4. Februar 2014

Streuobstinitiative im Eifelkreis Bitburg-Prüm

In der Eifel stellen die Streuobstwiesen bedeutende landschaftsprägende Elemente der Kulturlandschaft dar. Leider führten die Umbrüche in der heimischen Landwirtschaft und die ungünstige Vermarktungssituation für Obst aus Streuobstwiesen dazu, dass der Wert der Obstbäume bei vielen Eigentümern drastisch abgenommen hat. Die Folge war die Vernachlässigung der Bestände mit ihrer einhergehenden Überalterung und Vergreisung.

 In dieser Erkenntnis hat der Eifelkreis Bitburg-Prüm Anstrengungen unternommen, gemeinsam mit betroffenen Nachbarregionen die Thematik aufzuarbeiten. Beispielhaft sei die Veranstaltung der Akademie Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz zum Thema „Streuobstwiesen – Ein Stück Eifelkultur“ genannt, welche Anfang Oktober 2013 in Kooperation der Lokalen Aktionsgruppen Bitburg-Prüm und Vulkaneifel sowie dem Natur- und Geopark Vulkaneifel in Himmerod durchgeführt wurde. Mehr als 60 interessierte Teilnehmer informierten sich über aktuelle Themen rund um den Streuobstanbau.

 Eine besondere Problematik weisen die Streuobstbestände im Eifelkreis Bitburg-Prüm auf. Alle zuständigen Akteure sind sich darin einig, dass es in Sachen Erhalt der für den Eifelkreis Bitburg-Prüm so landschaftsprägenden Streuobstwiesen fünf vor zwölf ist. Denn während die Misteln in der Weihnachtszeit gerne an Haus- und Wohnungstüren gesehen werden, sind sie für die Besitzer vieler Streuobstbestände ein schmerzhafter Dorn im Auge. Entziehen sie doch als sogenannte Halbschmarotzer ihren Wirtsbäumen Wasser und wichtige Nährstoffe, so dass diese nachhaltig geschwächt werden. Als Folge sind geringere und minderwertige Früchte und Obsternten zu beklagen.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm greifen die Naturparke Südeifel und Nordeifel dieses Problem mit ihrer Initiative „Entwicklung der Streuobstwiesen im Naturpark Südeifel und Naturpark Nordeifel – Mythos Mistel“ auf. Sie nutzen die Chance der finanziellen Unterstützung aus der rheinland-pfälzischen Landes-LEADER-Initiative „Streuobstwertschöpfungsketten in LEADER-Regionen“, um der zunehmenden Gefährdung der Streuobstwiesen entgegenzuwirken. Die untere Naturschutzbehörde des Eifelkreises Bitburg-Prüm sichert die Kofinanzierung des verbleibenden Eigenanteils und dokumentiert hierdurch die hohe Dringlichkeit, der Mistel Herr zu werden. Eine wahre Herkulesaufgabe, denn die Mistel hat sich zwischenzeitlich im Eifelkreis zu einer Plage entwickelt.

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung am 23.10.2013 erfolgte ein reger Erfahrungs­austausch zu bereits bestehenden Projekten und Initiativen in Rheinland-Pfalz. Schließlich möchte man aus bereits gemachten Erfahrungen lernen und diese Erkenntnisse in das Projekt einfließen lassen. Dass die Problematik ebenfalls in anderen Regionen präsent ist, belegte die angeregte Diskussion der Teilnehmer aus den Nachbarregionen des In- und Auslandes.

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