13. Juni 2017

Schauen, wo und wie das Holz wächst

Angehende Holzbauingenieure auf Exkursion im Eifelwald – FH Aachen und Holzkompetenzzentrum kooperien – Ausgezeichnete Berufsaussichten im Holzbau

Blankenheim-Nonnenbach/Aachen – Raus aus dem Hörsaal und rein in den Eifelwald ging für mehr als 20 angehende Holzbauingenieure im vierten Semester der Fachhochschule Aachen. „Es ist wichtig, dass jemand, der mit Holz konstruiert, auch weiß, wo das Holz herkommt und mit welchem Material er es zu tun hat“, hob Prof. Dr.-Ing. Thomas Uibel von der FH Aachen die Bedeutung der Exkursion in den Wald bei Nonnenbach hervor.

Möglich gemacht hatte das Holzkompetenzzentrum (HKZ) Rheinland in Nettersheim die Praxisveranstaltung im Rahmen seines Lehrauftrages im Studiengang „Holzingenieurwesen“. Die Exkursion war Teil des Lehrmoduls „Holz- und Forstwirtschaft“, der überwiegend durch das Holzkompetenzzentrum und die Gemeinde Nettersheim erbracht wird. Dozenten sind HKZ-Leiterin Annette Köhne-Dolcinelli, Christoph Böltz, der Leiter des Regionalforstamtes Hocheifel-Zülpicher Börde und Thomas Maur, Fachgebietsleiter „Dienstleistung“ im Regionalforstamt.

Thomas Maur (l.) vom Regionalforstamt Hocheifel-Zülpicher Börde heißt die Studenten in Nonnenbach willkommen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Nachdem die Studenten morgens bereits ein Sägewerk in Würselen besichtigt hatten, stellten ihnen Annette Köhne-Dolcinelli, Maur sowie Tobias Peulen, Förster in der Gemeinde Blankenheim, anschaulich die Forst- und Holzwirtschaft in der Eifel vor. Dabei legte Tobias Peulen den Fokus auf die nachhaltige Waldbewirtschaftung. Im Wald bei Nonnenbach erlebten die Studenten die moderne Holzernte durch eine Forstgroßmaschine, Harvester genannt.

Mit zehn Studenten wurde der Studiengang „Holzingenieurwesen“ im Jahr 2010 eingerichtet. „Mittlerweile sind es durchschnittlich 30 Studenten“, berichtete Prof. Uibel. Als „ausgezeichnet“ bezeichnete er die Perspektiven der angehenden Holzbauingenieure. Uibel: „Noch bevor sie ihre Bachelorarbeit fertig haben, haben die meisten Studenten schon ein Angebot.“

Abgesehen vom Lehrauftrag lobte er auch darüber hinaus die Zusammenarbeit mit dem Holzkompetenzzentrum. „Für uns ist es wichtig zu wissen, was die Forstwirtschaft in den nächsten Jahrzehnten vorhat“, sagte der Forscher. „Die größte Herausforderung ist, aus der Buche etwas Anderes zu machen, als sie zu verbrennen“, sagte Förster Tobias Peulen. Derzeit werde die Buche mindestens zur Hälfte zu Brennholz verarbeitet, weil sie, bedingt durch ihre Form, nicht sägefähig sei. Daher sei die Buche „wenig attraktiv“ für die Waldbauern.

Förster Tobias Peulen erklärte den angehenden Holzbauingenieuren vor allem die nachhaltige Waldbewirtschaftung. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Wie Uibel berichtete, liegen in der Bauwirtschaft Hybrid-Produkte im Trend, bei denen Holz mit anderem Material kombiniert werde. Verstärkt werde auch Buche in Kombination mit Fichte als Bauträger eingesetzt. Nordrhein-Westfalen sei „Entwicklungsland“, was den Holzbau betreffe: Während bundesweit 16,2 Prozent aller Neubauten in Holzbauweise errichtet würden und in den südlichen Bundesländern sogar 25 Prozent, seien es in NRW nur 10 bis 12 Prozent. Dem oftmals vorgebrachten Argument „Holz brenne“ könne man entgegenhalten: „Ja, aber kontrolliert“. Uibel: „Das ist im Stahlbau anders, der verhält sich im Brandfall völlig unberechenbar, deswegen gehen Feuerwehrleute dort auch nur so ungern hinein.“

Wie Annette Köhne-Dolcinelli ergänzte, sei es mittlerweile möglich, bis zu viergeschossig in Holzbauweise zu bauen. „Zumeist sind es aber ein bis zwei Geschosse.“ Durch ihre positive Rolle im Klimawandel gewinne die Holzverwendung jedoch weltweit an Bedeutung.

pp/Agentur ProfiPress

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