9. August 2017

Kunstakademie präsentiert die besten Graphic Novels aus aller Welt

Heimbach. Nun hat sich Heimbach eingereiht in den Reigen der Metropolen Madrid, Paris, Frankfurt/aM und Bonn. Auch in der kleinsten Stadt Nordrhein-Westfalens ist in diesem Jahr eine Ausstellung von Graphic Novels zu sehen. Graphic Novels sind anspruchsvolle, aufwändig gestaltete Comics in Buchform. Der Sammler Uwe Ostermann hat der Akademie knapp 100 Exponate aus seinem Fundes zur Verfügung gestellt, die nun statt Bildern die Ausstellungswände der Burg Hengebach zieren. Teils werden Titelseiten präsentiert, teils sind Innenseiten als Kostproben aufgeschlagen. Kurze Begleittexte informieren die Betrachter jeweils über Künstler und Werk.

Manche Graphic Novels sind Biografien, die das Leben prominenter Menschen nachzeichnen, etwa das der Künstler Richard Wagner, Pablo Picasso oder Henri Matisse. Auch Werke der Weltliteratur dienen häufig als Vorlage für die Bildergeschichten; die Romane “Moby Dick” und “Das Schloss” von Franz Kafka sind zwei Beispiele dafür. Reiseberichte sind eine weitere beliebte Inspirationsquelle für die Schöpfer von Graphic Novels.

“Diese Ausstellung zeigt, dass man auch Bücher an Wände hängen kann”, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn augenzwinkernd, als er die Ausstellung als Vorsitzender des Trägervereins der Kunstakademie eröffnete. Für ihn knüpft “Graphic Novel – Bücher und Bilder” an die Reihe der vielbesuchten Ausstellungen auf der Burg an, etwa der Herb Schiffers, James Rizzis, Charles Fazzinos, Janoschs und Otmar Alts. Ausdrücklich würdigte der Landrat das Engagement von Bruno Voss und Peter Heinzke. Ersterer hatte den Kontakt zum Wahl-Eifler Uwe Ostermann vermittelt, Letzterer hatte den Sammler zu dieser Ausstellung ermutigt und deren Konzept mitentwickelt.

Bilder, die Geschichten erzählen, haben eine lange Geschichte: Akademiedirektor Prof. Dr. Frank Günter Zehnder spannte den Bogen in seiner Einführung bis zur Höhlenmalerei. Damit führte er den vielen Gästen der Vernissage vor Augen, dass das Motto “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte” schon 30.000 Jahre v.Chr. galt. Weitere Trittsteine seiner Zeitreise waren religiös motivierte Bilder und Bilderfolgen sowie Wilhelm Busch und dessen meist humorvollen Bildergeschichten.

Die  Blütezeit der aus den USA stammenden Comics brach in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg an. Waren Fix und Foxi und Co zumeist “schreiend bunte Heftchen mit einfachen Texten in Sprechblasen”, haben Graphic Novels künstlerischen Anspruch. Prof. Zehnder, der 1996 als Verantwortlicher des Rheinischen Landesmuseums Bonn die vielbeachtete Ausstellung “WOW! 100 Jahre Comics” initiiert hatte, unterstrich die künstlerische Autonomie der Graphic Novel-Schöpfer bei der Auseinandersetzung mit literarischen Stoffen. Uwe Ostermann, der seine kindliche Begeisterung für Sprechblasengeschichten im Erwachsenenalter wiederentdeckt hat, formulierte das so: “In jedem dicken Buch steckt nicht nur ein dünnes Buch, sondern auch eine Graphic Novel, die ‘Lasst mich raus’ ruft.” Für die Ausstellung hat der 59-Jährige Bildergeschichten von Künstlern aus allen Erdteilen ausgewählt und thematisch gruppiert. “Es ist eine Gesamtschau der Highlights zum Thema Graphic Novel”, versicherte der Sammler. Dem Erstlingswerk “des über allem schwebenden Großmeisters und Ausnahmekünstlers Moebius” hat Uwe Ostermann einen eigenen Raum gewidmet.

Die Ausstellung spricht alle Generationen an und lädt dazu ein, sich über die Bildergeschichten hinaus auch mit den ihnen zugrunde liegenden Werken zu beschäftigen. Am 31. August ist Experte Andreas C. Knigge, Kurator der Bonner Ausstellung, auf Burg Hengebach zu Gast. Er spricht im Rahmen der Reihe Lit.eifel ab 19.30 Uhr über Comics und Graphic Novels.

Die Ausstellung ist bis zum 10. September täglich von 10 bis 17 Uhr zu sehen, donnerstags bis 21 Uhr. Der Eintritt beträgt vier Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei. Ausstellungsführungen sind nach Voranmeldung (Telefon 02446/809700) möglich.

 

Kontakt:

Josef Kreutzer

Pressestelle des Kreises Düren

Tel.: 024 21 – 22 23 83

Fax.: 024 21 – 22 20 11

Mail: Pressestelle@kreis-dueren.de

 

 

 

 

 

 

 

 

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Autor(in)

Klaus Schäfer
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