2. Mai 2017

Vielversprechender Auftakt

Neue Reihe „KlangRaum Steinfeld“ begeisterte mit „Frühlingserwachen“ im Kloster Steinfeld

Kall-Steinfeld – Vielversprechend startete die neue Konzertreihe im Kloster Steinfeld. „KlangRaum Steinfeld“, der der Titel der neuen Reihe, will vor allem ein junges Publikum ansprechen. Das erklärte die selbst erst 19-jährige Geigerin Judith Stapf, die seit ihrem dritten Lebensjahr Geige spielt, schon vielfach ausgezeichnet wurde und aktuell an der Baremboim-Said-Alademie in Berlin studiert.

Dass das möglich ist, davon ist auch der 24-jährige Pianist Yuhao Guo überzeugt, der jetzt gemeinsam mit Judith Stapf das erste von drei Kammermusik-Konzerten bestritt. Er stammt aus Köln, seine Eltern aus China. „Wir stellen immer wieder fest, wenn junge Leute erst einmal im klassischen Konzert sind, dann sind sie auch von der Musik begeistert“, berichtete er am Rande.

Drei Konzerte sind in diesem Jahr geplant, durch die sich als „roter Faden“ die Jahreszeiten ziehen. Den Auftakt machte das „Frühlingserwachen“ mit Werken unter anderem von Beethoven und Fauré.

Judith Zapf an der Violine und Yuhao Guo am Flügel eröffneten die neue Kammermusikreihe „KlangRaum Steinfeld“ mit einem Konzert zum Motto „Frühlingserwachen“. Foto: Stefan Lieser/pp/Agentur ProfiPress

Mit „The lark ascending“, der „aufsteigenden Lerche“ von Ralph Vaughan Williams, begann das Konzert. Der Komponist schrieb die ersten Takte des hochromantischen Werkes 1914, vollendete es aber erst 1920, ganz unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs. Diese Spannung merkt man der Komposition an: Judith Zapf spielte zu Beginn den steilen Vogelaufstieg in die Tonhöhen rasant, freudig, hell. Doch dann entwickelt sich ein musikalischer Dialog mit dem Spiel ihres Partners am Flügel, der die musikalische Stimmung trübt.

Des Weiteren entschieden sich die beiden jungen Musiker für Beethovens „Frühlingssonate“ Nr. 5 in F-Dur, op. 24. Der sprichwörtliche beethovensche Furor und die Spielfreude wurden in dieser knapp 20-minütigen Komposition spürbar. Der erste und der letzte vierte Satz verlangten Pianist Yuhao Guo ganzen Einsatz ab. Da rollten die Akkorde, da flossen die Tonreihen, mal grummelte es gewaltig aus dem Flügel – das Grollen des Winters auf seinem Rückzug vor der Aufbruchstimmung des Frühlings. Judith Zapf kommentierte das Spiel ihres Partners auf ihrer Cremoneser Violine von Andrea Guarneri von 1663. Das Meisterinstrument konnte sie über Crowdfunding finanzieren.

„Man kann junge Leute für Klassik begeistern, und das ist unser Ziel!“ Judith Zapf hat die Programmauswahl für in diesem Jahr drei Konzerte der neuen Kammermusikreihe übernommen. Ihr musikalischer Partner Yuhao Guo begleitete sie zum Auftakt am Flügel. Foto: Stefan Lieser/pp/Agentur ProfiPress

Nach der Pause folgten dann Werke von Lili Boulanger, die um 1900 als eine der ersten Frauen Musik komponierte: „D‘un matin de printemps“, an einem Frühlingsmorgen sowie Gabriel Faurés Violinsonate Nr.1 A-Dur.

Insgesamt war es ein dem Motto entsprechendes, heiter stimmendes Programm, dem die Zuhörer viel Beifall zollten. Die Stiftung Kloster Steinfeld und Initiatorin Judith Zapf nahmen es als gutes Zeichen für die neue Konzertreihe.

„KlangRaum Steinfeld“ wird am Samstag, 15. Juli, 19 Uhr, mit „Sommernachtsmusik“ fortgesetzt. Den Abschluss bilden die „Jahreszeiten“ mit Werken von Vivaldi und Krenek am Sonntag, 10. September, 18 Uhr. Dann wird Judith Zapf, die in allen drei Konzerten auftritt, sogar von einem Kammerorchester und einem Kammerchor begleitet.

pp/Agentur ProfiPress

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