15. Juli 2017

Gesichter und Geschichten aus dem Schreinerhandwerk

Ausstellung der Gesellenstücke beginnen am 17. Juli 2017.

Bitburg-Daun-Prüm. Vom 17. bis 28. Juli sind die Ausstellungsstücke der Auszubildenden aus der Schreiner-Innung Westeifel  in den Servicecentern der Kreissparkassen Bitburg-Prüm  in Bitburg und Prüm und im Servicecenter der Kreissparkasse Vulkaneifel in Daun zu sehen.

Alexander Frideres hat bereits den Gesellenbrief in der Tasche und befindet sich derzeit auf Europa-Walz. Foto-Datei:  Alexander Frideres.jpg, Foto-Autor: © Schreiner-Innung Westeifel

Auch Alexander Frideres aus Nusbaum ist einer der Aussteller. Er hat aufgrund guter Leistungen und im Einverständnis mit seinem Ausbilder bereits im Winter seine Gesellenprüfung abgelegt, und deshalb den Gesellenbrief bereits in der Tasche. Mittlerweile ist er auf Europa-Walz. – Denn er ist “Schreiner aus Leidenschaft” und will noch mehr lernen. – Der Werkstoff HOLZ habe ihn schon immer fasziniert, erzählt der 21-Jährige. “Ich habe bereits früh mein Interesse für dieses Handwerk bemerkt.” – So war auch schnell klar, dass er nach der Schule zunächst eine duale Ausbildung absolviert – diese führte ihn in die Schreinerei von Reinhard Grün in Peffingen. Hier lernte er neben dem handwerklichen Arbeiten natürlich auch die modernen Arbeitsgeräte, wie beispielsweise die CNC-Fräse kennen.

Mit seinem Gesellenstück setzte er einen besonderen Glanzpunkt auf seine Gesellenprüfung. Die Fertigung des Gesellenstücks ist gewichtiger Teil der Prüfung und Beleg für die erlernten praktischen Fähigkeiten. Hierfür steht den Auszubildenden ein Zeitfenster von 100 Stunden zur Verfügung.  Die Ausbildung zum Tischler – so die offizielle Bezeichnung des Schreiners – ist anspruchsvoll und so ist auch die Gesellenprüfung.

Alexander Frideres legt mit seinem Gesellenstück den Grundstock für sein künftiges Arbeitsfeld: seine Hobelbank – 240 cm lang, 85 cm breit und 100 cm hoch, rein aus regionalen Hölzern gefertigt mit ausschließlich traditionellem Werkzeug bestückt, ist zugleich sein Arbeitsgerät.  „Ich respektiere das alte Handwerk und schätze die regionale Verbundenheit. Sein künftiges Berufsziel wird es sein, alte Dinge neu zu beleben. Auf der Walz will er  im Bereich der Restauration tiefere Einblicke erhalten. Die Arbeit der alten Meister begeistert ihn. “Früher hat vor allem die Wertigkeit im Vordergrund gestanden.”  – Heute sei es eher die Wirtschaftlichkeit und die Geschwindigkeit, mit der Verbraucher versorgt werden wollen. – Dennoch möchte er nicht das Rad zurück drehen, sondern stellt die Moderne auch bei seinen Arbeiten in den Vordergrund. Sein Ziel im Beruf ist es, moderne Möbel mit alt bewährten Materialien zu bearbeiten. “Heute werden viele synthetische Produkte verwendet. – Ich möchte mit natürlichen Materialien wie Schellack, Leinöl, Glutinleim etc. arbeiten”, so der Schreinergeselle.

Auch will er in seine Holzarbeiten die Schnitzerei und Drechselei integrieren und sucht derzeit praktische Erfahrungen auch in diesem Bereich.  Bereits in der Vergangenheit hat Alexander Frideres über das Erasmusprogramm verschiedene Praktiken im Ausland erlernen können, beispielsweise in Ungarn die klassische Schelllackpolitur und in einem Freilichtmuseum die Möbelrestauration.  Seine Hobelbank ist mit traditionellen Werkzeugen ausgestattet, welche ihren Ursprung neben Deutschland in Kanada, USA und Frankreich fanden. Für den Tischler bietet die internationale Berufserfahrung, die Gestaltung und das entsprechende Werkzeug das Fundament für seine künftige Holzbearbeitung. Die Geschichte von Alexander Frideres ist ein Beleg, dass Handwerk facettenreich ist und viele Möglichkeiten für die Gestaltung des eigenen Berufsweges bietet.

Die Schreiner-Innungen der Region organisieren an verschiedenen Standorten Ausstellungen der Gesellenstücke. Besucher können sehen, welche Fertigkeiten Auszubildende in der dreijährigen Ausbildung erlernen. Im Rahmen der Ausstellungen der Gesellenstücke aller Auszubildenden, ist unter anderem auch die Hobelbank vom 17. bis 28. Juli im Servicecenter der Kreissparkasse Bitburg-Prüm in Bitburg zu sehen.

Insgesamt stellen in Bitburg 21 Gesellinnen und Gesellen ihre Möbelstücke aus; in Prüm sind es sieben und in Daun neun Berufsanwärter. Ob sie ihre Gesellenprüfung bestanden haben, erfahren sie erst am letzten Tag der Ausstellung, am 28. Juli. Bei Beendigung der Ausstellung – der Finissage –  erhalten die Prüflinge, die erfolgreich waren,  ihre Prüfungsbescheinigung und können sich fortan Geselle nennen.

 

Kontakt:

Renate Fahl

PR/Öffentlichkeitsarbeit
Kreishandwerkerschaft MEHR
Kalvarienbergstraße 1

54595 Prüm
Tel.: 06551 9602-12
Fax: 06551 9602-10
www.das-handwerk.de

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Autor(in)

Klaus Schäfer
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