldenhoven nimmt im Nationalteam bei den EuroSkills in Lille (Frankreich) für Deutschland teil.

Von Elmar Brandt, Handwerkskammer Aachen

Simmerath. Nationalspieler – bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft für Deutschland dabei sein: Davon träumen kleine und auch große Jungs. Lukas Prell kann schon von anderen schönen Dingen träumen, denn seit Kurzem gehört er dem Nationalteam der Stuckateure an. Die EuroSkills in Lille (Frankreich) im Oktober sind sein großes Ziel.

Der Junge hat Talent. Vater Michael Prell hat das schon früh festgestellt. Und irgendwie liegt es ja auch in der Familie. Der Aldenhovener Stuckateurbetrieb mit elf Mitarbeitern wird von Michael Prell in dritter Generation geführt, und die nächste ist auch schon sehr erfolgreich. Stuckateur, „das ist mein Traumberuf“, sagt Lukas Prell. Den väterlichen Betrieb kennt der 19-Jährige bestens, schon mit zehn Jahren fuhr er auf dem Stapler mit und schnupperte regelmäßig in der Werkstatt in den Berufsalltag der Beschäftigten.

Zehn herausragende Stuckateure gehören dem deutschen Nationalteam an. Im März werden die Mitglieder ausgestattet. Wie die Athleten im Sport vor Olympischen Spielen. Dank großzügiger Sponsoren aus der Industrie sind Training, Workshops, Lehrgänge möglich. Und, auch das ist nicht zu verachten: Die „Nationalstuckateure“ dürfen während ihrer Mannschaftszugehörigkeit einen Opel Adam nutzen und werden mit hochwertiger Berufskleidung ausgestattet. Die jungen Mitglieder des Nationalteams sind Repräsentanten des Stuckateurhandwerks. Sie sollen nicht nur einen guten Eindruck hinterlassen, sondern auch für ihr Gewerk werben.

Viel Mut, viel Ehrgeiz
Der bisherige Aufwand hat sich rentiert, der mutige Lukas Prell ist für seinen Ehrgeiz belohnt worden. Mit den guten Ergebnissen seiner Gesellenprüfung im Rücken nahm er im vergangenen Jahr am Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks teil. Auf Kammerebene war er der beste Stuckateur – Platz eins. Auf NRW-Landesebene reichte es fürs Treppchen, hier wurde er Dritter. Damit gab er sich aber nicht zufrieden.

Wie gut, dass es bei den Stuckateuren wie auch bei den Zimmerern Nationalmannschaften gibt. Die Chance auf die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb war einfach zu verlockend. Also meldete sich Lukas Prell für den Contest in Düsseldorf an, bei dem neben zwei weiteren Ausscheidungen in Süddeutschland die Kandidaten für die deutsche Auswahl gecastet wurden.

Dieser Contest war nichts für schwache Nerven. Ganz bewusst wurden die Teilnehmer dort unter stressigen Umständen getestet. Die Medien hatten freien Zugang, filmten, fotografierten, stellten Fragen. Unter diesen Bedingungen eine schwierige Aufgabe in nur 30 Minuten zu bewältigen, das war schon eine Herausforderung, und Lukas Prell meisterte sie als Bester. Sieger in NRW – eine super Leistung, und mit zwei weiteren Kollegen aus seinem Bundesland gehört er nun zum Nationalteam.

Cool bleiben trotz Rummel
„Es ist schon ein tolles Gefühl, zu den Besten zu gehören“, sagt der junge Stuckateur, der entspannt wirkt, obwohl er neben dem ganzen Rummel um das Nationalteam derzeit im Bildungszentrum BGZ Simmerath der Handwerkskammer Aachen auch noch den Meisterkurs besucht. Dort lernt er viel und kann für neue Herausforderungen trainieren. Wenn alles glatt läuft, ist er im Sommer Stuckateurmeister. Ein sehr junger Meister, der die mittlerweile hohen Anforderungen in seinem Gewerk im Hinblick auf Bauphysik, Unternehmensführung und Fachtheorie erfüllen kann.

Die Ausbildungsmeister im BGZ und die Verantwortlichen bei der Handwerkskammer sind natürlich auch sehr glücklich über den Erfolg des jungen Mannes, den sie in der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung schulten und jetzt in der Meisterschule ausbilden. Schließlich ist es ein Zeichen für die hervorragende Arbeit des Bildungszentrums.

„Ja, es ist eine spannende Zeit“, sagt Lukas Prell. Mit dem Nationalteam hat er bereits einige Lehrgänge und Workshops absolviert. „Eine tolle Sache“, findet er, denn bei diesen Maßnahmen verbessert er seine beruflichen Fähigkeiten enorm. Darüber hinaus entwickelt er sich menschlich und persönlich weiter. Denn bei den Lehrgängen werden auch Teamfähigkeit und Charaktereigenschaften geprüft und geschult, dem einen oder anderen Mannschaftsmitglied winkt eine Teilnahme an Podiumsdiskussionen oder öffentlichen Veranstaltungen. Das alles ist sehr reizvoll.

Eine weitere neue Aufgabe für Lukas Prell steht schon fest: Wenn am 19. November wieder der NRW-Contest für die Nationalmannschaft aufgerufen wird, nimmt er als Berater und Juror teil. Sozusagen als Scout für den nächsten Jahrgang. Dann kann er schauen, wer so viel drauf hat wie er. Ende April/Anfang Mai steht ihm allerdings erst einmal eine große Prüfung bevor. Dann muss er nämlich beweisen, ob er ein Kandidat für die EuroSkills im Oktober in Lille ist. Dort dürfen nämlich nur ein bis zwei Mitglieder des Nationalteams teilnehmen.

Nicht nur sein Vater drückt die Daumen, auch seine vielen Freunde und Kollegen aus dem Meisterkurs. Und wenn in diesem Jahr die Fußballer in Brasilien um den Weltpokal kicken, darf Lukas Prell auch wieder vom Nationalteam träumen. Die nächsten WorldSkills, die Berufsweltmeisterschaften, finden nämlich ebenfalls in Brasilien statt. 2015 wird das sein – ein großes Ziel: Lukas Prell hat es im Blick.

Info: Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Internet unter www.nationalteam-stuckateure.de und www.prell-gmbh.de.

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Kommentare




  1. … und jetzt ist aus dem jungen Mann in Brasilien ein Vize-Weltmeister geworden.
    Glückwünsche von den Berufskolleginnen und -kollegen

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